Regierung von Oberfranken

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Pressemitteilung-Nr.: 145/17
19.12.2017
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Weihnachts- und Neujahrsgruß der Regierungspräsidentin von Oberfranken Heidrun Piwernetz

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

wenn Sie in diesen Tagen auf das zurückliegende Jahr 2017 blicken, dann wünsche ich Ihnen, dass Sie viel Gutes sehen.

Die Jahresbilanz für Oberfranken fällt sehr positiv aus. Es ist eine Menge Neues entstanden und vieles erfolgreich angeschoben. Engagement und Investitionen, die Oberfranken als höchst attraktiven Lebens- und Arbeitsmittelpunkt festigen und weiter entwickeln.

In Forchheim wird das medical valley eingeweiht, in Bamberg und in Hof werden digitale Gründerzentren auf den Weg gebracht. Das Alexbad eröffnet runderneuert in Bad Alexandersbad im Landkreis Wunsiedel i. Fichtelgebirge.

Das Präsidium des Bayerischen Landtags bereist das westliche Oberfranken und die Bayerische Staatsregierung tagt in Kulmbach.

Die Ministerrunde fasst ihren Eindruck von unserer schönen Region so zusammen: "Oberfranken ist eine Region mit TOP-Niveau". Und in der Tat: Wir können mit Stolz auf unsere Leistungsbilanz blicken. Die Wirtschaft vermeldet gute bis Vollbeschäftigung sowie volle Auftragsbücher, unsere Region profitiert von Behördenverlagerungen und aktiver Strukturpolitik. Die Hochschul-, Wissenschafts- und Bildungslandschaft entwickelt sich kräftig weiter. Das gilt auch für den Tourismus. Kein Regierungsbezirk in Bayern legt prozentual so zu wie Oberfranken. Wir werden bei Besuchern aus dem In- und Ausland als Reiseziel immer beliebter. Steigende Gäste- und Übernachtungszahlen belegen das eindrucksvoll.

Das Bayerische Kabinett stellt in Oberfranken wichtige Weichen und gibt grünes Licht für einen neuen Hochschulcampus in Kulmbach. Künftig wird er als Ableger der Universität Bayreuth rund 1.000 Hochschüler in die Markgrafenstadt ziehen. Das Lehrangebot wird mit den Fachrichtungen Lebensmittel und gesunde Ernährung außerordentlich zukunftsträchtig sein.

Die humanmedizinische Ausbildung in Oberfranken wird ebenfalls weiter ausgebaut. Die bereits bestehende Kooperation zwischen der Universität Erlangen-Nürnberg und dem Klinikum Bayreuth wird nicht nur intensiviert. Es soll vielmehr eine universitäre Medizinerausbildung am Klinikum Bayreuth etabliert werden. Für unseren künftigen Bedarf an Allgemein- und Fachärzten wird dieser Schritt mitentscheidend sein.

Auch Bamberg wird gestärkt. In der Weltkulturerbestadt entsteht ein Kompetenzzentrum rund um die Denkmalpflege. Viele weitere Projekte verteilt über ganz Oberfranken wären noch zu nennen. Sie vollständig aufzuzählen führt zu weit, aber sie alle sind für die gesamtoberfränkische Entwicklung von großer Bedeutung. Denn sie erhöhen unsere Zukunftschancen.

Neue Behörden siedelten sich in Oberfranken an, so etwa die Kontrollbehörde für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen in Kulmbach. Der personelle Aufbau ist bereits erfreulich weit vorangeschritten. Gleiches gilt für das Kompetenzzentrum für Ernährung des Landwirtschaftsministeriums, das mit der Genussakademie Bayern ein weiteres Standbein für die Gastronomie und das Ernährungshandwerk erhält.

Wichtiger Standortfaktor, gerade mit Blick auf den demografischen Wandel, ist der offensive Umgang mit der Digitalisierung.

Alle 214 oberfränkischen Kommunen sind in das Bayerische Breitbandförderprogramm eingestiegen. Seit dem Start des Förderprogramms im Jahr 2014 hat sich die Zahl der von der Regierung von Oberfranken erlassenen Zuwendungsbescheide aus dem Bayerischen Programm auf 257 erhöht, die Gesamtfördersumme beträgt über 100 Mio. Euro.

Die digitale Zeitenwende, die wir tagtäglich erleben, bietet enorme Chancen. Aber sie löst bei dem einen oder anderen auch Verunsicherung aus. Vielleicht fragen auch Sie sich, ob es Ihren Beruf in dieser Art in einigen Jahren noch geben wird oder wie das Leben und das Wohnen künftig aussehen mag. Seriös kann das niemand beantworten. Aber wenn wir in diesem Umfeld unsere zentralen Werte bewahren wollen, dann müssen wir den digitalen Wandel für uns und unsere Region innovativ und selbst gestalten. Zum Beispiel, indem wir das automatisierte Fahren durch hier ansässige Start-ups weiterentwickeln oder diese Unternehmen dabei unterstützen. So profitieren die junge und die ältere Generation.

Erstklassige Bildung und eine vielfältige Bildungslandschaft sind für Oberfranken von zentraler Bedeutung. Nur so bleiben wir als Lebens- und Arbeitsregion für unsere Schul- und Studienabgänger, aber auch für Rückkehrer und neue Fachkräfte attraktiv. Auch hier wirkt die Digitalisierung – Stichwort: Digitales Klassenzimmer. Wichtige pädagogische Ziele, wie z.B. die Stärkung der Persönlichkeit unserer Schülerinnen und Schüler und deren Alltagskompetenzen, sollten kombiniert werden mit Unterricht im digitalen Klassenzimmer. Zur Unterstützung der Lehrkräfte brauchen wir natürlich auch spezialisierte Systembetreuer und regelmäßige Fortbildungen für die Lehrkräfte.

Darüber hinaus ist der optische Eindruck entscheidend, wenn wir Teile Oberfrankens noch anziehender gestalten wollen. Die Landkreise Hof, Kronach, Kulmbach und Wunsiedel i. Fichtelgebirge sowie die Stadt Hof setzen auf die positiven Auswirkungen der Förderoffensive Nordostbayern, einem vom Landtag mit hohen Summen ausgestatteten Programm der Bayerischen Staatsregierung zur Innenentwicklung der Gemeinden. Diese bis dato einmalige Förderoffensive ermöglicht den Kommunen Ortskerne zu revitalisieren und neue Aktivitäten anzustoßen, im Bereich des Wohnens, der Pflege, der Freizeitnutzungen. 2017 konnten 142 Projekte starten, insgesamt wurden heuer allein in diesem Programm seitens der Städtebauförderung 16,6 Mio. Euro an Fördermitteln bereitgestellt.

Breiten Raum im behördlichen Handeln nehmen nach wie vor sämtliche Aspekte des Themas Zugang von Flüchtlingen und der Integration von bleibeberechtigen anerkannten Asylbewerbern ein. Die Aufgaben der Regierung könnten hier nicht vielfältiger und unterschiedlicher sein. Sie kümmert sich um die Erstunterbringung der Neuankömmlinge, insbesondere in der Aufnahmeeinrichtung Bamberg, sie unterstützt mit vielen anderen Akteuren die Integration derer, die bleiben dürfen und, gewiss die schwierigste aller Aufgaben, ist verpflichtet für die Rückführung derjenigen zu sorgen, die kein Bleiberecht haben.

Ein weiteres, wesentliches Qualitätsmerkmal einer Region ist die Infrastruktur. Hier wurde vor kurzem ein Meilenstein gesetzt. Seit Anfang Dezember beträgt die Fahrzeit im Regelbetrieb mit den Sprinter-ICEs von Bamberg und Coburg aus deutlich weniger als drei Stunden nach Berlin. Wenn sich die neuen Fahrpläne eingespielt haben, sollen auch die Fahrgäste im Nahverkehr von einem besseren Angebot profitieren.

Oberfranken punktet als herausragende Kulturregion. Bundesweit beachtet wird in diesem Jahr das Treffen der legendären Autorenvereinigung Gruppe 47 um Hans Werner Richter. Nach 50 Jahren kommt die Gruppe in Waischenfeld in der Fränkischen Schweiz wieder zusammen. Wieland Wagner, Enkel von Richard und Bruder von Wolfgang Wagner, wäre 2017 100 Jahre alt geworden – an ihn wird feierlich erinnert. Die Bamberger Symphoniker zeigen sich in der Elbphilharmonie in Hamburg in Bestform und hinterlassen eine ausgezeichnete oberfränkische Visitenkarte.

Ein großes Ereignis, auch in Oberfranken, waren die Feierlichkeiten rund um 500 Jahre Reformation. In Coburg können mit der Veste und der Morizkirche die einzigen authentischen Lutherstätten in Bayern besichtigt werden. Martin Luther hat dort im Jahr 1530 ein halbes Jahr Zuflucht gefunden. Folgerichtig zeigte die Bayerische Landesausstellung "Ritter, Bauern, Lutheraner" in Coburg das Wirken des Reformators vor dem Hintergrund der damaligen Zeit. Sie war mit etwa 220.000 Besuchern ein sensationeller Erfolg.

Die Wirkmächtigkeit des Reformators zeigt sich im Übrigen heute noch an Weihnachten. Mit der Reformation veränderten sich nämlich auch die Weihnachtsbräuche, wurde etwa die Bescherung der Kinder vom Nikolaustag auf Weihnachten verlegt.

In Bayreuth werden wir im kommenden Jahr einer Berühmtheit gedenken: 1744 hatte Markgräfin Wilhelmine den Bau eines Opernhauses angeregt, der bereits vier Jahre später, 1748 beendet war. Das Markgräfliche Opernhaus, das zum UNESCO Weltkulturerbe zählt, wird nun nach fünf Jahren Bauzeit im April 2018 feierlich wiedereröffnet.

2018 stehen außerdem weitere bedeutende Jubiläen an. Bayern feiert doppelten Geburtstag: 100 Jahre Freistaat und 200 Jahre Verfassungsstaat. Junge Menschen aus ganz Oberfranken haben ihre Vorstellungen und Erwartungen beim Auftakt zu den Jubiläumsveranstaltungen in Hallstadt und Bamberg unter dem Motto „Zukunft Bayern“ engagiert vorgestellt.

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

wie Sie sehen: Ein ereignisreiches, positives Jahr geht zu Ende. Freuen wir uns auf ein besinnliches Weihnachtsfest. Und lassen Sie uns auch dankbar für geradezu märchenhafte Geschichten sein: Eine Geschäftsfrau aus Japan, die ihren Wohlstand über die Partnerschaft mit einer oberfränkischen Firma verdient hat, spendet aus Dankbarkeit in Hohenberg a.d.Eger eine Millionensumme für ein wahrlich modellhaftes Seniorenhaus.

Von Herzen möchte ich Danke sagen,

den vielen aktiven Frauen und Männern in den Vereinen und Verbänden, den Vertretern der Wirtschaft, der Politik, den Kirchen und insbesondere auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Behörden. All denen, die an einer guten Zukunft für Oberfranken und seine Menschen, ob jung oder alt, ob einheimisch oder mit Migrationshintergrund, haupt- oder ehrenamtlich, engagiert mitarbeiten. Der gemeinsame Einsatz für unser schönes Oberfranken lohnt sich! Darum auch der Hashtag von Oberfranken Offensiv: #esgehtnurgemeinsam

Ihnen allen wünsche ich ein gesegnetes Weihnachten und ein gutes neues Jahr 2018 im Sinne von Antoine de Saint-Exupéry: "Die Zukunft soll man nicht voraussehen wollen, sondern möglich machen."!