Regierung von Oberfranken

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Pressemitteilung-Nr.: 092/12
05.10.2012
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Selbstständiges Denken, Sachverhalte hinterfragen, selbstbewusstes Argumentieren - Zertifizierung der ersten Lehrkräfte und Erzieherinnen für das Projekt "Philosophieren mit Kindern" in Oberfranken

"Unsere Gesellschaft hat sich in den letzten Jahren zur Informationsgesellschaft entwickelt. Immer mehr Nachrichten drängen in immer kürzerer Zeit auf uns ein. Nicht mehr die Qualität, sondern die Quantität der Informationen steht im Vordergrund. Die Schnelllebigkeit unserer Gesellschaft und die damit verbundene Oberflächlichkeit tut unseren jungen Menschen auf Dauer nicht gut", sagt Oberfrankens Regierungspräsident Wilhelm Wenning.

Die Regierung von Oberfranken hat nun im Rahmen der Aktion Familienfreundliches Oberfranken mit der Akademie Kinder philosophieren im Bildungswerk der Bayerischen Wirtschaft e.V. und dem Lehrstuhl für Schulpädagogik der Universität Bayreuth eine Kooperation geschlossen, um die Schüler in Oberfranken durch das Erlernen einer "philosophischen" Gesprächsführung zu vielfältigen Kompetenzen zu verhelfen. Das Projekt "Philosophieren mit Kindern" soll den Kindern kritische Kompetenzen wie das Hinterfragen von oft widersprüchlichen Informationen, die Bereitschaft, den eigenen Verstand zu gebrauchen und mit Anderen darüber gemeinsam zu debattieren, vermitteln. Mit dieser Zielsetzung nimmt der Regierungsbezirk Oberfranken in Bayern und in ganz Deutschland eine Vorreiterrolle ein.

"Bei unserem Projekt geht es nicht darum, Kant und Hegel zu lehren. Es sollen soziale Kompetenzen durch das gegenseitige Gespräch geschult werden. Unsere Kinder erlernen frühzeitig die Fähigkeiten, selbstständig zu denken, Sachverhalte zu hinterfragen und eigene Ideen zu entwickeln", so Wenning. "Unsere Schüler sollen das Selbstbewusstsein entwickeln, ihre eigene Meinung mit Worten und nicht mit Fäusten zu vertreten. Ziel ist es auch, dadurch einen Beitrag zur Gewaltprävention zu leisten."

Das "Philosophieren" soll nicht nur in der Schule praktiziert werden, sondern auch in die Familie hinein wirken. So werden Lehrkräfte und Schüler gleichermaßen zu Multiplikatoren der philosophischen Kommunikation.

In einer ersten Phase werden 130 Lehrkräfte und Erzieherinnen in der philosophischen Gesprächsführung ausgebildet. Sie stammen aus allen Schularten sowie Kindergärten und betreuen Kinder vom dritten bis zum 20. Lebensjahr. Von diesen 130 Teilnehmern werden sechs Lehrkräfte zu Trainern ausgebildet. Die Trainer werden in den kommenden Jahren weitere Lehrkräfte und Erzieherinnen in der philosophischen Gesprächsführung ausbilden. Die ersten drei Multiplikatorengruppen wurden bereits ausgebildet und erhalten vom Leiter der Schulabteilung der Regierung von Oberfranken, Herrn Dr. Klemens M. Brosig, am

Dienstag, 09.10.2012, 16:00 Uhr,
im Evangelischen Bildungs- und Tagungszentrum,
Markgrafenstraße 34, 95680 Bad Alexandersbad

ihre Zertifizierungsurkunde verliehen. Vertreter der Medien sind zur Verleihung herzlich eingeladen.

"Mein besonderer Dank gilt der Friedrich-Baur-Stiftung und der Oberfrankenstiftung, die das Projekt mit jeweils 10.000 Euro bzw. 150.000 Euro unterstützen, dem Raiffeisenverband, der mit 70.000 Euro hilft und dem Lehrstuhl für Schulpädagogik an der Universität Bayreuth, der sich hier personell sehr stark engagiert", sagt Regierungspräsident Wilhelm Wenning.