Regierung von Oberfranken

Pressemitteilung-Nr.: 109/11
06.11.2014
PDF-Version (75 KB)

Energiewende in Brauereien (mit dem Energie-3-Sprung) - Informationsveranstaltung der Regierung von Oberfranken

Der Energieverbrauch von Brauereien ist produktionsbedingt hoch. Ständig muss bei der Bierherstellung erhitzt, gekocht, verdampft und gekühlt werden. Oftmals sind Anlagen veraltet oder überdimensioniert. Deshalb sind die Potenziale für die Energieeinsparung hier sehr groß.

Für die Regierung von Oberfranken ein wesentlicher Grund, dieses Thema aufzugreifen und insbesondere den kleineren Brauereien mit einer Informationsveranstaltung ihre Möglichkeiten zur Energieeinsparung näher zu bringen. Nicht zuletzt deshalb, weil Oberfranken das Bierland schlechthin ist mit einer Vielzahl -insgesamt etwa 200- an Brauereibetrieben und damit die höchste Brauereidichte der Welt besitzt, was Regierungspräsident Wilhelm Wenning in seiner Begrüßung herausstellte. Er erläuterte aber auch, dass es bei dem Thema vor allem darum gehe, die Energiekosten im Unternehmen nachhaltig zu senken. Wenning: "Angesichts steigender Energiekosten wird dies immer mehr zu einem Wirtschafts- und Wettbewerbsfaktor."

Die Informationsveranstaltung fand in Kooperation mit dem Private Brauereien Bayern e.V. und Bierland Oberfranken e.V. am 28. Oktober in der Regierung statt. Vertreter von rund 30 verschiedenen Brauereien hauptsächlich aus Ober- und Mittelfranken sowie zahlreiche Fachleute aus der Brauerei- und Energieberatungsbranche nahmen daran teil.

In seiner Funktion als Beauftragter der Staatsregierung für die Energiewende in Oberfranken machte Wenning deutlich, dass nach dem Energie-3-Sprung die Energievermeidung und die Steigerung der Energieeffizienz an erster Stelle stehen, um den Energiebedarf so weit zu senken, dass der Restbedarf in möglichst großem Umfang mit erneuerbaren Energien gedeckt werden kann.

Dr. Werner Gloßner, Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Privaten Brauereien in Bayern, hob in seinem Grußwort die Bedeutung der Energieeffizienz für den Brauprozess hervor und dankte der Regierung für die Initiative zu dieser Veranstaltung.

Die Referenten zeigten anhand von praktischen Beispielen, wie sich Energievermeidung und Energieeffizienz in Brauereien umsetzen lassen. Thomas Scheffold, Energieberater des Private Brauereien Bayern e.V., stellte das Thema umfassend dar und identifizierte zwei Verbrauchsschwerpunkte, an denen man vor allem ansetzen sollte: Im Hinblick auf den Wärmebedarf im Sudhaus und hinsichtlich des Strombedarfs bei der Kälteanlage. Die Braumeister Jörg Binkert (Kaspar Schulz e.K. bzw. Brauhaus Binkert), Stefan Pfister (Fa. Niedrig-Energie-Brauerei) und Franz Stolz (FS Industrielle Energieberatung) gingen in ihren Vorträgen detailliert auf Fragen der praktischen Umsetzung ein. Die Referenten bewiesen dabei nicht nur Leidenschaft für die energetische Optimierung des Brauprozesses, sondern, dass sie auch mit Herz und Seele Bierbrauer sind. Jörg Binkert brachte seine Lieblingsbeschäftigung auf den Punkt: "Andere gehen joggen, ich braue Bier!"

Es gibt eine Vielzahl an technischen Lösungen, die auch miteinander kombiniert werden können. Diese müssen auf die jeweilige Situation und Auslastung des Betriebs angepasst sein. Guter Rat kommt hier von einem neutralen Energieberater, der auch Orientierungshilfe leisten kann bei der Wahl geeigneter Förderprogramme.

Mittlerweile bestehen zahlreiche Förderprogramme, die die Umsetzung mit Zuschüssen und zinsverbilligten Darlehen erleichtern. Die Referenten der staatlichen Förderträger, Martin Wohlfart vom Innovations- und Technologiezentrum Bayern, Doris Herold von der Wirtschaftsförderung bei der Regierung von Oberfranken und Herbert Antes von der LfA-Förderbank Bayern konnten hierzu einen Überblick geben und hinterließen Kontaktadressen für Förderberatung und konkrete Ansprechpartner. Zum Abschluss der Veranstaltung stellte Michaela Gabler-Zapf von der AGO AG vor, wie der Einsatz bestimmter Systeme im Kälte- und Wärmebereich mit Hilfe von Förderprogrammen in der Praxis umgesetzt wurde.

Über die Vorträge hinaus bot die Veranstaltung auch Gelegenheit zum intensiven Erfahrungsaustausch der Brauereivertreter untereinander und mit den beteiligten Fachleuten.

Regierungspräsident Wilhelm Wenning

Regierungspräsident Wilhelm Wenning begrüßte die Teilnehmer
Format 2000x1000
(Foto: Wolfgang Traßl)

Gruppenfoto mit den Refernten

Abteilungsdirektor Thomas Engel (rechts) mit den Referenten (von links): Thomas Scheffold, Stefan Pfister, Herbert Antes, Martin Wohlfahrt, Franz Stolz, Alexander Wagner (Regierung von Oberfranken), Dr. Werner Gloßner, Jörg Binkert, Michaela Gabler-Zapf
Format 2000x1000
(Foto: Wolfgang Traßl)