Regierung von Oberfranken

Pressemitteilung-Nr.: 062/13
27.06.2013
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Synagoge in Bayreuth: Regierung von Oberfranken bewilligt 480.000 Euro für die Sanierung und Neugestaltung

Die Regierung von Oberfranken hat der Stadt Bayreuth einen ersten Teilbetrag in Höhe von 480.000 Euro aus dem Städtebauförderungsprogramm Aktive Stadt- und Ortsteilzentren bewilligt. Die Zuschüsse sind für die Sanierung und Neugestaltung der Synagoge Bayreuth durch die Israelitische Kultusgemeinde bestimmt.
Damit ist die israelitische Kultusgemeinde dem beabsichtigten Baubeginn einen wesentlichen Schritt näher gekommen.

Zusammen mit dem Markgräflichen Opernhaus -seit dem letzten Jahr UNESCO-Weltkulturerbe- und dem Redoutenhaus bildet die einzig erhaltene und genutzte Barock-Synagoge Deutschlands ein international bedeutendes historisches Ensemble in der Bayreuther Innenstadt. Die Sanierung des Denkmals und die Errichtung eines jüdischen Kultus- und Kulturzentrums sind nicht nur für die Stadt und die Region, sondern auch national von herausragender Bedeutung. Als erster Baustein und damit Bestandteil einer Gesamtkonzeption wurde der Neubau der Mikwe realisiert, dem rituellen Tauchbad für das religiöse jüdische Gemeindeleben. Die Leitidee für das Ensemble Synagoge, Mikwe, Gemeindezentrum (IWALEWA-Haus)- stammt vom renommierten Architekturbüro Wandel, Hoefer, Lorch & Hirsch aus Saarbrücken.
Das Gebäude der Jüdischen Synagoge entstand 1714 unter Markgraf Georg Wilhelm als "Redouten- und Opernhaus" und war somit der eigentliche Vorgänger des heutigen Markgräflichen Opernhauses. Im Jahre 1759 zog die jüdische Gemeinde ein, die es bis heute als Synagoge nutzt.
In der sogenannten "Reichskristallnacht" 1939 kam es lediglich zu Verwüstungen im Innern, wobei die äußere Gestalt weitgehend erhalten blieb. Somit ist die Bayreuther Synagoge die älteste noch genutzte Synagoge Deutschlands.
Das Innere der Synagoge wurde im Laufe der Zeit mehrfach umgestaltet und ist in seiner heutigen Form den Bedürfnissen der 60er Jahre angepasst.
Manche dieser Anpassungen verstoßen allerdings gegen das Prinzip der kultischen Ostung des Gebäudekörpers und verzerren seine ursprünglich harmonischen Proportionen. So ist im Zuge der Neugestaltung geplant, den heutigen Eingang direkt von der Münzgasse wieder zum Hof zwischen Synagoge und Redoutenhaus/Operncafe zu verlegen. Dort wird auch die ursprüngliche zweigeschossige Gliederung der Fassade wieder hergestellt.

Das Programm "Aktive Stadt- und Ortsteilzentren" zielt darauf ab, zentrale innerörtliche Versorgungsbereiche als Standorte für Einkaufen, Arbeiten, Wohnen und öffentlichem Leben zu erhalten und weiter zu entwickeln. Die Zuwendungen werden je zur Hälfte vom Bund und vom Freistaat Bayern aus dem vom Landtag beschlossenen Bayerischen Staatshaushalt bereitgestellt.