Regierung von Oberfranken

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Pressemitteilung-Nr.: 103/19
04.10.2019
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In Kläranlagen steckt noch viel Energiepotenzial:
Regierung von Oberfranken informierte kommunale Vertreter und Verbänden

Die Kläranlage ist in aller Regel der größte Stromverbraucher in der Gemeinde und bietet noch viele ungenutzte Potenziale Energie einzusparen, aber auch Strom und Wärme aus Abwasser und Klärschlamm zu erzeugen. Wie das gehen kann, darüber informierte am vergangenen Dienstag die Regierung von Oberfranken über 50 interessierte Bürgermeister, Kläranlagenbetreiber und Vertreter der Abwasserzweckverbände.

Eine Reihe von Experten zeigte die Handlungsmöglichkeiten auf – auch anhand von konkreten Beispielen aus der Praxis. Michael Eckardt, Geschäftsführer der Stadtwerke Rödental, stellte mit der Kläranlage Rödental eine beispielgebende Anlage aus Oberfranken vor. Etwa die Hälfte des benötigten Stroms wird meist für die Belüftung der Klärbecken verbraucht. Eckardt hat deswegen auf eine Klärschlammfaulung umstellt und wandelt das entstehende Gas mittels Kraft-Wärme-Kopplung in nutzbare Energie um. Aufgrund der neuen Düngemittel- und Klärschlammverordnung können viele Kläranlagen ihren Klärschlamm nicht mehr landwirtschaftlich ausbringen, eine Entsorgung ist nur noch über die Verbrennung möglich. Auch dafür hat Eckardt eine Lösung gefunden. Mit einer Presse wird dieser entwässert und von der Sonne getrocknet. Das spart immense Entsorgungsgebühren und liefert einen hervorragenden Brennstoff. Für seine energieeffiziente Kläranlage erhielt er unter anderem 2014 den Bayerischen Umweltpreis und den Energy Award für Stadtwerke. Eckardt denkt aber noch weiter in die Zukunft. Mittels Smart Grid will er den gespeicherten Strom dann ins Netz speisen, wenn wenig Energie aus erneuerbaren Quellen zur Verfügung steht. Auch die Produktion von Wasserstoff könnte ein künftiges Geschäftsfeld für die Kläranlage sein.

Bei der Klärschlammbehandlung könnten sich auch mehrere Gemeinden zusammenschließen und den getrockneten Schlamm zur Strom-und Wärmeerzeugung nutzen. Das wird derzeit im Rahmen eines kommunalen Effizienznetzwerks modellhaft untersucht, mit dabei ist hier auch der Landkreis Bamberg.

Die Bayerische Staatsregierung hat bei den Regierungen 2011/2012 Energiebeauftragte eingeführt. Im Zuge dessen wurde eine Arbeitsgruppe Energiewende mit einem Energiekoordinator bei der Regierung von Oberfranken installiert, der in erster Linie die oberfränkischen Kommunen durch Information, Beratung und Vernetzung bei der Umsetzung der Energiewende unterstützt. Mit regelmäßigen Informationsveranstaltungen ("Regionalkonferenzen") greift der Energiekoordinator dabei Themenschwerpunkte der Energiewende auf, die für die Region aktuell eine besondere Bedeutung haben. Die Veranstaltungsreihe zur Energiewende in Oberfranken wird mit einer Regionalkonferenz für Unternehmen in Kooperation mit den oberfränkischen Wirtschaftskammern im November 2019 (am 26.11.2019 in Kloster Banz) fortgesetzt. Thema: Elektromobilität in der betrieblichen Praxis.

Link auf weitere Informationen:
www.regierung.oberfranken.bayern.de/energiewende/regionalkonferenz_2019_klaeranlagen.php