Regierung von Oberfranken

»Über die NACHKRIEGSARCHITEKTUR«

Streifzug durch ein globales Bausündenregister im Landratssaal der Regierung von Oberfranken: Der Kölner Stararchitekt Stephan Böhm zog in der Reihe Treffpunkt Architektur seine persönliche Bilanz der Nachkriegsarchitektur.

Viele Fotos, eine Frage, keine einfachen Antworten: So kann man den Vortrag von Stephan Böhm bei der Regierung von Oberfranken zusammenfassen. „Warum bauen wir so?“, fragte er ein ums andere Mal mit Blick auf Bausünden vor allem in den großen Städten, und das „so“ durfte man übersetzen mit „so unansehnlich, so langweilig“.

Böhm zeigte in seinem Plädoyer für eine visionäre Architektur Fotos aus der verschandelten Kölner Innenstadt und konterte sie mit Bildern aus fünftausend Jahren menschlicher Geschichte, bis hin zu Mies van der Rohes ikonischem Meisterwerk, dem deutschen Pavillon bei der Weltausstellung 1929 in Barcelona. Der sei die Grundlage der Moderne, wie Böhm sagte, und nicht mehr übertroffen worden. Der Kölner kritisierte die häufig zu sehende Einfallslosigkeit, die seitdem das Bild der Moderne trübt. Mit Folgen für das Leben vor allem in großen Städten. „Architektur ist immer die Kulisse für das Leben, das sich vor ihr abspielt“, sagte der Architekt. Böhm, den Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz als Spross einer „Baumeisterdynastie“ begrüßt hatte, zeigte zum Abschluss beispielhafte Entwürfe seines Vaters Gottfried.

Die Schlussworte sprach Marion Resch-Heckel, Leiterin des Bereichs Planung und Bau. Sie hatte die Reihe Treffpunkt Architektur 2005 ins Leben gerufen. Im Sommer wird sie sich in den Ruhestand verabschieden. In ihrer Laufbahn hatte sie in Oberfranken immer wieder herausragende Beispiele visionärer und wegweisender Architektur begleiten dürfen. Die Leitung des Veranstaltungsformats übergab sie im Landratssaal sozusagen in neue Hände: Christoph Reichl, Sachgebietsleiter Wohnungsbau, wird die „Treffpunkt“-Reihe fortführen.

Ein lohnendes Unterfangen, das Einblicke in die lebendige oberfränkische Architekturszene gewährt. „Wer baut, zeigt Zuversicht in die Zukunft“, hatte Regierungspräsidentin Piwernetz eingangs gesagt. Nicht nur daran gemessen ist Oberfranken eine Zukunftsregion.

Gruppenfoto
von links: Marion Resch-Heckel, Bereichsleiterin 'Planen und Bau' der Regierung von Oberfranken, Prof. Dipl.-Ing. Stephan Böhm, Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz
Foto: Wolfgang Traßl, ROFr. © | Format 3000x2000