Regierung von Oberfranken

Tierschutz - Heimtierhaltung

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Als Heimtiere werden Tiere bezeichnet, die der Mensch insbesondere in seinem Haushalt zu seiner eigenen Freude und als Gefährten hält oder die für diesen Zweck bestimmt sind. Vornehmlich werden als Heimtiere Hunde, Katzen, Vögel und Fische, aber auch Kleinsäuger und Reptilien gehalten.

Die Vorschriften des Tierschutzgesetzes umfassen sowohl die private als auch die gewerbliche Haltung von Heimtieren.

Die Grundlagen tierschutzrechtlicher Regelungen sind im Tierschutzgesetz verankert.

Das Tierschutzgesetz bestimmt in § 2:

Wer ein Tier hält, betreut oder zu betreuen hat,

Zur Pflege gehört neben der Gesundheitsvorsorge auch die Beschäftigung mit dem Tier. Tiere müssen täglich - auch in der Urlaubszeit oder im Krankheitsfall - versorgt werden. Tiere einiger der o. a. Heimtierarten können sehr alt werden. Entscheidet sich der Tierhalter für die Anschaffung eines Heimtieres, muss er Fähigkeiten im praktischen Umgang mit dem Tier erwerben. Es empfiehlt sich, vor der Anschaffung eines Tieres fachkundige Beratung zu suchen.

Wer Heimtiere in einem Tierheim / einer tierheimähnlichen Einrichtung (Tierpension) hält oder gewerbsmäßig Heimtiere züchtet, hält, mit ihnen handelt oder sie zur Schau stellt, bedarf einer tierschutzrechtlichen Erlaubnis nach § 11 TierSchG. Die Anforderungen an die gewerbsmäßige Tätigkeit sind in der Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zum Tierschutzgesetz - AVV - festgelegt worden.

Tierschutz - Hundeverordnung

Einen weiteren Fortschritt im Bereich der Heimtierhaltung gab es durch die Neuregelungen der Tierschutz-Hundeverordnung.

Die Verordnung löste die Verordnung über das Halten von Hunden im Freien ab und ermöglicht somit verbesserte Regelungen zu Haltungsanforderungen für Hunde.

Die Regelungen der Tierschutz-Hundeverordnung haben das Ziel, das Tier vor Übergriffen des Menschen zu schützen.

Kurzinformationen zu einigen, häufiger gehaltenen Heimtieren

Die nachstehenden Kurzinformationen sind nur erste, orientierende Hinweise. Weitere Informationen können und müssen der Fachliteratur entnommen oder im Gespräch mit Fachleuten angefordert werden.

Haltung von Katzen

Katzen verfügen über ausgezeichnete Sinnesleistungen; Geruch-, Gehör-, Tast- und Gleichgewichtssinn sind ausgeprägter und / oder sensibler als beim Menschen. Sie haben die Fähigkeit, zu klettern, zu springen und überall durchzuschlüpfen. Sie sind neugierig und lernfähig. Je nach ihrer sozialen Grundposition können Katzen sozial/zutraulich, sozial/scheu, solitär/zutraulich oder solitär/scheu sein. Sie benötigen mindestens einen ungestörten Schlafplatz, erhöhte Aussichts- und Sonnenplätze, Katzentoiletten, Kratz- und Kletterbäume und Spielzeug, das abwechslungsreich sein muss. Katzen benötigen eine protein- und fettreiche aber vergleichsweise kohlenhydratarme Nahrung, sie sind nicht vegetarisch zu ernähren. Auch hat der Tierhalter dafür Sorge zu tragen, dass eine ungewollte Vermehrung der Katzen wirksam unterbunden wird.

Haltung von Vögeln

Auch wenn vornehmlich verschiedene Kanarienrassen, Finkenarten oder Sittiche als Heimtiere gehalten werden, ist die Vielfalt der als Heimtiere gehaltenen Vogelarten sehr groß. Grundsätzlich verfügen die oben genannten Vögel über ein äußerst aktives Flugvermögen und benötigen entsprechende räumliche Voraussetzungen. Ein Stubenkäfig kann bestenfalls als sicherer Fress-, Schlaf- und Rückzugsplatz dienen, ein "Vogelzimmer" sollte - möglichst frei von Verletzungsgefahren - eine Freiflugmöglichkeit bieten. Die genannten Vogelarten leben üblicherweise in Sozialverbänden, eine Einzelhaltung dieser Tiere ist abzulehnen. Vögel stellen hohe Hygieneansprüche an ihre Umgebung; insbesondere Futter und Wasser müssen hygienisch einwandfrei und hinsichtlich Menge und Zusammensetzung der Bewegungsaktivität angepasst sein; bedingt durch die Artenvielfalt können hier keine allgemeingültigen Futterempfehlungen gegeben werden.

Kleinsäuger

Kleinsäuger, die als Heimtiere gehalten werden, stellen oft hohe Ansprüche an die Haltungsumgebung und insbesondere an die Fütterung und Pflege. Jeder, der so ein Tier hält oder halten möchte, hat durch ausreichende Sachkunde dafür zu sorgen, dass dieses jederzeit und dauerhaft sichergestellt ist.

Hierzu gehören z. B. Kaninchen, Meerschweinchen, Goldhamster, Streifenhörnchen, Ratten und Chinchilla. Während Goldhamster einzeln und Meerschweinchen mindestens paarweise zu halten sind, leben die anderen o. a. Tierarten in Sozialverbänden, beanspruchen jedoch wie z. B. Kaninchen oder Streifenhörnchen innerhalb des Sozialverbandes ein Einzelterritorium oder leben monogam wie der Chinchilla. Wenn auch in unterschiedlicher Ausprägung sind diese Tierarten lebhaft und benötigen - neben ausreichend großen Käfigen mit Strukturen für eine dreidimensionale Raumnutzung und Schutzräumen u. a. m. - ihrem Bewegungsbedürfnis angepasst täglichen Freilauf. Der Bewegungsraum muss frei von Verletzungsgefahren (Elektrokabel u. a. m.) sein. Bei der Platzierung der Käfige ist auf das z. T. hochsensible Gehör der Tiere, deren Empfindlichkeit gegenüber Vibrationen, Zugluft und Temperaturansprüche zu achten. Für die Fütterung ist das z. T. sehr empfindliche Verdauungssystem zu berücksichtigen, ferner sind u. a. für die Kaninchen für den Zahnabrieb geeignete Futtermittel oder sonstige Materialien (Grünfutter, Äste u. a. m. ) bereitzustellen. Alle genannten Tierarten stellen hohe Hygieneansprüche an ihrer Haltungsumgebung.

Ansprechpartner

Für Fachfragen steht Ihnen das Sachgebiet 54 (Verbraucherschutz, Veterinärmedizin) zur Verfügung:

Dr. Gottfried Krommer
Sachgebiet 54
Tel.: 0921/604-1915
Fax: 0921/604-4915
E-Mail: Dr. Gottfried Krommer
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Sachgebiet 54
Tel.: 0921/604-1902
Fax: 0921/604-4902
E-Mail: Dr. Michaela Brix

Für Fragen rechtlicher Art steht Ihnen das Sachgebiet 55.2 (Rechtsfragen Gesundheit und Verbraucherschutz) zur Verfügung:

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Fax: 0921/604-4905
E-Mail: Frank Griebel
Karin Hübschmann
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E-Mail: Karin Hübschmann
Peter Wetscherek
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Tel.: 0921/604-1919
Fax: 0921/604-4919
E-Mail: Peter Wetscherek