Regierung von Oberfranken

Pressemitteilung-Nr.: 006/15
21.01.2015
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Regierung von Oberfranken erlässt Planfeststellungsbeschluss für den bayerischen Abschnitt der 'Thüringer Strombrücke'

Die Regierung von Oberfranken hat heute den Planfeststellungsbeschluss für den bayerischen Abschnitt der Höchstspannungsleitung Altenfeld-Redwitz a.d.Rodach erlassen. Der Neubau der 380/110 kV-Leitung von der bayerisch/thüringischen Landesgrenze bis Redwitz a.d.Rodach ist verbunden mit dem Rückbau der bestehenden 110 kV-Leitung im Bereich zwischen Dörfles-Esbach bis zum Umspannwerk Redwitz a.d.Rodach. Die Mitnahme der bestehenden 110 kV-Leitung Coburg-Redwitz a.d.Rodach erfolgt künftig auf dem Gestänge der 380 kV-Neubautrasse. Träger des Vorhabens ist der Höchstspannungsnetzbetreiber TenneT TSO GmbH.

Der Trassenverlauf der Neubauleitung beginnt im Bereich der Landesgrenze zu Thüringen etwa 200 Meter östlich der ICE-Neubau-strecke Ebensfeld-Erfurt in der Nähe des Froschgrundsees. Der Froschgrundsee wird auf der südöstlichen Seite der ICE-Frosch-grundbrücke parallel zu dieser gequert. Eine in den Planunterlagen enthaltene Alternative einer Führung der Leitung nordwestlich der ICE-Brücke und damit näher an Weißenbrunn vorm Wald ist nicht Gegenstand der Planfeststellung.

Danach verläuft die Leitung in südlicher Richtung zwischen dem Spitzberg und der Hohen Schwenge westlich an Oberwohlsbach und Unterwohlsbach vorbei. Sie führt weiter zwischen Dörfles-Esbach und Rödental parallel zur Bundesautobahn A 73 und zur ICE-Trasse. Die Parallelführung zur A 73 endet etwa auf der Höhe von Rohrbach. Dort schwenkt die Leitung in östliche Richtung ab und verläuft zunächst zwischen Oberfüllbach und Friesendorf und dann nördlich und östlich an Großgarnstadt vorbei. Anschließend quert sie den Sonnefelder Forst, die Bundesstraße B 303 zwischen Frohnlach und Sonnefeld sowie die Kreisstraße CO 11 zwischen Sonnefeld und Neuensorg. Zwischen Sonnefeld und Weidhausen erfolgt im weiteren Verlauf eine Parallelführung zur B 303. Östlich von Weidhausen schwenkt die Leitung wieder nach Süden ab und verläuft zwischen Marktzeuln und Marktgraitz bis zum Umspannwerk Redwitz a.d.Rodach.

Die planfestgestellte Leitung ist ein Teilabschnitt des im Energieleitungsausbaugesetz (EnLAG) aus dem Jahr 2009 aufgeführten Vorhabens "Neubau Höchstspannungsleitung Lauchstädt-Redwitz". Für die im EnLAG enthaltenen Vorhaben hat der Bundesgesetzgeber festgelegt, dass sie den Zielsetzungen des Energiewirtschaftsrechts entsprechen und für sie eine energiewirtschaftliche Notwendigkeit sowie ein vordringlicher Bedarf bestehen. Für die Planfeststellungsbehörde ist diese Festlegung verbindlich.

Die Planunterlagen lagen in der Zeit vom 17.09.2013 bis einschließlich 16.10.2013 jeweils nach ortsüblicher Bekanntmachung in den Rathäusern der betroffenen Städte und Gemeinden zur allgemeinen Einsicht öffentlich aus. Für nach der öffentlichen Auslegung erfolgte Planänderungen führte die Regierung zwischen Juni und Anfang Oktober 2014 ein schriftliches Anhörungsverfahren für alle von den Änderungen erstmals oder stärker als bisher in ihren Belangen Betroffenen durch. Außerdem wurden im Verfahren alle betroffenen Fachbehörden, die anerkannten Umweltvereinigungen sowie andere Versorgungsträger beteiligt.

Die Regierung von Oberfranken kam nach einer umfangreichen Prüfung der für den Leitungsbau maßgeblichen öffentlich-rechtlichen Rechtsvorschriften und der betroffenen öffentlichen und privaten Belange zu dem Ergebnis, dass das Leitungsbauvorhaben planfestzustellen ist. Der Planfeststellungsbeschluss enthält eine Vielzahl von Nebenbestimmungen, die sich z.B. auf den Natur- und Artenschutz, den Immissionsschutz, Belange der Land- und Forstwirtschaft und des Gewässer- und Bodenschutzes, auf Einzelheiten bei der Kreuzung von Verkehrswegen, zu beachtende Maßnahmen bei Kreuzungen mit anderen Leitungen und Versorgungseinrichtungen sowie die Bauausführung und die Inanspruchnahme privater Grundstücke beziehen.

Der Planfeststellungsbeschluss wird in den nächsten Wochen den durch den Leitungsbau unmittelbar Betroffenen zugestellt und in den Rathäusern der betroffenen Städte und Gemeinden (Stadt Coburg, Stadt Rödental, Gemeinde Dörfles-Esbach, Gemeinde Ebersdorf b. Coburg, Gemeinde Grub a.Forst, Gemeinde Sonnefeld, Gemeinde Weidhausen bei Coburg, Markt Marktgraitz, Gemeinde Michelau i.OFr., Markt Marktzeuln, Gemeinde Ahorn sowie Gemeinde Redwitz a.d.Rodach) öffentlich ausgelegt werden.

Außerdem wird er demnächst auf der Internetseite der Regierung von Oberfranken parallel zur öffentlichen Auslegung in den Gemeinden unter dem Link www.reg-ofr.de/ear eingestellt werden.