Regierung von Oberfranken

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Liste der Pflanzen von globaler bzw. bundesweiter Bedeutung im Regierungsbezirk Oberfranken

Oberfranken besitzt eine große Verantwortung für eine Vielzahl von Pflanzenarten. Rund 1600 Arten von Farn- und Blütenpflanzen sind im Regierungsbezirk Oberfranken einheimisch bzw. können als inzwischen eingebürgerte Neophyten bezeichnet werden. In diesem Zusammenhang sei auf die

verwiesen.

Foto von Cypridedium calceolus von Stephan Neumann
Cypridedium calceolus
© Stephan Neumann
Foto von Sorbus hohenesteri von Stephan Neumann
Sorbus hohenesteri
© Stephan Neumann
 

Es gibt eine beachtliche Zahl von Arten, deren Vorkommen weltweit auf Oberfranken beschränkt ist (Endemiten). Einige Arten haben noch einzelne Vorkommen in benachbarten Regierungsbezirken oder Bundesländern (Subendemiten). Endemischen Status besitzen insbesondere verschiedene Habichtskräuter (Gattung Hieracium) oder Mehlbeerarten (Gattung Sorbus).

 

Globale bzw. bundesweite Verantwortung kommt dem Regierungsbezirk Oberfranken insbesondere bei folgenden Sippen zu:

Wissenschaft-
licher Name
Deutscher NameBemerkung
Armeria maritima ssp. serpentini (Gauckler) Rothm.Serpentin-GrasnelkeEndemit für Oberfranken. Einziges Vorkommen im Landkreis Hof;
Alleinverantwortung Bayerns innerhalb Deutschlands.
Asplenium adulterinum
Milde
Braungrüner StreifenfarnSchwerpunktvorkommen Deutschlands in Oberfranken (Landkreise Kulmbach und Hof); Hauptverantwortung Bayerns innerhalb Deutschlands
Asplenium x alternifolium nsubsp. heufleri
Reichard
Heuflers StreifenfarnMehrere Vorkommen auf Diabas im Stadtgebiet von Hof.
Asplenium cuneifolium
Viv.
Serpentin-StreifenfarnSchwerpunktvorkommen Deutschlands in Oberfranken (Landkreise Kulmbach und Hof); Hauptverantwortung Bayerns innerhalb Deutschlands
Asplenum x wojaense S. Jess, hybr. nov.Woja-StreifenfarnNeufund eines Hybriden aus A. cuneifolium u. A. sptentrionale an der Wojaleite bei Wurlitz (JESSEN 2008)
Festuca amethystina subsp. ritschlii (sprib.) Lemke ex Markgr.-Dann. Ritschlis Amethyst-SchwingelBundesweit einziges Vorkommen im Veldensteiner Forst mit wenigen Exemplaren, Alleinverantwortung Oberfrankens innerhalb Deutschlands
Gentianella campestris ssp. baltica (Murb.) A.
Löve & D. Löve
Baltischer Feld-EnzianEhemaliger Verbreitungsschwerpunkt in Oberfranken (Fichtelgebirge) sowie in Sachsen (Erzgebirge), heute sehr selten auf Serpentinit; Große Verantwortung der deutschen Vorkommen für den globalen Erhalt der Sippe.
Geranium bohemicum L.Böhmischer StorchschnabelWiederfund für Deutschland im Selber Forst, Landkreis Wunsiedel; GEBHARDT in 2002
Hieracium franconicum (Griseb.) ZahnFränkisches HabichtskrautSubendemit für Oberfranken (ansonsten nur noch auf der Schwäbischen Alb bei Bad Urach); weltweit größte Populationen in Oberfranken (Landkreis Forchheim); Hauptverantwortung Bayerns innerhalb Deutschlands
Hieracium harzianum
Zahn
Harzsches HabichtskrautEndemit für Oberfranken; weltweit einziges Vorkommen auf der Ehrenbürg bei Forchheim; Alleinverantwortung Bayerns innerhalb Deutschlands
Hieracium schneidii
Schack & Zahn
Schneids HabichtskrautEndemit für Oberfranken; einzige Vorkommen in der Fränkischen Schweiz (Lokalendemit der Wiesentalb);
Alleinverantwortung Bayerns innerhalb Deutschlands
Orobanche coerulescens StephanBläuliche SommerwurzVorkommen nur in der Pegnitz-Kuppenalb als isolierter Vorposten des globalen Areals; Hohe Verantwortung Deutschlands. Alleinverantwortung Bayerns innerhalb Deutschlands
Sorbus adeana
N. Mey.
Ades MehlbeereEndemit für Oberfranken;
einzige Vorkommen in der Nördlichen Frankenalb im Landkreis Lichtenfels (agamospermer Lokalendemit des Kleinziegenfelder Tales und des Bärentales);
Alleinverantwortung Bayerns innerhalb Deutschlands
Sorbus cordigastensis
N. Mey
Kordigast-MehlbeereEndemit für Oberfranken;
einzige Vorkommen in der Nördlichen Frankenalb im Landkreis Lichtenfels (agamospermer Lokalendemit des Großen und Kleinen Kordigast bei Weimain);
Alleinverantwortung Bayerns innerhalb Deutschlands
Sorbus franconica
Bornm. ex. Düll
Fränkische MehlbeereSubendemit für Oberfranken;
Hauptvorkommen in der Nördlichen Frankenalb in den Landkreisen Forchheim und Bayreuth (ansonsten noch im Altmühltal und im Landkreis Donau-Ries);
Alleinverantwortung Bayerns innerhalb Deutschlands
Sorbus harziana
N. Mey.
Harzsche MehlbeereEndemit für Oberfranken;
einzige Vorkommen in der Nördlichen Frankenalb (agamospermer Lokalendemit des Bärentals bei Weismain)
Alleinverantwortung Bayerns innerhalb Deutschlands
Sorbus hohenesteri
N. Mey.
Hohenesters MehlbeereEndemit für Oberfranken;
einziges Vorkommen an einem Standort im Landkreis Forchheim (agamospermer Lokalendemit des Leutenbacher Albtraufs);
Alleinverantwortung Bayerns innerhalb Deutschlands
Sorbus pulchra
N. Mey.
Gößweinsteiner MehlbeereEndemit für Oberfranken; einzige Vorkommen in der Nördlichen Frankenalb in den Landkreisen Forchheim und Bayreuth (agamospermer Lokalendemit der Gößweinsteiner Alb);
Alleinverantwortung Bayerns innerhalb Deutschlands
Woodsia ilvensis
(L.) R. Br.
Südlicher WimperfarnÜberraschender Wiederfund des bundesweit stark rückläufigen Glazialrelikts im Höllental
(Frankenwald) im Jahre 2012 und im Saaletal bei Hof im Jahre 2014
Bundesweite Verantwortung für die Art
 

Bayernweite Verantwortung kommt dem Regierungsbezirk Oberfranken insbesondere bei folgenden Sippen zu (Schwerpunktvorkommen in Oberfranken)

Wissenschaft-
licher Name
Deutscher NameBemerkung
Adonis flammea
Jacq.
Flammen-AdonisröschenNoch kleine Vorkommen in der Nördlichen Frankenalb und im oberfränkischen Muschelkalk
Aira caryophyllea
subsp.
multiculmis (Dumort.) Bonnier & Langens 1894
Vielstängeliger SchmielenhaferBisher einziger, bekannter Wuchsort in Bayern auf dem Flugfeld Breitenau in Bamberg
Arctostaphylos uva-ursi
(L.)
Spreng.
Immergrüne BärentraubeNeben dem bayerischen Verbreitungsschwerpunkt im Alpenvorland nurmehr ein isoliertes Vorkommen in der Fränkischen Schweiz (Eiszeitrelikt), ein weiteres großes Vorkommen im Grünen Band bei Coburg (wenige Meter auf thüringischer Seite)
Artemisia austriaca
Jacq. 1779
Österreichischer BeifußSeit den 70er Jahren auf dem Flugfeld Breitenau in Bamberg bekannt als eines der beiden Vorkommen in Bayern
Campanula cervicaria L.Borstige GlockenblumeNach dramatischem Rückgang nur mehr vereinzelt in Franken (insbes. Unterfranken mit Einstrahlungen in das westl. Oberfranken) sowie im Landkreis Donau-Ries. In Oberfranken nur noch ein Vorkommen im Lkr. Bamberg
Cardaminopsis petraea
(L.)
Hiitonen
Felsen-SchaumkresseIn Bayern nur in der Frankenalb, insbesondere von der Pegnitz- bis in die Wiesentalb, Hauptverbreitung in Deutschland
Chenopodium urbicum
L.
Straßen-GänsefußDie bayernweit stark rückläufige und vom Aussterben bedrohte Art konnte 2012 im Stadtgebiet von Coburg und bei Bindlach (Lkr. Bayreuth) wiederentdeckt werden
Chimaphila umbellata (L.) BartonDoldiges Winterliebz.T. großflächige, bayernweit wohl die bedeutendsten Vorkommen bei Haid und Oberhaid
Corrigiola litoralis L. HirschsprungIn Bayern bislang nur im unterfränkischen Kahl. Neufund von GORNY in 2007 im Landkreis Wunsiedel
Dactylorhiza sambucina
(L.)
Soo
Holunder-KnabenkrautBundesweit die bedeutendsten Vorkommen im Frankenwald (50 % des Bundesbestands, die drei individuenreichsten Populationen der Bundesrepublik)
Dianthus gratianopolitanus
Vill.
PfingstnelkeNoch individuenreiche Bestände auf Serpentinit und Diabas im Lkr. Hof, Restvorkommen im Jura (Lkr. Forchheim); hohe Verantwortlichkeit Deutschlands für die Art
Diphasiastrum alpinum (L.) HolubAlpen-FlachbärlappIn Oberfranken nur punktuell; Bayern beherbergt etwa 60 % aller deutschen Bestände (BENNERT et al. 2000; HORN et al. 2001)
Diphasiastrum issleri (Rouy) HolubIssler's FlachbärlappIn Oberfranken v.a. im Fichtelgebirge; Bayern beherbergt über 50 % aller deutschen Bestände (BENNERT et al. 2000; HORN et al. 2001)
Diphasiastrum tristachyum (Pursh) HolubZypressen-FlachbärlappIn Bayern auf den nördlichen und östlichen Landesteil beschränkt, was ca. 20 % des gesamten deutschen Bestandes entspricht (BENNERT et al. 2000; HORN et al. 2001)
Diphasiastrum zeilleri (Rouy) HolubZeiller's FlachbärlappNord- und Ostbayern beherbergen fast 80% aller deutschen Bestände (BENNERT et al. 2000; HORN et al. 2001)
Fritillaria meleagris L.SchachblumeBotanische Besonderheit des Bayreuther Raumes; nach den unterfränkischen Vorkommen im Sinntal die mit Abstand individuenreichsten Bestände in Bayern
Galium schultesii VestGlattes Wald-LabkrautEinzige bayerische Vorkommen in den Eierbergen bei Banz und im Frankenwald
Galium spurium L. ssp. spuriumKahles Grünblütiges LabkrautBayerische Vorkommen nur in Oberfranken (Lkr. Bayreuth, Lkr. Wunsiedel); Hauptverantwortung Bayerns innerhalb Deutschlands
Geranium lucidum L.Glänzender StorchschnabelEinziges bayerisches Vorkommen an einem Felsen in der Wiesentalb im Lkr. Forchheim
Hieracium bupleuroides C. C. Gmel.Hasenohr-HabichtskrautEiszeitrelikt in der Wiesentalb zwischen Streitberg und Pottenstein, ansonsten nur im Alpenraum
Hieracium calodon
Tausch ex Peter
Schönhaariges HabichtskrautIn Bayern nur in der Nördlichen Frankenalb (Wiesenttal zwischen Muggendorf und Behringersmühle sowie im Bärental bei Weismain) und im mittleren Maintal bei Würzburg
Hieracium onosmoides
Fr.
Lotwurzblättriges HabichtskrautSehr selten auf Diabasfelsen im Höllental (Frankenwald)
Hieracium schmidtii ssp. comatulum (Jord. ex Boreau) GottschlichWenighaariges Blasses HabichtskrautIn Oberfranken nur noch im Höllental, Eiszeitrelikt
Hypochoeris glabra L.Kahles FerkelkrautHauptvorkommen Bayerns im Bereich des Regnitzbeckens und des nördlichen Steigerwaldes
Juncus capitatus
Weigel
Kopf-BinseSchwerpunkt des bayerischen (Rest-)Vorkommens im Bereich des Aischgrundes, zudem auf dem Flugfeld Breitenau in Bamberg
Legousia hybrida (L.)
Delarbre
Kleiner FrauenspiegelEhemals für Bayern verschollen geglaubte Art konnte an wenigen Stellen in Bayern (u.a. Albtrauf im Landkreis Forchheim) wiedergefunden werden
Luronium natans (L.)
Raf
FroschkrautEinziges natürliches Vorkommen Bayerns in einem Teich im Landkreis Wunsiedel
Marrubium vulgare L.Gewöhnlicher AndornIn Bayern fast erloschen. Rezente, spontane Nachweise nur mehr bei Weiden und Bamberg (hier spontane Verwilderung nach Ansaat; MEIEROTT 2001).
Meum athamanticum
Jacq.
BärwurzHauptvorkommen in Bayern im Frankenwald und Fichtelgebirge
Nymphaea candida C. PreslGlänzende SeeroseIn Bayern Hauptverbreitung in Oberfranken und der nördlichen Oberpfalz
Orlaya grandiflora (L.)
Hoffm.
Strahlen-BreitsameRezente Nachweise in Bayern nur in der Wiesentalb sowie im Altmühltal
Orobanche arenaria
Borkh.
Sand-SommerwurzIn Bayern nur im Landkreis Bamberg sowie in Unterfranken (mittleres Maintal)
Pilularia globulifera L.Gewöhnlicher PillenfarnHauptvorkommen in Bayern im mittelfränkischen Aischgrund mit Einstrahlungen in das westl. Oberfranken (Lkr. Forchheim), zudem bei Marktredwitz im Fichtelgebirge
Potamogeton polygonifolius
Pourr.
Knöterich-Laich-KrautBayernweiter Verbreitungsschwerpunkt im Fichtelgebirge und im Vogtland (Rehauer Forst)
Potentilla inclinata Vill.Graues FingerkrautEines der wenigen und sehr zertreuten bayerischen Vorkommen in Bamberg (Hafen)
Pulicaria vulgaris
Gaertn.
Kleines FlohkrautDie bayernweit zerstreuten Vorkommen sind am Erlöschen. Letzte Nachweise im Raum Bamberg und Haßfurt
Pyrola media
Sw.
Mittleres WintergrünStark rückläufige Art in Bayern, bedeutende bayerische Vorkommen außerhalb der Alpen v.a. im Coburger, Wunsiedler und Bayreuther Raum
Saxifraga rosacea
Moench s.l.
Rasen-SteinbrechEiszeitrelikt zerstreut in der Wiesent- und Pegnitzalb, zudem wenige Vorkommen auf Serpentinit im Lkr. Hof
Sagina nodosa (L.)
Fenzl
Knotiges MastkrautNeben den Hauptvorkommen im Alpenraum in Oberfranken im Veldensteiner Forst und bei Bamberg
Scorzonera hispanica
L.
Garten-SchwarzwurzelWildform mit lineal-lanzettlichen Blättern als Rarität im Coburger Grabfeld (westl. Teil der Langen Berge als indigene Vorkommen)
Sedum telephium ssp. fabaria
Kirschl.
Berg-FetthenneNeben den bayerischen Haupt-Vorkommen im Vorderen Bayerischen Wald vereinzelt im Landkreis Wunsiedel und Landkreis Hof
Sparganium angustifolia
Michx.
Schmalblättriger IgelkolbenEinzige rezente bayerische Vorkommen nur mehr an zwei Fundorten im Fichtelgebirge sowie in drei kleinen Karseen in den Allgäuer Alpen
Stachys arvensis (L.) LAcker-ZiestArchäophyt, dessen Vorkommen in Bayern auf Franken beschränkt ist. In Oberfranken insbesondere im Obermaingebiet
Succisella inflexa (Kluk) BeckÖstlicher TeufelsabbissEin rezentes Vorkommen im Hauptsmoorwald bei Bamberg als eines der wenigen historisch belegten Vorkommen in Bayern
Trichomanes speciosum
Willd.
Prächtiger DünnfarnBayerischer Verbreitungsschwerpunkt in Unter- und Oberfranken, insbesondere auf Rhätsandsteinfelsen. Kommt nur als Gametophyt vor.
Vaccaria hispanica
(Mill.)
KuhkrautDeutschlandweit vom Aussterben bedrohter Archaeophyt, sehr selten auf Äckern der Hollfelder Mulde und spontan im Lkr. Bamberg
Viola persicifolia
Schreb.
Gräben-VeilchenEin rezentes Vorkommen im Maintal bei Bamberg in mehreren Teilpopulationen als eines der wenigen und inzwischen vom Aussterben bedrohten Vorkommen in Bayern

Artenhilfsmaßnahmen bzw. regelmäßige Bestandsuntersuchungen finden u.a. zu nachfolgenden Sippen statt:

Foto von Dianthus gratianopolitanus von Stephan Neumann
Dianthus gratianopolitanus
© Stephan Neumann
Foto von Fritillaria meleagris von Stephan Neumann
Fritillaria meleagris
© Stephan Neumann
 

Weiterführende Links

 
Foto von Orlaya grandiflora von Stephan Neumann
Orlaya grandiflora
© Stephan Neumann
Foto von Sorbus harziana von Stephan Neumann
Sorbus harziana
© Stephan Neumann
 

Weiterführende Literatur

 
Foto von Chimaphila umbellata von Stephan Neumann
Chimaphila umbellata
© Stephan Neumann
Foto von Luronium natans von Stephan Neumann
Luronium natans
© Stephan Neumann
 

Ansprechpartner

Stephan Neumann
Sachgebiet 51
Tel.: 0921/604-1597
Fax: 0921/604-4597
E-Mail: Stephan Neumann