Regierung von Oberfranken

Dezernat 6 - Gewerbeärztlicher Dienst

Ansprechpartner

Dezernatsleitung

Dr. med. Marion Huke
Tel.: 09561/7419-142
Fax: 09561/7419-100
E-Mail: Dr. med. Marion Huke
 
Örtliche Zuständigkeit:
Städte: Coburg, Hof und Bayreuth;
Landkreise: Coburg, Kronach, Lichtenfels, Bayreuth, Forchheim, Hof und Wunsiedel

Stellvertretung

Dr. med. Manuela Jacob-Niedballa
Tel.: 09561/7419-141
Fax: 09561/7419-100
E-Mail: Dr. med. Manuela Jacob-Niedballa
 
Örtliche Zuständigkeit:
Stadt: Bamberg;
Landkreise: Bamberg und Kulmbach

Mitarbeiter

Dr. med. Johannes Wittmann
Tel.: 09561/7419-140

Medizinischer Arbeitsschutz und Prävention arbeitsbedingter Erkrankungen

Arbeit unterliegt infolge der gesellschaftlichen Entwicklung einem ständigen Wandel. In unserer Industrie- und Dienstleistungsgesellschaft haben wir es mit den unterschiedlichsten Arbeitsbedingungen zu tun. Auch heute noch gibt es körperlich belastende Tätigkeiten mit Heben und Tragen von Lasten, Lärm, Hitze, Kälte oder Kontakt zu Gefahrstoffen. Neben den körperlichen Belastungen spielen die psychischen Belastungen und Beanspruchungen im Arbeitsleben in Form von Faktoren wie Zeitdruck, Zunahme der Arbeitsmenge, Informationsüberflutung, ständige Erreichbarkeit, hohe zeitliche und örtliche Flexibilität usw., eine zunehmende Rolle. Infolge des demographischen Wandels gewinnt der Erhalt der Gesundheit (und damit Arbeitsfähigkeit) der Arbeitnehmer bis ins hohe Alter zunehmend an Bedeutung.

Deshalb ist es wichtig, dass der Arbeitgeber in seiner betrieblichen Gefährdungsbeurteilung neben den Gefährdungen durch Lärm, Staub und Hitze usw., auch die psychischen Belastungsfaktoren beurteilt. Entsprechend den festgestellten Gefährdungen sind technische, organisatorische und persönliche Schutzmaßnahmen einschließlich arbeitsmedizinischer Vorsorgeuntersuchungen festzulegen, die gewährleisten sollen, dass Beschäftigte durch ihre Arbeit keine gesundheitlichen Schäden erleiden.

Zu den wesentlichen Aufgaben des gewerbeärztlichen Dienstes im Regierungsbezirk Oberfranken gehören die Kontrolle von Betrieben aller Branchen und die Beratung von Unternehmen, Betriebsärzten, Beschäftigten, Sicherheitsfachkräften, Personalvertretungen in allen Fragen des medizinischen Arbeitsschutzes.

Der gewerbeärztliche Dienstes überprüft und berät die Unternehmen hinsichtlich

  • der Arbeitsschutzorganisation (speziell der Gefährdungsbeurteilungen und Betriebsanweisungen),
  • der betriebsärztlichen und sicherheitstechnischen Betreuung gemäß ASiG und DGUV Vorschrift 2,
  • der Erforderlichkeit, Durchführung und Bewertung arbeitsmedizinischer Vorsorge gemäß ArbMedVV, einschließlich des Biomonitoring,
  • der Gestaltung von Arbeitsplätzen unter Beachtung ergonomischer, psychomentaler und hygienischer Gesichtspunkte,
  • der Notwendigkeit und der Bereitstellung persönlicher Schutzausrüstung, z. B. Schutzhandschuhe, Sicherheitsschuhe, Schutzbrillen, etc.,
  • der Erkennung und Vermeidung arbeitsbedingter Gesundheitsgefahren, einschließlich psychischer Fehlbelastungen, und der Verhütung von Berufskrankheiten,
  • der betrieblichen Gesundheitsförderung und des betrieblichen Gesundheitsmanagements,
  • der Durchführung von Arbeitsplatzwechseln und Wiedereingliederung in den Arbeitsprozess,
  • der Sicherstellung des sozialen Arbeitsschutzes (Arbeitszeitregelungen, einschließlich Nacht- und Schichtarbeit; Schutz besonderer Personengruppen, d.h. Schwangerer, Stillender, Jugendlicher, Leistungsgewandelter).

Die Leiterin des gewerbeärztlichen Dienstes ist zur Weiterbildung im Gebiet Arbeitsmedizin befugt.

Wichtige Links

Psychische Belastungen

"Der Einsatz hochentwickelter Technik, neue Technologien, eine verstärkte Arbeitsteiligkeit, Rationalisierung und Flexibilisierung betrieblicher Prozesse sowie massiver Zeitdruck prägen den Arbeitsalltag vieler Menschen und stellen immer höhere Anforderungen an die Bewältigung von Arbeitsaufgaben. Erkenntnisse aus der Forschung belegen die deutliche Zunahme an psychischen Belastungen.
Als Folge davon sind negative Auswirkungen auf die erfolgreiche Bewältigung von Arbeitsaufgaben, auf die Arbeitssicherheit sowie auf die Gesundheit und das Wohlbefinden von Beschäftigten zu beobachten."

Dr. Peter Stadler
Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Links

Die nachfolgenden Links zum Thema "Psychische Belastungen" veröffentlichen wir ohne Gewähr und ohne Anspruch auf Vollständigkeit.
Stand: 07.04.2014

Berufskrankheiten

Berufskrankheiten sind die in der Liste der Berufskrankheiten (Anlage 1 zur Berufskrankheitenverordnung) enthaltenen Krankheiten, die Versicherte infolge einer den Versicherungsschutz nach § 2, 3 oder 6 des Siebten Buches Sozialgesetzbuch begründenden Tätigkeit erleiden. Berufskrankheiten und ihre Behandlung fallen in den Zuständigkeitsbereich der gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV).

Liegt ein begründeter Verdacht auf eine Berufskrankheit vor, so erfolgt durch den Arbeitgeber, den Arbeitnehmer, den behandelnden Arzt, die Krankenkasse oder den gewerbeärztlichen Dienst eine Anzeige an die gesetzliche Unfallversicherung, die daraufhin ein Ermittlungsverfahren einleitet (Berufskrankheiten-Feststellungsverfahren). Wird eine Berufskrankheit festgestellt, wird sie durch den Unfallversicherungsträger, meist eine Berufsgenossenschaft oder Unfallkasse entschädigt.

Der gewerbeärztliche Dienst wirkt im Feststellungverfahren als Kontroll- und gegebenenfalls Lenkungsinstanz mit.

Von den Berufskrankheiten zu unterscheiden sind arbeitsbedingte Erkrankungen, die zwar durch eine berufliche Tätigkeit hervorgerufen wurden, die aber die rechtlichen Voraussetzungen für die Anerkennung als Berufskrankheit nicht erfüllen. Sie fallen in den Zuständigkeitsbereich der gesetzlichen Krankenversicherung.

Betriebliches Wiedereingliederungsmanagement (BEM) und Beschäftigung leistungsgewandelter Personen

Die Fürsorge für Schwerbehinderte war für den Dienstherrn/Arbeitgeber schon bisher eine besondere Verpflichtung. Mit Einführung des "betrieblichen Eingliederungsmanagements" und der "betrieblichen Gesundheitsförderung" als Präventionsmaßnahme nach § 84 SGB IX i.V.m. dem Fürsorgeerlass (FMBl Nr. 10/2005) wurde die Fürsorgeverpflichtung auf alle Beschäftigten erweitert.

Der Dienstherr/Arbeitgeber ist jetzt u. a. verpflichtet, Präventionsgespräche anzubieten und beratend tätig zu werden, wenn innerhalb eines Jahres länger als 6 Wochen Dienst- oder Arbeitsunfähigkeit durch ununterbrochene oder wiederholte Erkrankungen vorgelegen hat. Maßnahmen und Gespräche erfolgen aber grundsätzlich nur mit Zustimmung des Betroffenen. Sinn und Zweck dieser Regelung ist u. a. zu klären, wie und unter welchen Rahmenbedingungen die Arbeitsunfähigkeit überwunden, der Arbeitsplatz erhalten, die Fähigkeiten des Arbeitnehmers weiter genutzt und die Einsatzfähigkeit sichergestellt werden kann. Von konkreten Gesprächsangeboten wird im Einzelfall abgesehen, wenn nach einer länger dauernden Erkrankung, die Arbeits-/Dienstfähigkeit ohne Einschränkungen wieder hergestellt ist.

Der gewerbeärztliche Dienst kann auch in Fragen des betrieblichen Wiedereingliederungsmanagements und der Beschäftigung leistungsgewandelter oder leistungsgeminderter Mitarbeiter beraten, allerdings fällt diese Aufgabe primär in den Zuständigkeitsbereich des Integrationsamtes am Zentrum Bayern Familie und Soziales.

Durchführung thematischer Schwerpunktaktionen

Im Rahmen der Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie (GDA), eigener bayerischer Schwerpunktsetzungen oder im Rahmen anlassbezogener Schwerpunktüberprüfungen im Regierungsbezirk führen die gewerbeärztlichen Dienste Aktionen zu einer Vielzahl thematischer Schwerpunkte durch, u. a. zu den Themen

Arbeitsschutz in der Pflege

Noch nie war es so einfach die Gesundheitskompetenz und Präventionskultur zu fördern wie mit dem neuen Online-Selbstbewertungsinstrument der Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie (GDA):

Mit Hilfe einer interaktiven Selbstbewertung können Betriebe schnell und einfach die individuelle Situation ihres Betriebes überprüfen und so Risiken und mögliche Mängel in punkto Arbeitsschutz identifizieren. Unmittelbar danach erhalten sie gezielt Unterstützungsangebote - direkt auf ihren Bedarf zugeschnitten.

Ziel dieser Maßnahmen ist die Verringerung von Muskel-Skelett-Erkrankungen (MSE) in Verbindung mit psychischen Belastungen sowie die Förderung eines systematischen Arbeitsschutzes.

Ein Engagement, das sich auszahlt: Denn Unternehmen mit motivierten und leistungsfähigen Pflegekräften können die Herausforderungen des Marktes besser bewältigen und damit ihre Wettbewerbsfähigkeit auch in Zukunft erhalten. Eine gelebte Präventionskultur ist ein echtes Unternehmensplus: Sie steigert nicht nur die Attraktivität als Arbeitgeber, sondern ist ein wichtiges Kriterium für Pflegebedürftige und deren Angehörige bei der Auswahl der Dienstleistung Pflege.