Regierung von Oberfranken

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Pressemitteilung-Nr.: 129/19
26.11.2019
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Erfolgreicher Start der Gewaltschutzkoordinatoren in den Asylbewerberunterkünften;
Zwischenbilanz nach drei Monaten

Vor gut drei Monaten starteten bei der Regierung von Oberfranken mit Annika Becker und Stefan Engelke zwei Gewaltschutzkoordinatoren für Asylbewerberunterkünfte ihre Tätigkeit. Stellen für Gewaltschutzkoordinatoren hat die Bayerische Staatsregierung in allen bayerischen Regierungsbezirken geschaffen.

Die Gewaltschutzkoordinatoren stehen als zentrale Ansprechpartner für Frauen, Kinder und andere besonders Schutzbedürftige zur Verfügung. So sollen gerade diese Personengruppen noch besser geschützt und das Zusammenleben der Menschen in den Unterkünften insgesamt noch sicherer gestaltet werden. Die Gewaltschutzkoordinatoren arbeiten eng mit ihren Partnern vor Ort, also den ehrenamtlich tätigen Unterstützerkreisen, den Sozialverbänden und weiteren Behörden, zusammen. Ihre Aufgabe ist es außerdem, gemeinsam mit den untergebrachten Personen sowie den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern konkrete Gewaltschutzkonzepte für die jeweilige Unterkunft zu erarbeiten.

Stefan Engelke ist zuständig für die ANKER-Einrichtung Oberfranken (AEO) in Bamberg, Annika Becker für alle Gemeinschaftsunterkünfte in Oberfranken. Sie erstellt zunächst ein Gewaltschutzkonzept für die Projektunterkünfte Wilhelm-Busch-Straße 2 und 5 in Bayreuth, das auf andere Unterkünfte übertragen werden soll.

Stefan Engelke hat sich beispielsweise mit dem Ombudsteam für die AEO sowie dem Verein "Freund statt Fremd" ausgetauscht. Auch die Zusammenarbeit mit der Flüchtlings- und Integrationsberatung, der Polizei und dem städtischen Jugendamt spielt für ihn eine große Rolle. Er konnte bereits in vielen Fällen vermitteln und Bewohnerinnen und Bewohnern Hilfestellungen geben und Konflikte lösen. Innerhalb kürzester Zeit konnte er ein Vertrauensverhältnis zu den Bewohnern in der AEO aufbauen, so dass sie ihm beispielsweise auch persönliche Erlebnisse wie Missbrauchserfahrungen auf der Flucht oder häusliche Gewalt anvertrauen. Auf Grundlage dieser Gespräche und Erfahrungen evaluiert er zurzeit das bestehende Schutzkonzept. Weiterhin ist sein Ziel, tagesstrukturierende Maßnahmen auszubauen.

Auch für Annika Becker spielt die Netzwerkarbeit rund um das Themengebiet Asyl eine wichtige Rolle. Sie hat bereits Bewohnertreffen gemeinsam mit dem Sozialamt Bayreuth, dem Verein "Bunt statt Braun" und weiteren Akteuren durchgeführt. Dies schaffte eine erste Vertrauensbasis, die für Becker eine Grundsäule ihres Handelns darstellt. "Partizipative Maßnahmen wie diese sind relevant für die Prävention von Gewalt und die Verfassung des Schutzkonzeptes", so Becker. In nächster Zeit will sie die interkulturelle Kommunikation durch verschiedene Angebote in den Unterkünften fördern. Des Weiteren sind räumliche Umstrukturierungen zum Schutz von Frauen und Kindern geplant.