Regierung von Oberfranken

Rahmenbetriebsplan für die Gewinnung von Quarzsand/-kies im Tagebau "Kirschfurt-West" (westlich der Schiffsverlade- und -anlegestelle des Tagebaus "Kirschfurt"), Gemeinde Collenberg, Landkreis Miltenberg durch die Firma Fritz Weber GmbH & Co. Miltenberger Industriewerk KG, Bürgstadt am Main

Aktuelles

Auslegung des Plans

Gegenstand des Verfahrens

Die Firma Fritz Weber GmbH & Co. Miltenberger Industriewerk KG, Bürgstadt am Main, betreibt in Unterfranken unter bergbehördlicher Aufsicht mehrere Tagebaue zur Gewinnung von Quarzsand/-kies.

Zur Sicherung der Rohstoffversorgung plant der Unternehmer westlich der bestehenden Schiffsverlade- und -anlegestelle des Tagebaus "Kirschfurt" einen neuen Tagebau zur Gewinnung von Quarzsand/-kies zu errichten und zu betreiben. Bei einer vorgesehenen Gesamtflächeninanspruchnahme von etwa 9,3 ha - die Netto-Abbaufläche beträgt ca. 7,7 ha - und bei einer derzeit angenommenen Mächtigkeit von bis zu 5 m beträgt das Abbauvolumen ca. 345.000 m³. Der Quarzsand/-kies soll über die bestehende Schiffsverlade- und -anlegestelle mittels Schiff zur Aufbereitungsanlage in das Werk "Bürgstadt", die sich in einer Entfernung von etwa 2 km auf Gemeindegebiet des Marktes Bürgstadt befindet, transportiert und dort aufbereitet werden. LKW-Verkehr zum Transport des Rohstoffes zur Aufbereitungsanlage soll somit nicht stattfinden.

Im Zuge der Nachfolgenutzung soll ein naturnah gestaltetes, dauerhaftes Gewässer entstehen und zusätzlicher Retentionsraum geschaffen werden. Die Verwendung von Fremdmassen im Zuge der Wiedernutzbarmachung der Oberfläche ist nicht vorgesehen; Mutterboden und überschüssiges Eigenmaterial (Abraum bzw. nicht verwertbare Lagerstättenbestandteile) sollen im Zuge der Maßnahmen zur Wiedernutzbarmachung der Oberfläche im benachbarten, östlich gelegenen Tagebau "Kirschfurt" verwendet werden. Zur Verbesserung des Hochwasserschutzes soll ein Retentionsraum entstehen; eine durch ein Fachbüro erstellte Berechnung hat dabei ein Retentionsraumvolumen von etwa 256.000 m³ ergeben. Der entstehende Retentionsraum soll dem Staatlichen Bauamt Aschaffenburg als Ausgleich für in Folge von derzeit laufenden aber auch mittelfristig geplanten Straßenbauprojekten verlorengehende Retentionsräume zur Verfügung gestellt werden. Diese verlorengehenden Retentionsräume müssen umfangs-, funktions- und zeitgleich wieder ausgeglichen werden, insofern würde die Realisierung des Vorhabens die Möglichkeit bieten, Retentionsflächen in die straßenverkehrlichen Verfahren einzubringen.

Im geltenden Regionalplan der Region Bayerischer Untermain ist für die hier beantragte Abbaufläche weder ein Vorrang- noch ein Vorbehaltsgebiet zur Gewinnung und Sicherung von Bodenschätzen ausgewiesen.

Am 25.02.2015 fand im Verwaltungsgebäude der Firma Fritz Weber GmbH & Co. Miltenberger Industriewerk KG, Bürgstadt am Main, der Scoping-Termin zur Diskussion der Antragsunterlagen für das geplante Vorhaben statt. Der Scoping-Termin diente der Festlegung des Untersuchungsumfanges (Untersuchungsraum + Untersuchungsinhalte + Un-tersuchungszeitraum) der in der Umweltverträglichkeitsuntersuchung zu behandelnden Schutzgüter. Im Nachgang zum Scoping-Termin teilte die Höhere Landesplanungsbehörde der Regierung von Unterfranken mit, dass die landesplanerischen und raumordnerischen Belange auf dem Wege einer landesplanerischen Stellungnahme innerhalb des Genehmigungsverfahrens eingebracht werden; die Durchführung eines gesonderten Raumordnungsverfahrens wurde als nicht notwendig erachtet.

Im Nachgang zum Scoping-Termin hat die Firma Fritz Weber GmbH & Co. Miltenberger Industriewerk KG die erforderlichen Antragsunterlagen erarbeiten lassen und diese bei der Regierung von Oberfranken – Bergamt Nordbayern – zur Zulassung vorgelegt.

Der vorgelegte Rahmenbetriebsplan enthält neben den üblichen Angaben diverse Anhänge; hierzu gehören ein vegetationskundliches Fachgutachten, eine spezielle artenschutzrechtliche Prüfung, ein hydraulischer Nachweis zum Retentionsraumgewinn sowie Angaben zu einer vorgesehenen Fahrbahnabsenkung der vorhandenen, westlich gelegenen Bahnlinienunterführung.

Die vorgelegten Antragsunterlagen enthalten eine Alternativen-Planung für den Fall, dass für den das Abbaugebiet querenden Wirtschaftsweg (Grundstück Flur-Nr. 5239 der Gemarkung Reistenhausen, sog. "Bruchweg") keine Verfügungsgewalt erlangt werden kann. Kann die Verfügungsgewalt nicht erlangt werden, soll der Wirtschaftsweg mit entsprechenden Abständen erhalten bleiben; in diesem Fall würde sich das berechnete Retentionsraumvolumen um etwa 28.800 m³ verringern.

Abschließend darf darauf hingewiesen werden, dass die Anhörungsbehörde nach Ablauf der Einwendungsfrist die rechtzeitig erhobenen Einwendungen gegen den Plan, die Stellungnahmen von Vereinigungen und die Stellungnahmen der Behörden zu dem Plan mit dem Träger des Vorhabens, den Behörden, den Betroffenen und den Personen, die Einwendungen erhoben haben, zu erörtern hat. Die Einladung zu dem Erörterungstermin bzw. die Bekanntmachung des Erörterungstermins erfolgt gesondert.

Die Planunterlagen liegen in der Gemeinde Collenberg und im Markt Bürgstadt nach ortsüblicher Bekanntmachung zur Einsicht aus.

(Stand: 15.06.2016)

Antragsunterlagen

1. Antragsschreiben

2. Inhaltsverzeichnis

3. Rahmenbetriebsplan

4. Planbeilagen

5. Technische Planbeilagen

6. Anhang / Fachgutachten

Weitere Informationen

Ansprechpartner

Norbert Weiß
Sachgebiet 26
Telefon: 0921/604-1384
Telefax: 0921/604-4384
E-Mail: Bergamt Nordbayern