Regierung von Oberfranken

Pressemitteilung-Nr.: 134/13
10.12.2013
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Naturschutz in Oberfranken:
NATURA 2000-Managementplan für die Mausohrwochenstuben in Neustädtlein, Mistelgau und Berndorf

Der Managementplan für das europäische NATURA 2000-Gebiet "Mausohrkolonien im Naturraum Obermainisches Hügelland" liegt nun vor: Dr. Herbert Rebhan, Leiter des Sachgebietes Naturschutz an der Regierung von Oberfranken, überreichte heute den Managementplan an die beteiligten Kirchengemeinden und die politischen Gemeinden Eckersdorf, Mistelgau und Thurnau, an die Landratsämter in Bayreuth und Kulmbach sowie das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. An den genannten Stellen besteht ab sofort die Möglichkeit der Einsichtnahme.

Bei dem genannten NATURA-2000-Gebiet handelt es sich um Fortpflanzungsquartiere des Großen Mausohres, einer der größten in Oberfranken heimischen Fledermausarten. Die Wochenstuben, in denen zum Teil mehrere hundert Weibchen in den Sommermonaten ihren Nachwuchs gebären und aufziehen, befinden sich in den Dachstühlen der Kirchengebäude.

Die Managementpläne leisten einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung von NATURA 2000. Im Plan sind alle Maßnahmen dargestellt, die notwendig sind, um die Gebiete in ihrem guten Zustand zu erhalten.

In den Fledermaus-Wochenstuben ist vor allem die Sicherung der Störungsfreiheit während der Jungenaufzucht im Sommerhalbjahr entscheidend. Notwendige Sanierungs- oder Renovierungsarbeiten im Umfeld der Quartiere müssen auf den Herbst oder Winter verschoben werden und unbedingt mit den Naturschutzbehörden abgestimmt werden. Auch der Erhalt der traditionellen Ein-und Ausflugsöffnungen ist von existenzieller Bedeutung für die Großen Mausohren. Fledermäuse sind Gewohnheitstiere. Werden die alten Einflugsöffnungen verschlossen finden sie oft nicht mehr ins Quartier, auch wenn benachbart andere Öffnungen bereitgestellt werden.

Aus Angst vor Taubenplagen werden bei Sanierungen von Kirchen und anderen größeren Gebäuden leider oft die Dachböden und Türme mit Gittern vollständig verschlossen. Fledermäuse und typische Gebäudebrüter unter den Vögeln, etwa Mauersegler, haben dann kaum noch die Möglichkeit, Hohlräume für die Jungenaufzucht zu finden. Dabei gibt es durchaus Möglichkeiten, Tauben auszusperren, ohne alle Öffnungen hermetisch abzuschließen.

Natürlich spielt auch die Qualität des Jagdgebietes eine wichtige Rolle bei der Entwicklung der Wochenstuben. Mausohren jagen vorwiegend im Wald. Strukturreiche Wälder mit hohem Laubholzanteil, in denen viele Insekten als Beutetiere leben, werden bevorzugt.

Der Managementplan wurde von der Regierung von Oberfranken zusammen mit der Koordinationsstelle für Fledermausschutz Nordbayern und den Landratsämtern Bayreuth und Kulmbach erarbeitet.

Wissenswertes zur Managementplanung NATURA 2000:

Hintergrund zur Erstellung von Managementplänen ist die Verpflichtung aller Mitgliedsstaaten der Europäischen Union unter der Bezeichnung "NATURA 2000" ein europaweites Netz aus FFH- und Vogelschutzgebieten einzurichten und den günstigen Erhaltungszustand der Gebiete zu gewährleisten. Um dieses Ziel zu erreichen, werden gemeinsam mit allen Beteiligten vor Ort sog. Managementpläne erarbeitet. Der Managementplan ist Leitlinie staatlichen Handelns, er soll Klarheit und Planungssicherheit schaffen, hat jedoch keine rechtliche Bindungswirkung für die ausgeübte Nutzung durch die Grundeigentümer. Für private Grundeigentümer begründet der Managementplan daher keine unmittelbaren Verpflichtungen, die nicht schon durch das gesetzliche Verschlechterungsverbot vorgegeben werden.

Weitere Informationen zu NATURA 2000 unter der Adresse:

Für Rückfragen steht


Herr Andreas Niedling
Höhere Naturschutzbehörde
an der Regierung von Oberfranken
Tel.: 0921/604-1442
E-Mail: Andreas Niedling
gerne zur Verfügung.