Regierung von Oberfranken

Boden - Altlasten / Bodenschutz

Was sind Altlasten?

Nach dem Bundesbodenschutzgesetz (BBodSchG) sind Altlasten entweder Altablagerungen oder Altstandorte:

Wie brisant ist die Altlastenproblematik?

Bereits der Verdacht, ein Grundstück könnte mit einer Altlast belastet sein, reicht aus, Bürger zu verunsichern, Planungen zu stoppen und Investoren abzuschrecken. Um hier Klarheit zu schaffen, werden altlastenverdächtige Flächen in Bayern seit Beginn der 70er-Jahre erfasst. Die vorliegenden Daten werden dann vom Bayerischen Landesamt für Umwelt im sog. Altlastenkataster gesammelt und die entsprechenden Flächen nach ihrer Gefährlichkeit klassifiziert.

Zum Stichtag 31.03.2002 waren für die Gesamtfläche Bayerns etwa 14.233 Altlastenverdachtsflächen registriert.

Ziele der Altlastenbewältigung sind,

Die Bewältigung der Altlastenproblematik dient allerdings nicht nur dem Umweltschutz. Durch die Beseitigung von Altlasten werden auch

Welche Bedeutung hat daneben der allgemeine Bodenschutz?

Bodenschutz und Altlastenproblematik sind eng miteinander verbunden. Dies schon deshalb, weil Altlasten sich im Bereich des Bodens befinden. Dennoch hat der allgemeine Bodenschutz daneben auch eine eigenständige Relevanz, insbesondere seit Inkrafttreten des BBodSchG zum 01.03.1999.

Durch dieses wird das Medium Boden neben Wasser und Luft als schützenswertes Gut anerkannt. Praktische Auswirkungen hat dies v.a. bei der Frage, welche Materialien sich zur Aufbringung auf den Boden, z.B. im Rahmen von Rekultivierungsvorhaben, eignen.

Zuständigkeiten

Kreisverwaltungsbehörden

Regierung von Oberfranken

Die dargestellte Zuständigkeitsabgrenzung setzt die exakte Kenntnis der Kriterien (Stilllegungszeitpunkt, Volumen, Verfüllmaterial) voraus. Falls bei einer konkreten Altablagerung diesbezügliche Unsicherheiten bestehen ist das Bayerische Landesamt für Umwelt Ansprechpartner.

Die Altlasten und Altlastverdachtsflächen sind bayernweit in einer für Behörden vollständig und aus Datenschutzgründen für die Öffentlichkeit eingeschränkt zugänglichen Datenbank gespeichert.

Zugang für interessierte Gäste über Internet-Explorer:

https://www.abudis.bayern.de/

User-ID und Passwort: gast

Bitte beachten, dass das Setzen von Cookies und Javascript aktiviert und ein aktuelles Java-Paket installiert sein muss.

Altlasten in Oberfranken

Mengenmäßig am häufigsten sind in Oberfranken Altdeponien, üblicherweise betrieben durch die Gemeinden, da es vor der Einführung einer geordneten Abfallentsorgung üblich war, dass jeder Ort seine eigene Siedlungsabfalldeponie ("Hausmülldeponie") hatte. Von insgesamt 1973 Altlasten in Oberfranken zum Stichtag 12.10.2009 sind 1280 Flächen ehemalige Deponien, der Rest teilt sich in ehemalige Betriebsstandorte, Rüstungsaltlasten, Ölunfälle usw. auf.

Zum Stichtag 12.10.2009 ist die Regierung von Oberfranken für insgesamt 74 entsprechende Deponien zuständig. Derzeit befinden sich drei dieser Deponien im letzten Stadium vor der Entlassung. Weitere 40 Deponien sind in laufender Bearbeitung, das heißt, es werden Gutachten erstellt oder Fachbehörden sind mit der Beurteilung des Falles beschäftigt.

Das Ziel der Bearbeitung durch die Regierung von Oberfranken ist, gemeinsam mit den Fachbehörden (in erster Linie Wasserwirtschaftsämter, Landesamt für Umwelt, ggf. Landwirtschaftsämter und Gesundheitsabteilungen der Landratsämter) und mit dem ehemaligen Betreiber Möglichkeiten einer dauerhaften Sicherung bzw. Sanierung der Deponie zu finden, so dass abschließend eine formelle Entlassung aus der Verpflichtung der Nachsorge erfolgen kann.

Hierbei muss geprüft werden, ob über die bekannten Schadstoffpfade eine Beeinträchtigung von Gewässern (Oberflächengewässer und Grundwasser), eine direkte Beeinflussung des Menschen (z.B. durch Ausgasungen oder Schadstoffverwehungen) bzw. eine indirekte Beeinflussung des Menschen (beispielsweise durch Aufnahme von Schadstoffen über Lebensmittel, welche durch die Deponie nachteilig beeinflusst wurden) gegeben ist.

Der Freistaat Bayern hat sich die Aufgabe gestellt, die Aufarbeitung der Altlasten bis 2020 abzuschließen.

Ansprechpartner

Lothar Adam
Sachgebiet 50
Tel.: 0921/604-1714
Fax: 0921/604-4714
E-Mail: Lothar Adam
Dr. Ute Zettl
Sachgebiet 50
Tel.: 0921/604-1438
Fax: 0921/604-4438
E-Mail: Ute Zettl

Weiterführende Seiten