Regierung von Oberfranken

Pressemitteilung-Nr.: 055/16
12.05.2016
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Bioenergie-Heilbad und energetischer Klärschlamm als best-practice-Beispiele; Finanzierung und Förderung kommunaler Energieprojekte

Wie können die Kommunen die Energiewende schaffen? Damit beschäftigte sich die Veranstaltungsreihe "Klimaschutz und Energiewende in Kommunen" des Bayerischen Landesamtes für Umwelt (LfU) und der Regierung von Oberfranken. Waren bisher das Energiemanagement in kommunalen Liegenschaften, die Umsetzung von Energiekonzepten und die nachhaltige Wärmeversorgung die Themen, ging es zum Abschluss darum, wie kommunale Energieprojekte finanziert werden können und welche Förderprogramme es zurzeit gibt.

Abteilungsdirektor Thomas Engel von der Regierung von Oberfranken konnte über 100 Bürgermeisterinnen und Bürgermeister sowie Verwaltungsmitarbeiter aus oberfränkischen Kommunen begrüßen. "Das zeigt, dass erfreulich viele Kommunen Interesse haben, die Energiewende vor Ort anzupacken." Die Frage der Finanzierung und der Wirtschaftlichkeit von Energieprojekten sei eine ganz entscheidende – insbesondere vor dem Hintergrund knapper Haushaltskassen und Personalressourcen, so der Leiter der Wirtschaftsabteilung.

Anhand zweier Praxisbeispiele aus Oberfranken erfuhren die Teilnehmer, wie Energieprojekte auch wirtschaftlich erfolgreich umgesetzt werden können. Peter Berek, Erster Bürgermeister von Bad Alexandersbad, veranschaulichte, wie seine Gemeinde Energieeffizienz und die Nutzung erneuerbarer Energien als zentrales Element der Gemeindeentwicklung nutzt, um die Zukunftsfähigkeit des kleinsten bayerischen Heilbads zu sichern. Das bayernweit einzige Bioenergie-Heilbad schöpft seine Energie aus Hackschnitzel und Biogas. Darüber hinaus bringt die Umstellung der gesamten Straßenbeleuchtung auf LED eine jährliche Einsparung und Entlastung der Haushaltskasse von über 20.000 Euro. Michael Eckardt, Geschäftsführer der Stadtwerke Rödental, stellte vor, wie bei der Abwasserbehandlung nicht nur Energie eingespart, sondern auch regenerativ Energie erzeugt wird. Durch mechanische Entwässerung und solare Trocknung werden dem Klärschlamm 970 Tonnen Wasser pro Jahr entzogen. Dieses muss nicht energieaufwändig entsorgt werden. Zudem entsteht aus dem getrockneten Klärschlamm ein Energieträger, der sogar ähnliche Stoffwerte wie Braunkohle aufweist und als hochwertiger Brennstoff vermarktet werden kann. Zwei Mikrogasturbinen erzeugen aus dem entstehenden Faulgas in Kraft-Wärme-Kopplung Strom für den Betrieb der Kläranlage und Wärme, die für den Faulbehälter verwendet wird. Auch die Energie des Filtratwassers aus dem Faulturm wird ausgenutzt und mittels einer Wärmepumpe dem Prozess zurückgeführt.

Doch wie können solche Vorzeigeprojekte gelingen? Leitender Regierungsdirektor Armin Helbig, zuständig für kommunale Angelegenheiten bei der Regierung von Oberfranken, gab den Teilnehmern praktische Tipps zu Förderverfahren mit auf den Weg. Armin Thoma von der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung und Rechtspflege in Hof komplettierte mit der Vorstellung der rechtlichen und ökonomischen Rahmenbedingungen für kommunale Finanzierungen die Empfehlungen. Alexander Wagner, Energiekoordinator an der Regierung von Oberfranken, betonte, dass die Regierung von Oberfranken Kommunen ihre Unterstützung als Erstansprechpartner in Sachen Energiewende anbiete und sich als Lotse zu den passenden Fachleuten im Beraternetzwerk der staatlichen Verwaltung verstehe.

Neben den Vorträgen beinhaltete jede Dialogveranstaltung auch einen interaktiven Teil, diesmal das "Marktgeschehen". An zahlreichen Infoständen konnten sich die Teilnehmer vor Ort von Fachleuten ausgewählter Institutionen, zum Beispiel der LfA Förderbank Bayern, der KfW, dem Amt für ländliche Entwicklung sowie anderen staatlichen Förderstellen, beraten lassen und Kontakte knüpfen. Auch die Regierung von Oberfranken wirkte am Marktgeschehen mit und hatte die Förderprogramme "Nachhaltige Stromerzeugung durch Kommunen und Bürgeranlagen" ("NaStromE-För"), "KlimR" – ein Förderprogramm für Klimaschutzmaßnahmen von Kommunen und anderen Körperschaften des öffentlichen Rechts, sowie die Städtebau- und Wohnraumförderung im Angebot.

Die Veranstaltungsreihe wurde in allen Regierungsbezirken mit Förderung des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie durchgeführt. Die Dokumentation dieser Veranstaltung wird in Kürze unter http://www.lfu.bayern.de/umweltkommunal/index.htm veröffentlicht. Die Dokumentationen der vorangegangenen Veranstaltungen sind dort bereits abrufbar.