Regierung von Oberfranken

380/110-kV-Leitung
Ersatzneubau Ostbayernring

Gegenstand des Verfahrens

Die Stromübertragungsnetzbetreiberin TenneT TSO GmbH, Bayreuth, plant, ihr überregionales Höchstspannungsstromnetz durch einen Ersatzneubau der bestehenden Höchstspannungsleitung des sog. Ostbayernrings auszubauen.

Der Ostbayernring ist eine rund 185 Kilometer lange Stromtrasse, die vom Umspannwerk Redwitz a.d.Rodach in Oberfranken über die Umspannwerke Mechlenreuth und Etzenricht bis nach Schwandorf in die Oberpfalz führt.

Ersatzneubau Ostbayernring - Leitungsverlauf
Ersatzneubau Ostbayernring - Leitungsverlauf
Grafik: Tennet TSO GmbH - November 2016 ©

Die Leitung wurde in den 1970er Jahren in Betrieb genommen und ist mit einem 220 kV- und einem 380 kV-Stromkreis bestückt. Streckenweise werden 110 kV-Leitungen der Bayernwerk AG im Gestänge des Ostbayernrings mitgeführt. Der geplante Ersatzneubau mit künftig zwei 380 kV-Stromkreisen wird im Regierungsbezirk Oberfranken eine Länge von rund 85 km haben und verläuft überwiegend parallel in enger Anlehnung an die Bestandstrasse. Lediglich in Bereichen, in denen eine unmittelbare Anlehnung an die bestehende Leitung nicht möglich bzw. nicht sinnvoll ist - wie z. B. bei zu großer Annäherung an Wohnsiedlungsbereiche -, ist unter Berücksichtigung der örtlichen Gegebenheiten eine Abweichung von der Bestandstrasse vorgesehen. In Oberfranken wird das Vorhaben in die Planungsabschnitte B von der Regierungsbezirksgrenze Oberpfalz/Oberfranken bis zum Umspannwerk Mechlenreuth und dem Abschnitt C vom Umspannwerk Mechlenreuth bis zum Umspannwerk Redwitz a.d.Rodach aufgeteilt.

Die Bestandsleitung wird nach Inbetriebnahme des Ersatzneubaus vollständig zurückgebaut werden.

Im Bundesbedarfsplangesetz ist die Leitungsbaumaßnahme als Vorhaben Nr. 18 aufgelistet. Durch das Gesetz werden die energiewirtschaftliche Notwendigkeit und der vordringliche Bedarf für die Leitung verbindlich festgestellt.

Nach dem Netzentwicklungsplan dient das Vorhaben der Erhöhung der Übertragungskapazität innerhalb Bayerns. Die Vorhabenträgerin sieht den Ausbau als netztechnisch erforderlich an, weil aufgrund der zunehmenden Einspeisung regenerativer Energien der Ostbayernring regelmäßig an seine Kapazitätsgrenzen gelange. Um die Versorgungs-, Netz- und Ausfallsicherheit für die gesamte Region Oberfranken und Oberpfalz auch zukünftig sicherstellen zu können, müsse demnach die Transportkapazität des Ostbayernrings deutlich erhöht werden.

Für das Gesamtvorhaben wurde bereits 2015 die Durchführung eines Raumordnungsverfahrens beantragt und mit dem Erlass der landesplanerischen Beurteilung vom 16.11.2016 abgeschlossen.

Das für die Zulassung des Vorhabens erforderliche Planfeststellungsverfahren ist von TenneT am 17.05.2018 mit Einreichung des Planfeststellungsantrages für den Planabschnitt C bei der Regierung eingeleitet worden. Der Plan besteht aus insgesamt 14 Aktenordnern mit Karten, Gutachten, Plänen und Berichten.

Die Trasse des etwa 51 km langen Planabschnitts C führt durch die Gebiete des Marktes Marktzeuln, der Gemeinde Redwitz a.d.Rodach, der Stadt Burgkunstadt, der Märkte Küps und Mainleus, der Städte Kulmbach und Stadtsteinach, der Gemeinde Guttenberg, der Märkte Grafengehaig und Marktleugast, der Gemeinde Weißdorf sowie der Stadt Münchberg. Es sind die vier Landkreise Lichtenfels, Kronach, Kulmbach und Hof betroffen.

Für die Hauptleitung werden insgesamt 124 Maste neu errichtet. Die Masten werden zwischen 47 und maximal 98 m hoch sein. Dabei werden aber nur wenige hohe Maste in den seltenen Fällen der Überspannung wertvoller Waldbestände erforderlich sein.

Zunächst werden die umfangreichen Planunterlagen durch die Regierung als zuständiger Planfeststellungsbehörde auf Vollständigkeit geprüft.

Sofern die Antragsunterlagen auslegungsreif sind, wird die Regierung formell das Planfeststellungsverfahren eröffnet. Danach wird das Anhörungsverfahren mit breiter Öffentlichkeitsbeteiligung durch die Auslegung der Planunterlagen nach ortsüblicher Bekanntmachung in den betroffenen Gemeinden eingeleitet. Das wird voraussichtlich frühestens ab September 2018 möglich sein. Parallel zur Planauslegung werden die betroffenen Behörden am Verfahren beteiligt und zur fachlichen Stellungnahme aufgefordert werden.

Die weiteren Verfahrensbekanntmachungen und der Verfahrensstand werden an dieser Stelle fortlaufend veröffentlicht.
Mit Beginn der Planauslegung in den betroffenen Gemeinden werden auch die vollständigen Planunterlagen auf dieser Internetseite zur Einsichtnahme bereitgestellt werden.

(Stand: 23.05.2018)

Ihr Ansprechpartner

Alfred Neukum
Tel.: 0921/604-1368
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E-Mail: Alfred Neukum