
Mit dem Hochwasserrisikomanagement-Plan Main, der am 20.12.2010 veröffentlicht wurde, ist ein neues Instrument geschaffen worden, das verantwortlichen Stellen und Betroffenen eine Hilfestellung gibt, Risiken zu erkennen und zielgerichtet Maßnahmen vorzusehen.
Im Zuge der Umsetzung der Europäischen Hochwasserrisikomanagement-Richtlinie wurden im bayerischen Maineinzugsgebiet, also in Unter-, Mittel- und Oberfranken und im Randbereich der Oberpfalz rund 2.000 Kilometer Gewässerstrecke in 340 Kommunen mit signifikantem Hochwasserrisiko identifiziert. Für diese Risikogewässer bietet der Managementplan Main Hochwassergefahren- und Hochwasserrisikokarten, eine zahlenmäßige Auswertung der Risikokarten sowie Maßnahmenschwerpunkte, die in Zusammenarbeit mit den betroffenen Städten und Gemeinden ausgewählt wurden.
Der Managementplan betrachtet sowohl ein Hochwasser mit mittlerer Eintretenswahrscheinlichkeit - das hundertjährliche Hochwasser, als auch ein noch extremeres, seltenes Hochwasserereignis. Gefahrenkarten zeigen neben der Ausbreitung der Überflutungen auch die Wassertiefen. Die Risikokarten beinhalten die Betroffenheit von Einwohnern und von verschiedenen Flächennutzungen. In einem Beiblatt zur Risikokarte sind die Betroffenheiten übersichtlich zusammengefasst.
Im Fokus des Managementplans steht dabei - ganz im Sinne der Richtlinie - die Hochwasservorsorge. Bereits mit einfachen Maßnahmen kann dem Hochwasserrisiko wirksam begegnet und können Schäden verringert werden, z.B. durch das Bereitstellen von Informationen, die Bewusstseinsbildung über die Hochwasserrisiken, die rechtzeitige Vorbereitung auf den Hochwasserfall oder Schutzmaßnahmen an einzelnen Objekten (z.B. druckdichte Fenster- und Türverschlüsse, Vorhalten von Sandsäcken). Die Umsetzung zweckmäßiger Maßnahmen liegt dabei im jeweiligen Verantwortungsbereich der zuständigen Stellen bzw. auch der von Hochwasser betroffenen Bürgerinnen und Bürger.
Der Hochwasserrisikomanagement-Plan Main wurde unter der Federführung der Regierung von Unterfranken von August 2009 bis Dezember 2010 erarbeitet. Das Bayerische Staatsministerium stellte dafür eine Million Euro bereit. Die Bearbeitung erfolgte unter enger Einbindung der Regierungen von Ober- und Mittelfranken, der Wasserwirtschaftsämter Hof, Kronach, Aschaffenburg, Bad Kissingen, Nürnberg und Ansbach sowie unter Einbeziehung der betroffenen Städte und Gemeinden. Das Büro BGS aus Darmstadt wurde mit der fachlichen Unterstützung und der Erstellung aller Elemente des Managementplans beauftragt. Der Managementplan ist deutschlandweit der erste seiner Art für ein gesamtes, großes Flusseinzugsgebiet.
Sie finden den Hochwasserrisikomanagement-Plan Main im Internet unter
Stand
20.12.2010