Regierung von Oberfranken

Pressemitteilung-Nr.: 067/20
10.09.2020
PDF-Version (184 KB)

Natura 2000: Naturschutz in Oberfranken:
gelungene Maßnahmenumsetzung von Erhaltungsmaßnahmen für die Flussperlmuschel und den Goldenen Scheckenfalter

Regierungsvizepräsident Thomas Engel stellte zusammen mit dem Bund Naturschutz Hof als Projektverantwortlichem ein leuchtendes Beispiel für eine gelungene Umsetzung von Erhaltungsmaßnahmen für die Flussperlmuschel und den Goldenen Scheckenfalter vor.

LIFE living Natura 2000 ist ein durch die EU gefördertes Kommunikationsprojekt für das europäische Naturerbe in Bayern. Mit diesem vielseitigen Projekt wird unter dem Motto Ganz meine Natur ein deutliches Zeichen für das Engagement zur Erhaltung biologischer Vielfalt in Deutschland gesetzt. Die Öffentlichkeitskampagne verfolgt das Ziel, die Bevölkerung und wichtige Nutzergruppen über das Europäische Schutzgebietsnetz Natura 2000 zu informieren und die Wertschätzung für intakte Natur, artenreiche Landschaften und Ökosystemleistungen in Bayern zu fördern. Im Rahmen dieses Kommunikationsprojekts soll durch gezielte und vielfältige Maßnahmen die Außenwirkung von Natura 2000 verbessert werden. Jedes Kampagnenjahr ist durch ausgewählte Aktionen gekennzeichnet; 2020 liegt der Schwerpunkt auf der gelungenen Umsetzung von Erhaltungsmaßnahmen aus den Managementplänen einzelner Natura 2000-Gebiete.

Natura 2000 ist kein Selbstläufer. Dieses Projekt kann nur gelingen, wenn alle ihren Teil beitragen, vom Landwirt über die Behörden, von Städten und Kommunen bis zu den Bürgern. Der Bund Naturschutz mit der Kreisgruppe Hof, deren Verdienste zur Erhaltung der Flussperlmuschel und des Goldenen Scheckenfalters im Rahmen dieser Veranstaltung vorgestellt wurden, geht dabei mit sehr gutem Beispiel voran.

Viele Einzelpersonen, Familien oder auch Vereine, Verbände bis hin zu staatlichen und privatwirtschaftlichen Institutionen kümmern sich um einzelne Aspekte von Natura 2000 beziehungsweise um die Schutzgüter der beiden europäischen Richtlinien (FFH- und Vogelschutzrichtlinie). Die Spanne reicht von Fledermaus- und Horstbetreuung, Engagement für einzelne Arten oder ganzen Populationen bis hin zur Sammlung und Publikation von Expertenwissen. Dieses Engagement ist unverzichtbar und im ganzen Land vorhanden.

Auch der Bund Naturschutz Hof engagiert sich in den FFH-Gebieten Nordost-bayerische Bachtäler um Rehau und Habitate des Skabiosen-Scheckenfalters bei Selb mit großem Eifer für die Belange von Natura 2000. Der Erhalt der artenreichen Wiesen, die dem Skabiosen-Scheckenfalter, auch Goldener Scheckenfalter genannt, als Lebensraum dienen, ist dabei besonders wichtig, denn nicht nur dieser Schmetterling, sondern auch eine Vielzahl anderer bedrohter Tiere benötigen zum Überleben diese schönen, blumenbunten Wiesen. Darüber hinaus wird in der Huschermühle bei Regnitzlosau vom Bund Naturschutz Hof eine Flussperlmuschelzuchtanlage betrieben. Dieses Zuchtprojekt zum Erhalt dieser einst weit verbreiteten Muschelart ist deutschlandweit einzigartig und zeigt erste gute Erfolge. Es konnten bereits 3000 Jungmuscheln in Bäche eingesetzt werden. Bei dem Vor-Ort-Termin an der Huschermühle und auf einer Habitatfläche des Goldenen Scheckenfalters konnten mit allen Beteiligten die Erfolge der gelungenen Maßnahmenumsetzung diskutiert und quasi live betrachtet werden.

Weitere Informationen erhalten Sie unter www.reg-ofr.de/natura2000.

Die Futterpflanze der Raupen des Goldenen Scheckenfalters: der Teufelsabbiss
Die Futterpflanze der Raupen des Goldenen Scheckenfalters: der Teufelsabbiss
Foto: Martin Renger, Bayerische Forstverwaltung/AELF Bamberg © | Format 3000x2000
Zwei erwachsene Exemplare der Flussperlmuschel in einem Zuchtbecken in der Huschermühle
Zwei erwachsene Exemplare der Flussperlmuschel in einem Zuchtbecken in der Huschermühle: Diese Exemplare sind etwa 60 Jahre alt.
Foto: Martin Renger, Bayerische Forstverwaltung/AELF Bamberg © | Format 3000x2000