Regierung von Oberfranken

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Pressemitteilung-Nr.: 051/18
18.05.2018
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Regierungsvizepräsident Thomas Engel eröffnet Obstlehrpfad am Kirchberg in Gesees

Regierungsvizepräsident Thomas Engel eröffnete im Beisein vieler Beteiligter und interessierter Bürger den Lehrpfad am Geseeser Kirchberg. Sein herzlicher Dank galt allen Akteuren, die sich ehrenamtlich, behördlicherseits oder seitens der evangelischen Kirche für den Erhalt des Lebensraumes Streuobstwiese am Kirchberg einsetzen.

Die Obstwiesen am Kirchberg sind Teil eines Biodiversitätsprojekts der Regierung von Oberfranken. Im Rahmen des Projekts wurden bisher oberfrankenweit rund 6.000 Apfel- und Birnbäume erfasst und dabei 550 verschiedene Sorten festgestellt. Eines der untersuchten Gebiete war der Kirchberg mit seinen über 300 Obstbäumen. "Hier kommen noch Obstsorten vor, die andernorts längst verschwunden sind", so der Obstkundler Wolfgang Subal. Mit der "Kleinen Pfalzgräfin" konnte sogar eine bislang in Deutschland verschollene alte Birnensorte wiederentdeckt werden. Alte Obstsorten sind oftmals widerstandsfähig gegen Schädlinge und Krankheiten – sie stellen damit ein wichtiges Genreservoir für neue Züchtungen dar.

Untersuchungen zeigen zudem den hohen ökologischen Wert der Streuobstwiesen. Hier finden Haselmaus, Zauneidechse und vier Spechtarten ein Zuhause. Nachgewiesen wurden auch 13 Fledermausarten, die Specht- und Fäulnishöhlen als Quartiere nutzen.

Der nun offiziell eröffnete Lehrpfad besteht aus acht Tafeln. Er deckt wichtige Themenbereiche zum Streuobst ab. Eine Schautafel stellt die Wertigkeit von Totholz dar. Abgestorbene Äste und Bäume sind ein Refugium für Käfer und holzzersetzende Pilze. Auf einer weiteren Tafel werden die Geschichte des Kirchberges und die Entstehung des Obstgartens beschrieben. Auch die Nutzung und Pflege des Obstbaumbestandes, "Streuobstwiesen – Oasen der Arten- und Sortenvielfalt" sowie besondere Apfel- und Birnensorten werden vorgestellt. In der Konzeption wurde Rücksicht auf den Baumbestand, die Vegetation und die zweimal jährlich stattfindende Beweidung genommen. Alle Tafeln können von den Wegen aus gelesen werden. Ein Betreten des Kirchgartens ist nicht erforderlich.

Finanziert wurde der Streuobst-Lehrpfad aus Mitteln, die der Regierung von Oberfranken vom Bayerischen Umweltministerium zur Verfügung gestellt werden. Die Aufstellung der Tafeln hat der kommunale Bauhof übernommen. In Zukunft kümmert sich der Obst- und Gartenbauverein Gesees um die Unterhaltung des Lehrpfades.

Nähere Informationen zum Naturschutzprojekt gibt es unter www.reg-ofr.de/biodiv. Ein Faltblatt, das durch den Lehrpfad führt, ist bei Tafel Nr. 1 erhältlich.

Dr. Herbert Rebhan begrüßt zur Eröffnung des Obstlehrpfades am Kirchberg in Gesees die zahlreichen Ehrengäste und Besucher im Beisein von Regierungsvizepräsident Thomas Engel (v.l.: Nikolaus Lange vom Landratsamt Bayreuth, Dr. Herbert Rebhan, Sachgebietsleiter Naturschutz an der Regierung von Oberfranken, Regierungsvizepräsident Thomas Engel, Harald Feulner, Erster Bürgermeister der Gemeinde Gesees)
Dr. Herbert Rebhan begrüßt zur Eröffnung des Obstlehrpfades am Kirchberg in Gesees die zahlreichen Ehrengäste und Besucher im Beisein von Regierungsvizepräsident Thomas Engel (v.l.: Nikolaus Lange vom Landratsamt Bayreuth, Dr. Herbert Rebhan, Sachgebietsleiter Naturschutz an der Regierung von Oberfranken, Regierungsvizepräsident Thomas Engel, Harald Feulner, Erster Bürgermeister der Gemeinde Gesees)
Foto: Gerhard Bergner, ROFr. © | Format 2400x1600