Regierung von Oberfranken

Pressemitteilung-Nr.: 057/13
14.06.2013
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3,5 Millionen Euro für Oberfranken aus Investitionsprogramm für den Bau von Wohn- und Beschäftigungsplätzen für Menschen mit Behinderungen im Jahr 2013

Regierungspräsident Wilhelm Wenning: "In diesem Jahr kann die Regierung von Oberfranken aus dem Investitionsprogramm für den Bau von Wohn- und Beschäftigungsplätzen für Menschen mit Behinderungen Zuwendungen in Höhe von rund 3,5 Millionen Euro an Träger der freien Wohlfahrtspflege bewilligen. Davon profitieren heuer drei Projekte -in Frensdorf, Lichtenfels und Marktredwitz-, die in das Förderprogramm im Jahr 2013 aufgenommen wurden." Das Förderprogramm wird aus Mitteln der Ausgleichsabgabe, dem Bayer. Landesplan für Menschen mit Behinderung sowie aus Mitteln der Wohnraumförderung gespeist.

Der größte Teil entfällt mit rund 3,2 Millionen Euro auf den Bau von insgesamt 36 stationären Wohnheimplätzen für Menschen mit Behinderung, die einer angepassten Berufstätigkeit nachgehen und die aufgrund der Art und Schwere ihrer Behinderung auch nicht in selbstbestimmten Wohnformen leben können bzw. intensiver Betreuung bedürfen. Die künftigen Bewohner gehen tagsüber in eine Werkstatt für Menschen mit Behinderung und leben in den neu zu errichtenden Wohngruppen von jeweils höchstens zwölf Personen.

Vorgesehen ist zum einen, dass die Lebenshilfe Bamberg e.V. für den Umbau bzw. die Erweiterung des ehemaligen "Entbindungsheimes" in Frensdorf eine Zuwendung in Höhe von 2.190.500 Euro für die Errichtung von insgesamt 24 Wohnheimplätzen erhält, zum anderen soll der Caritasverband für die Erzdiözese Bamberg e.V. für den Umbau des sog. "Schwesternhauses" in Lichtenfels zu einer Wohngruppe mit zwölf Wohnheimplätzen 1.028.000 Euro bekommen.

Aus Mitteln des Bayer. Landesplans für Menschen mit Behinderung erhält die Lebenshilfe Marktredwitz-Selb-Wunsiedel e.V. 244.500 Euro für die Erweiterung der bestehenden Förderstätte in Marktredwitz um sieben Plätze auf insgesamt 21 Plätze. Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung, die nicht, nicht mehr oder noch nicht einer Tätigkeit in der Werkstatt nachgehen können, erhalten in Förderstätten -in einem sogenannten zweiten Lebensbereich außerhalb ihrer Wohnung- Beschäftigung, Anregung und Aktivierung. Förderstätten sind eigenständige und gleichzeitig mit einer anerkannten Werkstatt kooperierende Einrichtungen der Eingliederungshilfe zur Hinführung zum Bildungsbereich der Werkstatt, zur Milderung der Folgen der Behinderung, zur Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft und zur Entlastung der Familien.

Eines der wichtigsten sozialpolitischen Anliegen ist es, Menschen mit Behinderung eine gleichberechtigte Teilhabe am Leben zu ermöglichen und ihnen ein weitestgehend selbstbestimmtes Leben in der Mitte der Gesellschaft zu ermöglichen. Durch die Baumaßnahmen wird dem Gedanken der Inklusion und der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung Rechnung getragen. Die Menschen mit Behinderung wohnen in Wohngebieten Seite an Seite mit nichtbehinderten Menschen - dort leben, wo alle leben. In der Förderstätte werden sie entsprechend ihren Fähigkeiten gefördert und betreut und erhalten damit einen strukturierten Tagesablauf.