Regierung von Oberfranken

Umstellung eines 220 kV-Stromkreises der Höchstspannungsleitung Redwitz a.d.Rodach - Regierungsbezirksgrenze Ober-/Unterfranken auf 380 kV

Gegenstand des Verfahrens

Im Rahmen des vorgesehenen Ausbaus der Energienetze wird ein 220 kV-Stromkreis der bereits seit mehr als 20 Jahren bestehenden Höchstspannungsleitung zwischen dem Umspannwerk Redwitz a.d.Rodach in Oberfranken und dem Umspannwerk Bergrheinfeld in der Nähe von Grafenrheinfeld in Unterfranken auf 380 kV umgestellt. Diese Änderung der Betriebsweise ist planfeststellungspflichtig.

Die Leitungen sind technisch bereits für den Betrieb mit zwei bzw. vier 380 kV-Systemen ausgelegt. Bauliche Veränderungen sind daher - abgesehen von kleineren Baumaßnahmen im Bereich der Leitungseinführungen in die Umspannwerke Würgau und Redwitz a.d.Rodach - nicht vorgesehen.

Der etwas mehr als 51 Kilometer lange oberfränkische Leitungsabschnitt zwischen Redwitz a.d.Rodach und Staffelbach bei Oberhaid ist Teil der bundesweiten Netzplanung zur Ertüchtigung des Stromübertragungsnetzes. Die Leitung ist die Verlängerung der auch unter dem Begriff "Thüringer Strombrücke" bekannten 380 kV-Neubaumaßnahme zwischen Bad Lauchstädt (Sachsen-Anhalt) und Redwitz (Bayern) nach Grafenrheinfeld. Die Kapazitätserweiterung der Leitung ist für die Stromversorgung des süddeutschen Raums nach Abschaltung des Kernkraftwerkes Grafenrheinfeld Ende 2015 vorgesehen.

Das für die Zulassung des Vorhabens erforderliche Planfeststellungsverfahren ist mit Einreichung des Planfeststellungsantrages mit Schreiben vom 30.09.2013 durch die Übertragungsnetzbetreiberin, die TenneT TSO GmbH, eingeleitet worden. Nach Prüfung der Antragsunterlagen durch die Regierung als zuständiger Planfeststellungsbehörde wurde das Planfeststellungsverfahren eröffnet. Das Anhörungsverfahren mit breiter Öffentlichkeitsbeteiligung wurde durch die Auslegung der Planunterlagen nach ortsüblicher Bekanntmachung in den betroffenen Gemeinden am 05.12.2013 abgeschlossen. Daneben wurden die so genannten Träger öffentlicher Belange am Verfahren beteiligt und zur Stellungnahme aufgefordert.

Es sind 35 Einwendungen von Privatpersonen und 40 Äußerungen von Trägern öffentlicher Belange bei der Regierung eingegangen. Diese Stellungnahmen und Einwendungen wurden unter Berücksichtigung der Erwiderungen der Vorhabenträgerin dazu detailliert geprüft und bearbeitet.

Die Regierung von Oberfranken kam nach Prüfung der für das Vorhaben maßgeblichen öffentlich-rechtlichen Rechtsvorschriften und der betroffenen öffentlichen und privaten Belange zu dem Ergebnis, dass das Vorhaben unter Auflagen planfestzustellen ist. Am 29.05.2015 hat die Regierung von Oberfranken den Planfeststellungsbeschluss erlassen und der Vorhabenträgerin, der TenneT TSO GmbH, am 02.06.2015 ausgehändigt. Der Planfeststellungsbeschluss enthält Nebenbestimmungen, die sich z.B. auf Informationspflichten, auf die Bauausführung und Grundinanspruchnahme, auf den Natur- und Artenschutz sowie den Gewässer- und Bodenschutz beziehen. Die festgesetzten Nebenbestimmungen greifen die Forderungen aus Einwendungen und Stellungnahmen auf und tragen diesen Rechnung.

Der Planfeststellungsbeschluss wurde der Vorhabenträgerin und denjenigen, über deren Einwendungen entschieden worden ist, zugestellt. Der Planfeststellungsbeschluss wird zudem zusammen mit einer Ausfertigung des festgestellten Plans in den Rathäusern der betroffenen Städte und Gemeinden (Gemeinde Redwitz a.d.Rodach, Markt Marktzeuln, Gemeinde Hochstadt a.Main, Städte Weismain und Lichtenfels, Gemeinden Wattendorf und Stadelhofen, Stadt Scheßlitz, Gemeinden Memmelsdorf und Gundelsheim, Stadt Hallstadt und den Gemeinden Viereth-Trunstadt und Oberhaid) in der Zeit vom 16.07.2015 bis 29.07.2015 öffentlich ausgelegt werden.

(Stand: 02.06.2015)

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