Regierung von Oberfranken

Pressemitteilung-Nr.: 099/13
04.10.2013
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Sommerhochwasser 2013 - Finanzhilfen für die Kommunen;
Regierungspräsident Wilhelm Wenning übergibt Förderbescheid für die Sanierung der LIF 7

Die Sanierung der nach einem Hangrutsch im Juni stark geschädigten Kreisstraße LIF 7 ist finanziell in trockenen Tüchern: Regierungspräsident Wilhelm Wenning übergab heute den Förderbescheid über die erste Teilrate von 800.000 Euro aus dem Programm für die Wiederherstellung der durch das Sommerhochwasser 2013 geschädigten Infrastruktur in den Gemeinden persönlich an Hans-Josef Stich, Zweiter Bürgermeister der Stadt Bad Staffelstein, und an Christian Meißner, Landrat des Landkreises Lichtenfels. "Ich freue mich außerordentlich, dass es gelungen ist, die Sanierung der Kreisstraße LIF 7 in den Ausbauhilfefonds des Bundes aufzunehmen und aufgrund des drastischen Schadensausmaßes eine 100 %ige Förderung zu gewähren", so Regierungspräsident Wilhelm Wenning. "Die Sanierungsarbeiten können nun auf den Weg gebracht werden. Die Kosten für die hochwasserbedingte Sanierung der Kreisstraße LIF 7 belaufen sich auf rd. 1,1 Millionen Euro und stellen damit die mit Abstand höchste Schadenssumme in Oberfranken dar. Die Stadt Bad Staffelstein als Zuwendungsempfängerin, der Landkreis Lichtenfels als Straßenbaulastträger, die Regierung von Oberfranken als Fachaufsicht und Bewilligungsstelle sowie die weiteren beteiligten Fachbehörden haben hier hervorragend zusammengearbeitet, so dass die Fördermittel in extrem kurzer Zeit bewilligt werden konnten."

Während das Förderprogramm, das durch Mittelzuweisungen aus dem Ausbauhilfefonds des Bundes finanziert wird, anfänglich nur Schadensfälle im Einzugsgebiet von Elbe und Donau berücksichtigte, kam Ende August endgültig grünes Licht aus München für eine Erweiterung der Fördergebietskulisse.

"Unsere Erleichterung war groß", so der Regierungspräsident, "als auch diejenigen bayerischen Landkreise in die Fördergebietskulisse aufgenommen wurden, in denen Soforthilfen für Hochwasserschäden auch außerhalb des Elbe / Donaueinzugsbereichs nach dem Aufbauhilfegesetz ausbezahlt worden waren. Damit sind alle neun oberfränkischen Landkreise durch die Gebietskulisse abgedeckt." Für die bislang zwölf bekannten Schadensfälle in Oberfranken stehen hieraus bisher zwei Millionen Euro Fördermittel bereit. Der Fördersatz beträgt bis zu 100 Prozent.

Hintergrund

In der Nacht vom 01.06. auf den 02.06.2013 ging nördlich des Bad Staffelsteiner Ortsteils Hausen infolge der anhaltenden Hochwasserpegel des Obermains auf einer Länge von ca. 280 Meter Erdreich in den Main ab. Der Hangabrutsch zerstörte den statischen Unterbau der Kreisstraße LIF 7. Die Kreisstraße ist seither für den Verkehr gesperrt. Bei einer Ortsbegehung am 06.06.2013 hatte Regierungspräsident Wilhelm Wenning die Unterstützung der Regierung von Oberfranken sowie der Staatlichen Fachbehörden zugesagt.

Für die Schadensbehebung an der Kreisstraße LIF 7, die derzeit für den Verkehr gesperrt ist, sind umfangreiche Ufer- und Straßensanierungen notwendig. Rammsondierungen haben ergeben, dass die Böden im Uferbereich des Mains infolge des Hochwasserereignisses bis in eine Tiefe von zwei Metern aufgeweicht sind und nur als eingeschränkt tragfähig eingestuft werden können. Der Untergrund des Flussbettes muss daher erst durch grobkörniges Material wie Schratten, Sprengfels oder Wasserbausteine befestigt werden. Auf dieser sogenannten Aufstandsfläche wird daraufhin die Böschung gegründet. Der Böschungsfuß erhält zukünftig einen zusätzlichen hochwertigen Kolkschutz gegen Ausspülungen im Hochwasserfall. Als Kolkschutz ist eine Befestigung mit Wasserbausteinen bis über die Höhenkote des 100jährigen Hochwassers [HQ 100] vorgesehen. Der Böschungshang soll ferner begrünt und durch eine hangstabilisierende Bepflanzung zusätzlich gesichert werden.

Da die aufgeweichten Böden für eine fachgerechte Verdichtung nicht mehr geeignet erscheinen, wird der gesamte Fahrbahnunterbau im Bereich des Hangabrutsches ausgetauscht werden. Die Planung trägt dabei den Anforderungen an eine verbesserte und dauerhaft leistungsfähige Straßenentwässerung Rechnung. Insbesondere zur Ableitung des bergseitig zufließenden Oberflächen- und Schichtenwassers wird eine besonders tief reichende Entwässerung vorgesehen.