Agri-PV im Obstbau: Strom und Kirschen auf einer Fläche
Im Rahmen der Bayerischen Energietage 2026 hat der Landkreis Forchheim gemeinsam mit der Regierung von Oberfranken am Obstinformationszentrum Fränkische Schweiz (OIZ) in Hiltpoltstein eine Agri-Photovoltaik-Modellanlage vorgestellt. Die Veranstaltung zeigte, wie landwirtschaftliche Nutzung und erneuerbare Energieerzeugung miteinander verbunden werden können.
Süßkirschen unter PV-Flächen
Die im vergangenen Jahr errichtete, rund 25 kWp starke Anlage ist hoch aufgeständert. Während darüber Solarstrom erzeugt wird, wachsen darunter weiterhin Süßkirschen. Ein mehrjähriger Versuch untersucht, wie sich die teilweise Überdachung auf Ertrag, Fruchtqualität und Pflanzengesundheit auswirkt. Erste Beobachtungen zeigen eine gute Anpassungsfähigkeit der Pflanzen. Zudem sind die Früchte unter der Anlage weniger durch Hagel und Fraß geschädigt. Aufgefangenes Regenwasser kann für die gezielte Bewässerung genutzt werden.
„Mit der Agri-Photovoltaik wird eine mehrfache Nutzung der Fläche ermöglicht, denn sie verbindet die landwirtschaftliche Nutzung mit dem Betrieb einer Photovoltaikanlage. Das könnte die Flächenproblematik entschärfen“, betonte Rainer Prischenk, Bereichsleiter Ernährung und Landwirtschaft bei der Regierung von Oberfranken.
Auch Landrat Hanngörg Zimmermann freute sich über das erfolgreiche Projekt: „Wir müssen mit innovativen Ansätzen in der Energiewende weiterkommen, mit der Agri-PV Anlage beweist der Landkreis: Es funktioniert.“
Mehrfachnutzung landwirtschaftlicher Flächen
Fachleute des Technologie- und Förderzentrums Bayern (TFZ) und des Systemherstellers T-Werk informierten über technische Anforderungen, verschiedene Bauweisen sowie wirtschaftliche und betriebliche Aspekte von Agri-PV. Gerade im Obstbau bietet die Kombination aus Witterungsschutz und Stromerzeugung interessante Perspektiven.
Die Modellanlage am OIZ macht anschaulich, wie landwirtschaftliche Flächen mehrfach genutzt und gleichzeitig Beiträge zur Energiewende geleistet werden können. Der erzeugte Solarstrom deckt bilanziell den Strombedarf des Obstinformationszentrums; ein Batteriespeicher ermöglicht die Nutzung des Stroms auch für Kühlung und weitere Anwendungen.
