Regierung von Oberfranken

Wassergefährdende Stoffe

Definition

Viele Stoffe des täglichen Gebrauchs können, wenn sie mit Wasser in Berührung kommen, dessen Eigenschaften nachteilig und auch nachhaltig verändern. Dazu gehören beispielsweise Heizöl, Benzin, Lackfarben und Pflanzenschutzmittel. Von solchen wassergefährdenden Stoffen können erhebliche Gefahren für die Oberflächengewässer, das Grundwasser und somit auch für das Trinkwasser als unser wichtigstes Lebensmittel ausgehen. Sollte ein wassergefährdender Stoff den Boden oder das Grundwasser verunreinigen, können erhebliche Sanierungskosten entstehen.

Für Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen sind deshalb strikte Regelungen getroffen worden, die dem sogenannten "Vorsorgeprinzip" Rechnung tragen. Demnach sollen angesichts der großen potentiellen Gefahren bereits im Voraus die Entstehung von Belastungen oder Schäden vermieden oder weitestgehend verringert werden.

Umgang und Lagerung

Die wesentlichen Regelungen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen finden Sie im Wasserhaushaltsgesetz. Das WHG ist das Rahmengesetz des Bundes zur Ordnung des Wasserhaushaltes mit grundlegenden Bestimmungen über wasserwirtschaftliche Maßnahmen, die den Schutz der oberirdischen Gewässer, der Küstengewässer und des Grundwassers gewährleisten sollen. Konkrete Bestimmungen für den Umgang mit wassergefährdenden Stoffen sind in den §§ 19 g - 19 l aufgenommen worden.

Weitere Ausführungsbestimmungen werden in den länderspezifischen "Verordnungen über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen über Fachbetriebe (VAwS)" beschrieben. Die VAwS konkretisiert die Anforderungen, mit denen das Schutzziel des Wasserhaushaltsgesetzes umgesetzt werden soll.

Wichtige Hinweise zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen finden Sie auf der Internetseite des

Lagerung in Überschwemmungsgebieten

Die Erfahrungen aus den zurückliegenden Hochwasserereignissen haben die Notwendigkeit erkennen lassen, auch im Bereich der Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen den vorbeugenden Schutz vor den Folgen von Überschwemmungen zu verbessern. Gerade am Beispiel von privaten Heizöllagerungen wurde deutlich, dass die Anforderungen der VAwS an den Betrieb und die Beschaffenheit von Anlagen in Überschwemmungsgebieten grundsätzlich ausreichend sind. Allerdings ist die Einhaltung der gesetzlichen Anforderungen wegen fehlender Information und mangelndem Bewusstsein der Anlagenbetreiber nicht immer sichergestellt.

So passiert es bei Hochwasser häufig, dass Heizöl in größeren Mengen ausläuft, weil Heizöltanks zusammengedrückt oder aufgetrieben werden bzw. umkippen. Vereinzelt dringt Wasser auch über Lüftungsleitungen und ähnliche Anschlüsse in die Lagertanks ein und verdrängt dabei das leichtere Heizöl aus den Behältern. Dies alles kann nicht nur zu einem erheblichen Schaden am Gebäude, sondern auch zu einem Gewässerschaden führen.

Um die Anlagenbetreiber über die wesentlichen Regelungen für die Lagerung von Heizöl in Überschwemmungsgebieten zu informieren, hat das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit das Faltblatt "Sichere Heizöllagerung im Überschwemmungsgebiet" heraus gegeben. Dieses kann unter folgendem Link herunter geladen werden:

Umgang in Wasserschutzgebieten

Wasserschutzgebiete sorgen nicht nur für reines Wasser, sie schützen auch die Umwelt und dienen somit letztlich dem Verbraucherschutz. Neben den allgemeinen Vorschriften sind daher in Wasserschutzgebieten zum Schutz des Trinkwassers noch weitergehende Regelungen erforderlich. So sind beispielsweise für die Genehmigung von Anlagen und den Umgang mit wassergefährdenden Stoffen strengere Regeln zu beachten. Besonders deutlich wird dies bei der Vielzahl der Heizöllagerungen.

Die Risiken für das Trinkwasser sind je nach Entfernung zum Brunnen und Wirksamkeit der Deckschichten unterschiedlich groß. Je weiter eine Fläche vom Brunnen entfernt ist, desto geringer sind meist die Einschränkungen der Nutzungen. Die einzelnen Schutzzonen werden dabei wie folgt definiert:

Die Zone I, der sogenannte "Fassungsbereich", schützt die Brunnen und Quellen sowie ihre unmittelbare Umgebung vor jeglicher Verunreinigung. Diese Fläche wird deshalb eingezäunt.

Durch die "Engere Schutzzone" (Zone II) wird vor allem der Schutz vor Verunreinigungen durch Krankheitserreger sicher gestellt. Deshalb dürfen hier z. B. auf keinen Fall Abwasser und Gülle in den Boden eindringen.

Die Zone III, die als "Weitere Schutzzone" bezeichnet wird, bietet Schutz vor schwer abbaubaren Verunreinigungen im großräumigen Umfeld der Wassergewinnungsanlage (z. B. durch Chemikalien). Sie ermöglicht auch eine ausreichende Reaktionszeit bei Unfällen. Bei großen Wasserschutzgebieten kann die "Weitere Schutzzone" in eine Zone IIIA und eine Zone IIIB aufgeteilt sein - mit unterschiedlichen Geboten und Auflagen.

Wichtiger Hinweis:
Wenn Sie Grundstücke in einem Wasserschutzgebiet besitzen, sollten Sie die Schutzgebietsverordnung für dieses Gebiet mit Lageplan der einzelnen Schutzzonen von Ihrem Wasserversorgungsunternehmen anfordern. Für jedes Wasserschutzgebiet gilt eine eigene Verordnung, die für die jeweiligen örtlichen Gegebenheiten entwickelt wurde. Dort können deshalb auch Regelungen getroffen sein, die von den nachfolgend genannten Anforderungen abweichen (keine vollständige Auflistung, nur beispielhaft).

Anforderungen bei Tanks und Leitungen in Wasserschutzgebieten

Anforderungen an Gewerbe und Industrie bei Produktion und Lagerung:

Wichtiger Hinweis:

Industriebetriebe, die wassergefährdende Stoffe wie Lösungsmittel oder Mineralölkohlenwasserstoffe lagern oder mit ihnen umgehen, müssen auch außerhalb von Wasserschutzgebieten entsprechende Schutzvorkehrungen vorsehen, die ein Eindringen von wassergefährdenden Stoffen in das Grundwasser oder in Oberflächengewässern zuverlässig verhindern.

Anforderungen an die Landwirtschaft:

Ansprechpartner

Dr. Michael Lorenz
Sachgebiet 52
Tel.: 0921/604-1582
Fax: 0921/604-4582
E-Mail: Dr. Michael Lorenz