Regierung von Oberfranken

Seismische Erkundung im Feld FAU-Geotherm

Antrag auf Zulassung eines Hauptbetriebsplans für die Aufsuchung von Erdwärme zu wissenschaftlichen Zwecken mittels 2D-Seismik im Erlaubnisfeld FAU-Geotherm

Auslegung des Antrags und der zugehörigen Unterlagen

Gegenstand des Verfahrens

Die Friedrich‐Alexander‐Universität Erlangen‐Nürnberg (FAU) hat im März 2017 beim Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie die Erteilung einer bergrechtlichen Erlaubnis zur Aufsuchung von Erdwärme zu wissenschaftlichen Zwecken im unten dargestellten Feld FAU Geotherm beantragt. Das beantragte Erlaubnisfeld umfasst eine Fläche von 4.066 km2. Mit etwa 80 % liegt der weitaus überwiegende Teil des beantragten Erlaubnisfeldes innerhalb des Regierungsbezirks Oberfranken; lediglich der westliche Teilbereich (Landkreise Haßfurt und Schweinfurt) des beantragten Erlaubnisfeldes gehört zum Regierungsbezirk Unterfranken.

Mit Bescheid des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie vom 26.09.2017 Nr. FstB-8114a/723/16 wurde die bergrechtliche Erlaubnis für die Aufsuchung von Erdwärme zu wissenschaftlichen Zwecken erteilt.

Nach den bergrechtlichen Vorschriften berechtigt die vg. Erlaubnis noch nicht zur Durchführung der vorgesehenen Tätigkeiten. Für das Vorhaben ist nach den Vorschriften des Bundesberggesetzes - BBergG - vom 13.08.1980 (BGBl I S. 1310), letztmalig geändert durch Gesetz vom 20.07.2017 (BGBl I S. 2808), ein Hauptbetriebsplan vorzulegen. Die Zuständigkeit der Regierung von Oberfranken – Bergamt Nordbayern – ergibt sich aus den Vorschriften des Bundesberggesetzes i.V.m. §§ 2, 3 der Verordnung über Organisation und Zuständigkeiten der Bergbehörden (Bergbehörden-Verordnung - BergbehördV) vom 09.11.2013 (GVBl S. 651).

Zwischenzeitlich hat die Friedrich‐Alexander‐Universität Erlangen‐Nürnberg (FAU) bei der Regierung von Oberfranken - Bergamt Nordbayern - den erforderlichen Hauptbetriebsplan vorgelegt und dessen Zulassung beantragt.

Die Friedrich‐Alexander‐Universität Erlangen‐Nürnberg (FAU) ist Teil der Geothermie‐Allianz Bayern, deren übergeordnetes Ziel es ist, den heimischen Energieträger Geothermie als erneuerbare Energieressource zu stärken, damit dieser einen signifikanten Beitrag in Bezug auf die CO2-Reduktionsziele leisten kann. Am Forschungsverbund beteiligen sich die Technische Universität München (TUM), das GeoZentrum Nordbayern der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) und die Universität Bayreuth. Das Bayerische Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst fördert das Forschungsvorhaben zur Erforschung der Geothermie in Bayern.

Nach den vorgelegten Antragsunterlagen sollen innerhalb des vg. Erlaubnisfeldes Untersuchungsarbeiten mittels 2D-Seismik zur Aufsuchung von Erdwärme zu wissenschaftlichen Zwecken durchgeführt werden. Bei der 2D-Seismik werden von der Erdoberfläche aus Schallwellen in den Untergrund geschickt. Diese Schallwellen werden an Gesteinsgrenzen reflektiert und die Reflexion dieser Wellen wird an der Erdoberfläche durch sog. Geophone aufgezeichnet. Aus der Laufzeit der Schallwellen kann die Tiefe der Reflexionshorizonte ermittelt werden. Im Anschluss daran sollen die seismischen Messungen ausgewertet und interpretiert werden. Aufgrund der Ergebnisse dieser Messungen erhofft man sich bessere Erkenntnisse über den geologischen Aufbaus des Untergrundes in 1.000 m bis ca. 5.000 m Tiefe unter der Erdoberfläche, um die Ursachen einer in dieser Region identifizierten geothermischen Anomalie wissenschaftlich zu untersuchen und besser zu verstehen.

Die seismischen Messungen erfolgen ohne Eingriff in den Untergrund. Die Schallwellen werden von Spezialfahrzeugen mit einer Rüttelplatte (sog. Vibratoren) erzeugt. Diese Fahrzeuge bewegen sich auf befestigten Straßen und Wegen beiderseits der sog. Geophonlinie; hierbei handelt es sich um die Auslage der mit Kabel verbundenen Messgeräte zur Aufzeichnung der Reflexionen.

Das betreffende Vorhaben bedarf der betriebsplanmäßigen Zulassung nach dem Bundesberggesetz. Gemäß § 48 Abs. 2 Satz 2 BBergG wird das Vorhaben öffentlich bekannt gemacht.

Antragsunterlagen

Ansprechpartner

Norbert Weiß
Sachgebiet 26
Telefon: 0921/604-1384
Telefax: 0921/604-4384
E-Mail: Bergamt Nordbayern