Regierung von Oberfranken

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Pressemitteilung-Nr.: 099/19
02.10.2019
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Naturschutz in Oberfranken:
Würdigung von Natura 2000-Paten im Rahmen des EU-Projekts "LIFE living Natura 2000"

Im Beisein von Regierungspräsidentin Heidrun Piwernetz wurden im Naturkunde-Museum in Coburg vier herausragende Natura 2000-Paten mit einem Festakt gewürdigt.

LIFE living Natura 2000 ist ein durch die EU gefördertes Kommunikationsprojekt für das europäische Naturerbe in Bayern. Mit diesem vielseitigen Projekt wird unter dem Motto "Ganz meine Natur" ein deutliches Zeichen für das Engagement zur Erhaltung biologischer Vielfalt in Deutschland gesetzt. Die Kampagne verfolgt das Ziel, die Bevölkerung und wichtige Nutzergruppen über das Europäische Schutzgebietsnetz Natura 2000 zu informieren und die Wertschätzung für intakte Natur, artenreiche Landschaften und Ökosystemleistungen in Bayern zu fördern. Durch gezielte und vielfältige Maßnahmen soll die Außenwirkung von Natura 2000 verbessert werden. Jedes Kampagnenjahr ist durch ausgewählte Aktionen gekennzeichnet; 2019 liegt der Schwerpunkt auf Paten- und Partnerschaften von Natura 2000. Bereits im Juli 2019 wurden drei Partnerschaften mit einem Festakt an der Regierung von Oberfranken gewürdigt.

Natura 2000 ist kein Selbstläufer. Dieses Projekt kann nur gelingen, wenn alle ihren Teil beitragen, von den lokalen Akteuren über die Behörden, von Städten und Gemeinden bis zur Bevölkerung. Die ausgezeichneten Paten gehen hier mit sehr gutem Beispiel voran.

Viele Einzelpersonen, Familien oder auch Vereine, Verbände bis hin zu staatlichen und privatwirtschaftlichen Institutionen kümmern sich um Aspekte von Natura 2000 beziehungsweise um die Schutzgüter der beiden europäischen Richtlinien (FFH- und Vogelschutzrichtlinie). Die Spanne reicht von Fledermaus- und Horst Betreuung, Engagement für einzelne Arten oder ganze Populationen bis hin zur Sammlung und Publikation von Expertenwissen. Dieses Engagement ist unverzichtbar und im ganzen Land vorhanden, aber vielfach bisher nicht hinreichend gewürdigt worden. Mit der Würdigung "Natura 2000 – Pate" soll dieses Engagement nun sichtbar gemacht werden.

Ein herausragendes Engagement für die Schutzgüter in verschiedenen Natura 2000-Gebieten in Oberfranken haben die vier Paten Martin Feulner, Volker Weigand, Sebastian Lehmeier und Klaus Fritz gezeigt.

Martin Feulner ist freiberuflicher Kartierer und hat schon von daher oberfrankenweit sehr viele Berührungspunkte mit Natura 2000. Er ist exzellenter Botaniker, der sich weit über den Beruf hinaus für die Ziele von Natura 2000 engagiert. Seine Expertise ist bei verschiedensten Institutionen gefragt. Die Weitergabe seines Wissens ist Feulner ein wichtiges Anliegen.

Volker Weigand und Sebastian Lehmeier engagieren sich seit vielen Jahrzehnten ehrenamtlich für den Vogelschutz in den "Glender Wiesen" (herausragendes FFH- und Vogelschutzgebiet) nahe Coburg. Beide sind exzellente Ornithologen, die ihren hohen Wissens- und Erfahrungsschatz im Rahmen von Umweltbildungsmaßnahmen teilen. Ihre umfangreiche Datensammlung dient oft als Grundlage für vielerlei Gutachten.

Klaus Fritz setzt sich seit 1991 als ehrenamtlicher Naturschutzwächter in den Glender Wiesen für viele verschiedene Belange von Natura 2000 ein. Sein unermüdliches Engagement gilt vor allem der Vogelwelt, denn er ist seit seiner Jugend begeisterter Ornithologe. Er unterstützt mit seinem unermüdlichen Engagement seit langem auch Volker Weigand und Sebastian Lehmeier. Ihm liegt die Unversehrtheit der einzigartigen "Glender Wiesen" besonders am Herzen, weshalb er bei seinen täglichen Streifzügen durchs Gebiet Besucher über die Ziele von Natura 2000 informiert.

Wissenswertes zum Schutzgebietsnetz Natura 2000:

Die Mitgliedstaaten der Europäischen Union haben sich verpflichtet, den drastischen Rückgang der Artenvielfalt zu bremsen und das europäische Naturerbe dauerhaft zu erhalten. Deshalb wurde Natura 2000 als europaweites Biotopverbundsystem für selten gewordene Lebensräume sowie gefährdete Tier- und Pflanzenarten ins Leben gerufen, bestehend aus Fauna-Flora-Habitat- (FFH-) Gebieten und Vogelschutzgebieten. Insgesamt sind rund 7,2 Prozent Fläche des Regierungsbezirks Oberfranken als Natura 2000-Gebiete nach Brüssel gemeldet worden, verteilt auf 114 FFH-Gebiete und zehn Vogelschutzgebiete (bayernweit: 746 FFH-, beziehungsweise Vogelschutzgebiete auf 11,4 Prozent der Fläche Bayerns).

Hauptaufgabe von Natura 2000 ist die Sicherung oder Wiederherstellung eines günstigen Erhaltungszustands der Gebiete. Zentrales Instrument dafür ist ein Managementplan, den die Naturschutz- und die Forstverwaltung für jedes Gebiet gemeinsam erarbeiten. Bei der Erstellung der Managementpläne werden bei Runden Tischen alle Beteiligten vor Ort eingebunden.

Weitere Informationen zu Natura 2000 unter:
www.reg-ofr.de/natura2000

Gruppenbild: Vorne von links nach rechts: Regierungspräsidentin von Oberfranken Heidrun Piwernetz, Volker Weigand, Klaus Fritz, Dr. Martin Feulner
Gruppenbild: Vorne von links nach rechts: Regierungspräsidentin von Oberfranken Heidrun Piwernetz, Volker Weigand, Klaus Fritz, Dr. Martin Feulner
Foto: Martin Rebhan, Neue Presse Coburg © | Format 3000x2000