Regierung von Oberfranken

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Pressemitteilung-Nr.: 101/19
30.09.2019
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"Landtag und Staatsregierung im Exil": Ausstellung in der Regierung von Oberfranken anlässlich des Jubiläums "100 Jahre Bamberger Verfassung"

In München verschärften sich nach der Ermordung des ersten bayerischen Ministerpräsidenten Kurt Eisner die politischen Spannungen. Als am 7. April 1919 in der Hauptstadt die kommunistische Räterepublik ausgerufen wurde, wichen die damalige Staatsregierung und der Bayerische Landtag vor dem drohenden Bürgerkrieg ins ruhigere Bamberg mit seinen loyalen Garnisonstruppen aus. Von dort aus setzten sie nicht nur Freikorps gegen das revolutionäre München in Bewegung, sondern trieben auch die Arbeit an der bayerischen Verfassung voran.

Daran erinnert die vom Stadtarchiv Bamberg erarbeitete Wanderausstellung mit dem Titel "Landtag und Staatsregierung im Exil". Vom 2. bis zum 31. Oktober ist sie in der Regierung von Oberfranken zu sehen. Die Ausstellung ist Teil der Feierlichkeiten zum 100-jährigen Bestehen der ersten demokratischen Verfassung des Freistaats Bayern, die in Bamberg 1919 vom Landtag vorbereitet und als Gesetz beschlossen wurde. Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz eröffnet die Ausstellung am

Mittwoch, den 2. Oktober 2019, um 17:30 Uhr
im Präsidialbau der Regierung von Oberfranken,
Ludwigstraße 20, 95444 Bayreuth.

Auf Einladung des Historischen Vereins für Oberfranken und des Historischen Vereins Bamberg spricht Archivdirektor Horst Gehringer, Leiter des Stadtarchivs Bamberg, anschließend über die Ereignisse des Jahres 1919.

In der Ausstellung wird die Funktion Bambergs als Hauptstadt auf Zeit thematisiert. Landtag und Staatsregierung mussten als Institutionen untergebracht werden, für die Mitarbeiter Unterkünfte bereitgestellt und die Versorgung der Abgeordneten und Beamten sichergestellt werden. In der Neuen Residenz waren der Ministerpräsident und etliche Ministerien untergebracht, im Harmoniegebäude am Schillerplatz tagte der Landtag. Für die einheimische Bevölkerung war die Anwesenheit von Parlament und Regierung vor allem an zahlreichen Kontroll- und Sicherungsmaßnahmen sichtbar.

Für die Sicherheitsvorkehrungen wurde eine 1.700 Mann starke Bürgerwehr gebildet. Sie diente der Entlastung der regulären Bamberger Regimenter, die von der Reichsregierung zur Niederschlagung der Räterepublik eingesetzt wurden. Die nach ihrem Entstehungsort als Bamberger Verfassung bezeichnete erste demokratische Verfassung Bayerns wurde am 12. August vom Landtag verabschiedet und am 14. August ausgefertigt.

Die Wanderausstellung besteht aus 19 Roll-Up-Aufstellern und einem Medienpaket von Filmszenen, Audiodateien, Bildern und Zeitungsausschnitten, das durch eine Smartphone-App genutzt werden kann. Dieser Teil ist im Rahmen eines preisgekrönten Jugend-forscht-Projekts vom Franz-Ludwig-Gymnasium Bamberg entwickelt worden. Die Ausstellung in der Regierung von Oberfranken ist von Montag bis Freitag von 08:00 Uhr bis 17:00 Uhr zu besichtigen.

Foto: Mitglieder der Bamberger Bürgerwehr im Wachdienst unweit der Residenz
Mitglieder der Bamberger Bürgerwehr im Wachdienst
unweit der Residenz und damit des Sitzes der
Staatsregierung.
Quelle: Stadtarchiv Bamberg | Format 2000x3000
Foto: Mitglieder der Bürgerwehr an der Würzburger Straße, einer Bamberger Ausfallstraße Richtung Westen
Mitglieder der Bürgerwehr an der Würzburger Straße, einer Bamberger Ausfallstraße Richtung Westen.
Quelle: Stadtarchiv Bamberg | Format 3000x2000