Regierung von Oberfranken

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Pressemitteilung-Nr.: 090/17
11.09.2017
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Lehrerversorgung, Schülerzahlen, Integration: Faktencheck zum Schuljahresbeginn in Oberfranken

Wie ist Oberfranken zum Start in das neue Schuljahr 2017/2018 im Bereich der Grund- und Mittelschulen, der Berufsschulen und der Förderschulen aufgestellt? Die Regierung von Oberfranken informiert über die wichtigsten Zahlen und Daten.

Schülerzahlen

Die Schülerzahlen haben sich oberfrankenweit insgesamt stabilisiert.

Der seit 2014 zu verzeichnende stetige Anstieg der Schülerzahlen in der Grundschule setzt sich fort. Die Gesamtzahl der Grundschüler steigt um 1,23 Prozent auf 33.435 (Vorjahr 33.026). In der ersten Jahrgangsstufe ist der Anstieg auf 8.293 Schüler (Vorjahr 8.160) mit 1,63 Prozent dabei erfreulicherweise noch etwas größer. Nach dem Zuwachs im letzten Schuljahr von rund 0,64 Prozent, müssen die Mittelschulen allerdings im kommenden Schuljahr einen Schülerrückgang von minus 433 Schülerinnen und Schülern verzeichnen, was einem Rückgang von 2,64 Prozent auf 15.975 Schülerinnen und Schüler entspricht. Die Schülerzahlen an Förderschulen sind bereits seit mehreren Jahren konstant. An den 17 Berufsschulen in Oberfranken werden mehr als 20.000 Schülerinnen und Schüler in über 160 Berufen ausgebildet. Die genauen Schülerzahlen können erst im Oktober ermittelt werden, weil bis dahin noch viele Ausbildungsverträge geschlossen werden. Bereits im Schuljahr 2016/2017 waren die Zahlen aber insgesamt spürbar angestiegen. Hauptsächlicher Grund hierfür sind die Zugänge von Flüchtlingen und Asylbewerbern an den Berufsschulen. Die Schülerzahlen in den einzelnen Berufen entwickeln sich recht unterschiedlich. Durch konsequenten Abbau von Minderklassen ist es gelungen, die Profilierung der einzelnen Berufsschulen soweit zu entwickeln, dass alle Schulorte gesichert sind. Die Berufsschulen decken das gesamte Spektrum der 14 möglichen Berufsfelder von "Agrarwirtschaft" bis "Wirtschaft und Verwaltung" ab. Hinzu kommen weitere Einzelberufe sowie Aus- und Weiterbildungsgänge an beruflichen Vollzeitschulen. Mit diesem wohnort- und ausbildungsplatznahen Angebot leistet das berufliche Bildungswesen in Kooperation mit den Ausbildungsbetrieben einen wesentlichen Beitrag zur Stärke der Bildungs- und Wirtschaftsregion Oberfranken.

Lehrkräfteversorgung

Die Entwicklung der Lehrkräfteversorgung an den oberfränkischen Grund- und Mittelschulen für das kommende Schuljahr ist positiv. Der Bedarf an Lehrkräften ergibt sich aus den Schülerzahlen und den notwendigen Unterrichtsangeboten, z.B. Zusatzstundenbedarf für den ganztägigen Unterricht. Im Rahmen der bedarfsgerechten Versorgung konnte durch die Neueinstellung von Lehrkräften sowie durch Versetzungen der Bedarf in Oberfranken komplett abgedeckt werden. Besonders hervorzuheben ist, dass dabei 221 Lehrkräfte auf eigenen Wunsch aus anderen Regierungsbezirken nach Oberfranken versetzt werden konnten. Das sind viermal so viele wie im Vorjahr (55). Die größte Gruppe mit 106 Lehrkräften kommt dabei aus Oberbayern (Vorjahr 22).

Das Kultusministerium ermöglicht Bewerberinnen und Bewerbern mit der Befähigung für das Lehramt Gymnasium oder das Lehramt Realschule, sich im Rahmen einer Zweitqualifikation für die Mittelschule oder die Förderschule fortzubilden und im Anschluss an diese als Lehrer in der jeweiligen Schulart beschäftigt zu werden.

Zum neuen Schuljahr 2017/2018 haben die ersten Lehrkräfte diese Zweitqualifikation für die Mittelschule abgeschlossen. Alle 17 Interessentinnen und Interessenten, die in Oberfranken ausgebildet wurden, haben die Maßnahme erfolgreich absolviert und wurden eingestellt. Ab dem Schuljahr 2017/2018 wurde die Sondermaßnahme erweitert, so dass auch eine Zweitqualifikation für das Lehramt an Grundschulen möglich ist. Derzeit sind 73 Interessentinnen und Interessenten an oberfränkischen Grund-und Mittelschulen eingeplant.

Aufgrund dieser Maßnahmen ist es auch möglich, die mobile Reserve, d.h. Lehrkräfte, die z.B. bei Erkrankungen als Ersatz den Unterricht übernehmen, in vollem Umfang von 147 Vollzeitlehrkräften bereit zu stellen.

Mit dem Abschluss einer sonderpädagogischen Zusatzqualifizierung Sonderpädagogik erhielten im neuen Schuljahr auch acht Lehrkräfte eine Planstelle im Förderschulbereich und die Möglichkeit, in Oberfranken heimatnah eingesetzt zu werden. Das gleiche gilt für die elf Realschul- und Gymnasiallehrkräfte, die den zweiten Teil ihrer Zweitqualifikation im Beamtenverhältnis auf Probe fortsetzen können. Mit der sonderpädagogischen Zweitqualifikation wird auch im Schuljahr 2017/2018 in Zusammenarbeit mit den Universitäten Würzburg und München die laufende Qualifikationsinitiative erfolgreich ausgebaut und weitergeführt.

Die Lehrerversorgung an den beruflichen Schulen muss nach Berufsfeldern differenziert betrachtet werden. In den Fachrichtungen Agrarwirtschaft, Elektrotechnik, Ernährung, Gesundheits- und Pflegewissenschaft, Sozialpädagogik sowie Wirtschaft und Verwaltung ist der Bedarf an den Schulen ausreichend gedeckt. Jedoch spüren die beruflichen Schulen in den Bereichen Metall- und Bautechnik den in Teilen des Arbeitsmarktes herrschenden Fachkräftemangel auch bei der Lehrergewinnung, so dass hier nicht alle zur Verfügung stehenden Planstellen besetzt werden konnten.

Integration

An den oberfränkischen Grund- und Mittelschulen sind zu Schuljahresbeginn 45 Übergangsklassen eingerichtet, in denen Kinder und Jugendliche, die als Flüchtlinge oder Asylbewerber nach Oberfranken gekommen sind intensiv auf den regulären Schulbetrieb vorbereitet werden.

Ergänzend zum Unterricht fördern Drittkräfte den Spracherwerb und die Integration. Bis jetzt wurden allein 76 Maßnahmen an den Grund- und Mittelschulen genehmigt. Zum Vergleich: im gesamten vorigen Schuljahr waren es 51. Sie unterstützen bedarfsgerecht die im Rahmen des Unterrichts angebotene Sprachförderung vor allem durch zusätzliche Sprach- und Alphabetisierungskurse. Zudem führen sie Maßnahmen und Projekte durch, die Werte und Sozialkompetenz vermitteln und die Prävention gegen Radikalisierung erleichtern.

Bereits seit 2013 werden in Oberfranken berufsschulpflichtige Flüchtlinge und Asylbewerber in besonderen Berufsintegrationsklassen auf ihr Leben in ihrer neuen Heimat vorbereitet. Nach einem Start mit anfänglich zwei Klassen wurde das Angebot nunmehr auf über 70 Klas¬sen erweitert. Damit steht grundsätzlich jedem berufsschulpflichtigen Flüchtling und Asylbewerber ein Beschulungsangebot in Oberfranken zur Verfügung. Das Ziel der Beschulung ist es, den Schülerinnen und Schülern eine Perspektive hin zu einer beruflichen Ausbildung zu eröffnen. Das Hauptaugenmerk liegt auch hier im Bereich der Sprachförderung, welche den Grundstein für eine gute Integration in die Gesellschaft zum einen und eine Erhöhung der Chancen auf dem Arbeits- und Ausbildungsmarkt zum anderen legt. So wurde in diesem Schuljahr ein besonderer Lehrplan implementiert, der den Erwerb grundlegender Kompetenzen unterstützen soll. Der Erwerb der deutschen Sprache findet im Sinne eines handlungsorientierten Sprachunterrichts bzw. sprachsensiblen Fachunterrichts statt. Aber auch Wertebildung und kulturelle Bildung sind weitere Querschnittaufgaben des Unterrichts.

Schulbau

Die oberfränkischen Schulen entsprechen einem guten Standard. Die Träger des Schulaufwandes -meist Kommunen- sind sich der hohen Bedeutung von Bildung und ihrer Verantwortung für das Schulwesen bewusst und leisten -mit hoher finanzieller Förderung des Freistaats Bayern- erhebliche Anstrengungen bei der Investition in die Schulinfrastruktur. Gerade neue oder in neuer Zeit umfassend sanierte Schulen sind absolut auf der Höhe der Zeit, etwa was Digitalisierung angeht.

Im Kommunalinvestitionsprogramm des Bundes wurden im Frühjahr 2016 in Oberfranken 50 Schulen in finanzschwachen Kommunen ausgewählt, um dort mit einem Volumen von rund 28 Millionen Euro energetische Maßnahmen und Maßnahmen zur Barrierefreiheit zu fördern. Nun steht eine Erweiterung dieses Programms in den Startlöchern: Mit dem Kommunalinvestitionsprogramm Schulinfrastruktur können ab nächstem Jahr weiter Kommunen für umfassende Sanierungen, Umbauten, Erweiterungen und Ersatzneubauten mit einem Fördersatz von 90 Prozent unterstützt werden.

Betreuungsangebote

Eine große, steigende Nachfrage verzeichnet die Regierung von Oberfranken nach offenen Ganztagsangeboten an den Grundschulen. Die Anzahl der Gruppen steigt auf 295 (Vorjahr 171). Dies entspricht einem Plus von 72,5 Prozent. In der Mittelschule ging die Anzahl von 133 auf 126 Gruppen leicht zurück.

Alle bislang vorliegenden Anträge der Städte und Gemeinden konnten genehmigt werden, so dass der Ausbau von Betreuungsangeboten entsprechend den Wünschen vieler Eltern weiter voranschreitet.

Ein Ganztagsangebot können mittlerweile alle oberfränkischen Förderzentren vorweisen. Das Ziel der Bayerischen Staatsregierung, die Ganztagsangebote in allen Schularten weiter auszubauen, wird damit auch im nun beginnenden Schuljahr wieder erreicht.

Inklusion

Inklusive Arbeit hat einen hohen Stellenwert in allen Schularten. Mittlerweile 16 Grund- und Mittelschulen, zwei Förderzentren eine Berufsschule und eine Berufsschule zur sonderpädagogischen Förderung in Oberfranken haben das Schulprofil Inklusion. Mehr als 100 Schülerinnen und Schüler werden im Rahmen einer Einzelinklusion beschult. Die Förderzentren in ganz Oberfranken unterstützen durch den mobilen sonderpädagogischen Dienst (MSD) die Lehrkräfte der anderen Schularten, vor allem an Grund- und Mittelschulen, bei dieser Aufgabe. Hierfür stehen 2.240 Lehrerstunden von Sonderpädagoginnen und -pädagogen zur Verfügung. Das bedeutet eine Steigerung von 3,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Weitere Daten, Zahlen und Informationen können der beigefügten Übersicht zur Situation an den oberfränkischen Grundschulen, Mittelschulen, Förderschulen und beruflichen Schulen im Schuljahr 2017/2018 entnommen werden.