Hauptbetriebsplan der N-ERGIE AG, Nürnberg, für die Aufsuchung von Erdwärme mittels 2D-Seismik in den Erlaubnisfeldern „NÜRNBERG“ und „SIGENA“
Gegenstand des Verfahrens
Mit Schreiben vom 06.03.2026 hat die N-ERGIE AG, Nürnberg, die Durchführung von seismischen Messungen in den bergrechtlichen Erlaubnisfeldern „NÜRNBERG“ und „SIGENA“ beantragt. Nach ersten Erkundungen mittels Spezialflugzeug und umfangreichen Auswertungen vorhandener Daten wird im Anschluss mittels 2D-Seismik (sog. Vibro-Seis-Methode) der Untergrund untersucht. Die gewonnenen Erkenntnisse dienen der Ausarbeitung der Machbarkeit zur Nutzbarmachung des geothermischen Potenzials und damit der nachhaltigen Versorgung der Stadt Nürnberg mit Wärme.
Das beantragte Vorhaben liegt innerhalb des Erlaubnisfeldes „SIGENA“ und überdeckt das Stadtgebiet von Nürnberg sowie teilweise die angrenzenden Städte und Landkreise. Folglich sind die folgenden Gemeindegebiete betroffen: Cadolzburg, Erlangen, Feucht, Fürth, Heroldsberg, Kammerstein, Lauf a.d. Pegnitz, Nürnberg, Oberasbach, Obermichelbach, Rohr, Roßtal, Röthenbach a.d. Pegnitz, Rückersdorf, Stein b. Nürnberg, Schwabach, Schwaig b. Nürnberg, Schwanstetten, Schwarzenbruck, Seukendorf, Veitsbronn, Wendelstein, Zirndorf; betroffen sind ebenso die Landkreise Erlangen-Höchstadt, Fürth, Nürnberger Land und Roth.
Im Rahmen der „2D-Seismik“ wurden sechs Messlinien im Großraum Nürnberg festgelegt, an welchen Messkabel und Geophone (Erdmikrofone) ausgelegt werden. Im weiteren Verlauf des Vorhabens kann es zu geringfügen Anpassungen der Messlinien kommen. In unmittelbarer Nähe zu den festgelegten Messlinien erfolgt die Anregung durch spezielle Messfahrzeuge (sog. Vibro-Trucks). Die Vibro-Trucks erzeugen Schallwellen, welche tief in den Boden eindringen. An den verschiedenen Gesteinsschichten im Untergrund werden die Schallwellen reflektiert und von den Geophonen an der Oberfläche registriert (Reflexionsseismik). Die Messergebnisse werden jedoch durch Lockergesteine und die Verwitterungszone nahe der Erdoberfläche beeinflusst. Mittels Refraktionsseismik wird die Grenze zum Festgestein bestimmt, um Störeinflüsse durch Lockergesteine und die Verwitterungszone zu korrigieren.
In Verbindung mit bereits bekannten Daten aus Bohrungen und den neu erfassten Daten ist die Erstellung eines detaillierten Modells des Untergrunds und damit ein Einblick in geologische Strukturen und Ressourcen möglich.
Folgender Zeitplan ist für die Durchführung der 2D-Seismik vorgesehen:
- Einholung der Genehmigungen zum Betreten der Grundstücke (Permitting): ab November 2025 bis Juli 2026
- Geplanter Zeitraum der 2D-Seismik: Juli 2026 bis November 2026
- Dauer der seismischen Messungen: ca. 4 Wochen
Ein Ende der Arbeiten (Abbau der Messkabel und Geophone) wird spätestens Anfang Dezember 2026 geplant. Der detaillierte Zeitplan wird vor Beginn der Messungen dem Bergamt Nordbayern vorgelegt.
Die Arbeitsschritte umfassen das satellitengestützte Einmessen und temporäre Markieren der Anregungs‑ und Aufnahmepunkte, das Auslegen der Geophone (vorzugsweise kabellos, ggf. mit Messkabeln) sowie die Anregung mit den Vibro-Trucks. Etwaige Schäden, die im Zuge der Messungen entstanden sind, werden beseitigt.
Die Geländearbeiten sollen an 6 Tagen der Woche (Montag bis Samstag) in der Zeit von ca. 6 Uhr bis 22 Uhr durchgeführt werden. Um zu hohe Störgeräusche bei der Aufnahme der Signale und Staus auf Hauptverkehrsadern zu vermeiden, kann im Einzelfall eine Messung zu verkehrsberuhigten Zeiten (Sonn‐ und Feiertage) notwendig sein. Die erforderliche Genehmigung für Nachtarbeit wird gesondert beantragt. Über den genauen Zeitpunkt der Arbeiten werden alle betroffenen Behörden und Einrichtungen rechtzeitig durch das beauftragte Unternehmen (Permitter) informiert.
(Stand: 28.04.2026)
Bekanntmachung
- Bergamt Nordbayern (Auslegungszeitraum: vom 29.04.2026 bis 29.05.2026)
