Regierung von Oberfranken

Pressemitteilung-Nr.: 038/13
22.04.2013
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Trinkwasserversorgung und gesetzliche Vorschriften - Optimierung oder Ende der kommunalen Aufgabenerfüllung?;
Praktiker diskutierten über die Zukunft der kommunalen Wasserversorgung beim Wasserforum Oberfranken 2013

"Bayerisches Wasser ist ein ganz besonderes Gut. Unsere Kommunen leisten in der Wasserversorgung hervorragende Arbeit. Dies soll auch künftig so bleiben - sie sind der Garant dafür, dass Wasser keine Handelsware wird." Dies betonte die Bayerische Umweltstaatsekretärin Melanie Huml heute in Thurnau beim oberfränkischen Wasserforum 2013. Rund 170 Wasserversorger, Kommunalvertreter und Behörden diskutierten im Schloss Thurnau über die Zukunft der kommunalen Trinkwasserversorgung. Das Thema der Tagung -"Trinkwasserversorgung und gesetzliche Vorschriften - Optimierung oder Ende der kommunalen Aufgabenerfüllung?"- war vor dem Hintergrund der intensiv diskutierten Pläne der Europäischen Kommission zur Privatisierung der Wasserversorgung hochaktuell. Staatssekretärin Huml betonte: "Wasser ist ein Menschenrecht, ein Gemeingut, eine Allmende. Eine umfassende Unterschriftenaktion der europäischen Bürger gegen die Pläne der EU-Kommission zeugt von dem Bewusstsein der Bürger für ihr Trinkwasser."

Regierungsvizepräsidentin Petra Platzgummer-Martin: "Trinkwasser ist heute eines der sichersten und am besten überwachten Lebensmittel in Deutschland." Nicht zuletzt wegen der strengen gesetzlichen Vorschriften, die jeder Wasserversorger zu beachten hat, über die Dr. Wolfgang Sprenger vom Bayerischen Landesamt für Umwelt einen Überblick gab. Neben der Trinkwasserverordnung und den Wassergesetzen mit ihren Vorschriften zur Eigenüberwachung und behördlichen Überwachung gibt es eine Vielzahl weiterer Rechtsvorschriften, technischer Regeln und Genehmigungsverfahren, die jeder Wasserversorger zu beachten hat.

Gerade für kleinere und mittlere Wasserversorger ist es eine große Herausforderung, die strengen gesetzlichen Vorgaben umzusetzen. Das zeigte das vom Ersten Bürgermeister der Gemeinde Selbitz, Klaus Adelt, präsentierte Beispiel eindrucksvoll.

Berthold Lendner von der SÜC Energie und H2O GmbH sah die Zusammenarbeit als Schlüssel zum Erfolg. Wasserversorgungsunternehmen sollten sich gemeinsam die Frage stellen "Was tun wir eigentlich schon heute, um unsere Wasserversorgung morgen und im Jahr 2020 auf hervorragendem Niveau zu sozial verträglichen Preisen bei immer schwierigeren Rahmenbedingungen zu gewährleisten? Nur durch das Einreißen von Kirchtürmen hat die kommunale Trinkwasserversorgung in der Zukunft eine echte Chance im Wettbewerb mit den global tätigen Konzernen zu bestehen."

Lösungsansätze für die Herausforderungen kleinerer Wasserversorger präsentierten Christian Platschek von der Universität der Bundeswehr in Neubiberg und Wenke Berling vom Wasserwirtschaftsamt in Hof. Ihr Credo: "Kleine Unternehmen können die Herausforderungen nur gemeinsam bewältigen!" Das Wasserwirtschaftsamt Hof und die Bundeswehr Universität München untersuchen in einem Forschungsprojekt mit oberfränkischen Wasserversorgungsunternehmen wie speziell die Herausforderungen kleinerer Unternehmen in der Trinkwasserversorgung gemeinsam bewältigt werden können.

Das Wasserforum Oberfranken ist eine jährliche Fachveranstaltung im Rahmen der Aktion Grundwasserschutz - Trinkwasser für Oberfragen. Die Regierung von Oberfranken hat die AKTION GRUNDWASSERSCHUTZ - Trinkwasser für Oberfranken ins Leben gerufen, um neue Wege für eine nachhaltige Wasserversorgung zu entwickeln und die Bürger über ihr Trinkwasser zu informieren. Themenschwerpunkte der Aktion sind:

  • Langfristige Sicherung des Grundwassers
  • Entwicklung von Strategien für eine zukunftsfähige Trinkwasserversorgung
  • Unterstützung der kommunalen Wasserversorgungsunternehmen

Weitere Information zur Aktion Grundwasserschutz erhalten Sie im Internet unter: www.grundwasserschutz-oberfranken.de.