Regierung von Oberfranken

Pressemitteilung-Nr.: 059/15
02.06.2015
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Regierung von Oberfranken erlässt Planfeststellungsbeschluss für die Spannungsumstellung der Hochspannungsfreileitung von Redwitz a.d.Rodach bis zur Regierungsbezirksgrenze Ober-/Unterfranken

Die Regierung von Oberfranken hat den Planfeststellungsbeschluss für die Umstellung des 220 kV-Stromkreises der Hochspannungsfreileitung vom Umspannwerk Redwitz a.d.Rodach (Landkreis Lichtenfels) bis zur Regierungsbezirksgrenze Ober-/Unterfranken bei Staffelbach (Gemeinde Oberhaid, Landkreis Bamberg) erlassen.

Diese Leitung wurde bereits im Jahr 1991 errichtet und wird von der TenneT TSO GmbH betrieben. Sie verläuft vom Umspannwerk Grafenrheinfeld (Regierungsbezirk Unterfranken) über das Umspannwerk Würgau (Landkreis Bamberg) bis zum Umspannwerk Redwitz a.d.Rodach. Zwischen Grafenrheinfeld und Würgau wird die Leitung bisher mit einem 380 kV- und einem 220 kV-Stromkreis betrieben, wobei streckenweise auch 110 kV-Leitungssysteme der Bayernwerk AG auf dem Gestänge der Leitung mitgeführt werden. Zwischen Würgau und Redwitz a.d.Rodach wird die Leitung bisher mit drei 380 kV-Stromkreisen und einem 220 kV-Stromkreis betrieben. Bautechnisch war die Hochspannungsleitung bereits 1991 vollständig auf den Betrieb nur mit 380 kV-Stromkreisen ausgelegt und errichtet worden. Gegenstand der jetzigen Planfeststellung ist die Planung der TenneT TSO GmbH, den bisherigen 220 kV-Stromkreis künftig mit 380 kV zu betreiben.

Das Vorhaben ist ein Teil der Höchstspannungsverbindung zwischen Halle/Saale und Schweinfurt. Im Gegensatz zu dem Neubau der "Thüringer Strombrücke", für dessen oberfränkischen Abschnitt zwischen der Landesgrenze Thüringen/Bayern im Bereich des Froschgrundsees (Stadt Rödental, Landkreis Coburg) und dem Umspannwerk Redwitz a.d.Rodach die Regierung von Oberfranken am 21. Januar 2015 den Planfeststellungsbeschluss erließ, handelt es sich bei dem nunmehr planfestgestellten Vorhaben um eine Maßnahme an einer bestehenden Leitung.

Baumaßnahmen finden nur an Umspannwerken Würgau und Redwitz a.d.Rodach statt. Beim Umspannwerk Würgau werden Leiterseile auf bestehenden Masten neu verlegt. Am Umspannwerk Redwitz a.d.Rodach werden neben der Verlegung von Leiterseilen zwei bestehende Maste ersatzlos zurückgebaut. Neue Masten werden nicht errichtet. In Summe werden an den beiden Umspannwerken ca. 1.830 Meter Leiterseile abgebaut und dafür ca. 1.710 Meter neue Leiterseile aufgelegt.

Das planfestgestellte Vorhaben ist ein Teilabschnitt des im Energieleitungsausbaugesetz (EnLAG) aus dem Jahr 2009 aufgeführten Vorhabens "Umrüstung der Höchstspannungsleitung Redwitz-Grafenrheinfeld von 220 kV auf 380 kV (als Teil der Verbindung Halle/Saale-Schweinfurt)". Für die im EnLAG enthaltenen Vorhaben hat der Bundesgesetzgeber festgelegt, dass sie den Zielsetzungen des Energiewirtschaftsrechts entsprechen und für sie eine energiewirtschaftliche Notwendigkeit sowie ein vordringlicher Bedarf bestehen. Für die Planfeststellungsbehörde ist diese Festlegung verbindlich.

Die Regierung von Oberfranken kam nach einer umfangreichen Prüfung der für den Leitungsbau maßgeblichen öffentlich-rechtlichen Vorschriften und der betroffenen öffentlichen und privaten Belange zu dem Ergebnis, dass das Leitungsvorhaben planfestzustellen ist. Der Beschluss enthält im Zusammenhang mit den vorgesehenen Baumaßnahmen eine Reihe von Nebenbestimmungen, die sich z.B. auf den Natur- und Artenschutz, den Bodenschutz, den Bodendenkmalschutz sowie die Bauausführung und Informationspflichten der Vorhabenträgerin beziehen.

Der Planfeststellungsbeschluss wird in den nächsten Wochen den durch den Leitungsbau unmittelbar Betroffenen zugestellt und in den Rathäusern der betroffenen Städte und Gemeinden (Gemeinde Oberhaid, Gemeinde Viereth-Trunstadt, Stadt Hallstadt, Gemeinde Gundelsheim, Gemeinde Memmelsdorf, Stadt Scheßlitz, Gemeinde Stadelhofen, Gemeinde Wattendorf, Stadt Lichtenfels, Stadt Weismain, Gemeinde Hochstadt a.Main, Markt Marktzeuln, Gemeinde Redwitz a.d.Rodach) nach vorheriger ortsüblicher Bekanntmachung öffentlich ausgelegt werden.

Außerdem wird er ab 16.07.2015 auf der Internetseite der Regierung von Oberfranken parallel zur öffentlichen Auslegung in den Gemeinden unter dem Link www.reg-ofr.de/eru eingestellt werden.