Regierung von Oberfranken

Demographie

Altersstruktur im Wandel

Aufgrund des demografischen Wandels wird sich die Zusammensetzung der Bevölkerung zukünftig deutlich verändern. Eine sinkende Zahl junger Menschen wird sich einer stetig anwachsenden Gruppe Älterer bis Hochbetagter gegenübersehen. Dies hat sowohl Auswirkungen auf die soziale Infrastruktur - z.B. müssen Kindergärten und Schulen geschlossen werden, als auch auf die technische Infrastruktur - Kläranlagen wurden zu groß gebaut, ausgewiesene und sogar bereits erschlossene Baugebiete werden nicht mehr benötigt etc.

Entwicklung in Oberfranken

Insgesamt betrachtet hat die Einwohnerzahl Oberfrankens nach der Wiedervereinigung Deutschlands durch Wanderungsbewegungen zunächst deutlich zugenommen, seither stagniert sie bzw. hat zuletzt leicht abgenommen. Ganz anders sieht das aus, wenn man die Entwicklung der letzten 15 Jahre differenziert nach Landkreisen und kreisfreien Städten betrachtet:

Während die Einwohnerzahlen der Landkreise Coburg, Bamberg, Forchheim und Bayreuth um 12-21% zugenommen haben, haben die Städte Coburg und Hof sowie die Landkreise Kronach und Wunsiedel trotz der Wanderungsbewegungen nach der Wiedervereinigung bis zu 15 % ihrer Einwohner verloren. Nach den Vorausberechnungen des Landesamtes für Statistik und Datenverarbeitung wird sich diese demografische Auseinanderentwicklung unserer Kommunen auch in den nächsten Jahren noch weiter fortsetzen.

Die demografische Entwicklung Oberfrankens ist eine der größten Herausforderungen für unsere Zukunft, gleichzeitig aber auch ein besonders ausgeprägtes und komplexes Beispiel, wenn nicht sogar Spiegelbild für das Prinzip der Nachhaltigkeit.

Bedeutung von Standortfaktoren

Eine intakte Umwelt beispielsweise ist ein wichtiger Standortfaktor für die Attraktivität einer Region und zieht Menschen an. Wachsende Bevölkerung erhöht umgekehrt aber den Verbrauch natürlicher Ressourcen. Fehlen in einer Region Arbeitsplätze, wandern gut ausgebildete, dynamische junge Menschen in andere Regionen ab. Umgekehrt gehen der Region damit für die Zukunft nicht nur Arbeitskräfte, sondern auch Wissen, Qualifikation und letztlich Innovationsfähigkeit verloren.

Folgen der Abwanderung

Sinkende Einwohnerzahlen gefährden andererseits auch die Finanzierbarkeit sozialer Sicherungssysteme und von Infrastruktureinrichtungen wie Kindergärten, Schulen usw. Gerade diese Einrichtungen aber sind wichtige Angebote zur Attraktivitätssteigerung einer Region. Eine ausgewogene Bevölkerungsentwicklung kann nur erreicht werden, wenn Ökonomie, Ökologie und Soziales im Gleichgewicht miteinander sind.

Staatliche und gesellschaftliche Aufgabe

Die demografische Entwicklung stellt zunächst ein gesamtstaatliches und gesamtgesellschaftliches Problem dar. Auch in der Region kann und muss eine ganze Menge getan werden, um Nachhaltigkeit im kleinen wie im großen zu erreichen. Es ist immer verkehrt, nur auf Soziales oder nur auf Ökonomie oder allein auf Ökologie zu setzen, sondern es ist letztlich immer die ausgewogene Kombination vieler Einzelmaßnahmen auf allen Gebieten, die zum Erfolg führt.

Weitere Informationen