Regierung von Oberfranken

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Pressemitteilung-Nr.: 008/19
07.02.2019
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Regionalkonferenz "Energiewende Oberfranken"
Regierung von Oberfranken informiert über Schwerpunkte der kommunalen Energiewende

Die Regierung von Oberfranken stellte im Rahmen ihrer diesjährigen Regionalkonferenz "Energiewende Oberfranken" eine Auswahl von Schwerpunkten der kommunalen Energiewende vor. Über 80 Teilnehmer, Vertreter der oberfränkischen Kommunen und Stadtwerke, der IHK für Oberfranken Bayreuth und der staatlichen Behörden, informierten sich darüber, wie die Umsetzung der Energiewende auf kommunaler Ebene gelingen kann. Hierfür hatte die Regierung zahlreiche Fachreferenten und Experten aufgeboten, mit denen die Teilnehmer auch intensiv diskutierten.

Im ersten Themenblock "Energieplanung" drehte sich alles um kommunale Energiekonzepte, die der Freistaat Bayern fördert. Regierungsvizepräsident Thomas Engel stellte in seiner Begrüßung fest, es sei häufig zu beobachten, dass solche Konzepte – unabhängig von ihrer Qualität – in der Schublade landeten. "Heute wollen wir zeigen, wie die Konzeptumsetzung – und damit die Energiewende insgesamt – auf kommunaler Ebene gelingen kann", so Engel weiter. "Anfangen reicht nicht, man muss konsequent weitermachen, auch wenn die Förderung ausläuft", so der Appell von Gerd Schneider, Bürgermeister der Gemeinde Memmelsdorf, der gemeinsam mit Dominik Böhlein von der Energievision Franken GmbH in Weißdorf die erfolgreiche Umsetzung des Energienutzungsplans in Memmelsdorf vorstellte. Michael Breitenfelder und Ralf Deuerling, ebenfalls von der Energievision Franken GmbH, konnten anhand des interkommunalen Energiekonzepts "Energieregion Südliche Fränkische Schweiz" zeigen, dass auch eine frühzeitige Einbindung der Bürger vor Ort ein Erfolgskriterium darstellt. Aus der Integrierten Ländlichen Entwicklung (ILE) Wirtschaftsband A9 Fränkische Schweiz heraus haben sich hierfür die Stadt Gräfenberg, die Märkte Hiltpoltstein und Igensdorf sowie die Gemeinde Weißenohe zusammengeschlossen. Die Bedeutung der meist aufwändigen Datenerhebung dürfe dabei keinesfalls unterschätzt werden, um Potenziale in allen Sektoren – Strom, Wärme und Mobilität – sichtbar zu machen, so Markus Ruckdeschel von der Energieagentur Nordbayern GmbH in Kulmbach. Eine gute Datengrundlage sei zudem die Voraussetzung für weiterführende Fördermaßnahmen und lohne sich daher mehrfach. Ruckdeschel spricht dabei auch aus seiner Erfahrung als beratender Energiecoach für die Gemeinden, die beim Projekt "Kommunales Energiecoaching" mitmachen, das von der Regierung von Oberfranken gefördert wird.

Im Rahmen von Energiekonzepten wird die Kläranlage in aller Regel als größter Einzelstromverbraucher in der Gemeinde identifiziert. Stefan Bleisteiner vom Bayerischen Landesamt für Umwelt in Augsburg machte deutlich, welch großes Potenzial zur Energieeinsparung, aber auch zur Energieerzeugung in den Kläranlagen steckt – zum Beispiel durch Verstromung des Faulgases. Dieses Potenzial sei in vielen bayerischen Kläranlagen noch ungenutzt. Matthias Kraft von der Firma BAURCONSULT in Pegnitz stellte mit zahlreichen Beispielen vor, wie die Umsetzung in der Praxis auch wirtschaftlich funktioniert. "Das Know-how ist da, man muss es nur den richtigen Leuten klar machen" so Michael Eckardt, Geschäftsführer der Stadtwerke Rödental, die zum Beispiel den Klärschlamm mit einer Presse entwässern und dann von der Sonne trocknen lassen. Das spart immense Entsorgungsgebühren und liefert nebenbei noch einen hervorragenden Brennstoff. "Warum sollten wir Wasser verbrennen? Es ist so einfach, man muss es nur machen", so Eckardt.

Nicht zuletzt aufgrund der aktuellen Schadstoff- und Dieseldiskussion ist die Elektromobilität auch für Kommunen derzeit stark im Fokus. Guido Weißmann von der Kompetenzstelle Elektromobilität Bayern in Nürnberg bezeichnete die gängigen Vorurteile als "Fake-News". Im Betrieb seien Elektroautos beispielsweise wirtschaftlicher und langlebiger als die herkömmlichen Verbrenner. Das konnte Claus Schwarzmann, Bürgermeister des Marktes Eggolsheim, bestätigen. Sein kommunaler Fuhrpark fährt bereits seit einigen Jahren elektrisch, mittlerweile sind sechs E-Fahrzeuge im Einsatz. Annette Schwabenhaus aus Lappersdorf, freiberufliche Beraterin für Elektromobilität (HWK), erklärte anschließend, wie man mittels Fuhrparkanalyse die Möglichkeiten zur Umrüstung ermittelt und welche kommunalen Elektro-Fahrzeuge es derzeit auf dem Markt gibt. Was man hinsichtlich der Ladetechnik wissen muss, stellte Bernd Zeilmann, Obermeister der Innung für Elektro- und Informationstechnik Bayreuth, vor. Ergänzt wurde die Expertenrunde durch Frank Berlips von der Energievision Frankenwald e.V. in Kronach (Projekt "E-Lenker sind Zukunftsdenker"), Andreas Eichhorn von der Bayerischen Verwaltung für Ländliche Entwicklung (Projekt "landmobile") und Robert Martin, unter anderem Geschäftsführer der Klimaallianz Bamberg und der Regionalwerke Bamberg GmbH, der mit seinem 10-Punkte-Programm (zum Beispiel Einführung eines landkreisweiten kommunalen Carsharings) Maßstäbe gesetzt hat.

Zum Abschluss der Veranstaltung stellte Marco Krasser, Geschäftsführer der Stadtwerke Wunsiedel GmbH mit dem "WUNsiedler Weg", der Gesamtkonzeption der Energiewende und ihrer Umsetzung in der Stadt Wunsiedel, ein best-practice-Beispiel aus Oberfranken vor, das auch international positive Schlagzeilen macht und Besuchergruppen aus aller Welt anlockt. Statt "Energiewende" spricht Krasser lieber von "Energiezukunft". Und diese müssten auch die vielen dezentralen Energieerzeuger wie die Kommunen mitgestalten.

Die Regierung von Oberfranken wird die Veranstaltungsreihe fortsetzen. Eine Regionalkonferenz ist auch für Unternehmen in Kooperation mit den oberfränkischen Wirtschaftskammern Ende 2019 geplant.

Link auf weitere Informationen:
www.regierung.oberfranken.bayern.de/energiewende/regionalkonferenz_2019.php