Regierung von Oberfranken

Gewässergüte

Ziel des Gewässerschutzes

Das Ziel eines effektiven Gewässerschutzes besteht darin, die noch unbelasteten Gewässer in ihrem Zustand zu bewahren und die zivilisationsbedingten Einwirkungen auf unsere Bäche, Flüsse und Seen so zu verringern, dass sie intakte Lebensräume für aquatische Tiere und Pflanzen darstellen. Nur so sind sie in der Lage, auch für uns Menschen viele wichtige und zum Teil lebenswichtige Nutzungen zu ermöglichen.

Um Gefährdungen für unsere Gewässer rechtzeitig zu erkennen und gezielte Abhilfe-maßnahmen ergreifen zu können, ist eine umfassende Kontrolle notwendig. Im Rahmen der Technischen Gewässeraufsicht überwachen in Oberfranken Fachleute der Wasserwirtschaftsämter Hof und Kronach sowie der Regierung von Oberfranken gemeinsam den Zustand der Gewässer.

Die Oberflächengewässer in Oberfranken werden sowohl chemisch als auch biologisch untersucht. Die chemischen Daten liefern ein exaktes Bild von den Konzentrationen der einzelnen Wasserinhaltsstoffe zum Zeitpunkt der Probenahme. Es handelt sich somit um Momentaufnahmen.

Foto Fachpersonal der Wasserwirtschaftsämter bei einer biologischen Gewässeruntersuchung

Die biologischen Untersuchungen dagegen erfassen durch eine Bestandsaufnahme der Lebensgemeinschaft in einem Gewässer die Verhältnisse über einen längeren Zeitraum. Die im Wasser lebenden Pflanzen und Tiere sind Wasserinhaltsstoffen gegenüber unterschiedlich empfindlich, so dass die jeweilige Lebensgemeinschaft ein Indikator für den Gütezustand eines Gewässers ist. Dabei sind für die Organismen die ungünstigsten Verhältnisse ausschlaggebend, auch wenn diese nur zeitweise im Gewässer vorliegen. So können Schadstoffeinträge, die chemisch nur zum Zeitpunkt der Einleitung erfassbar sind, biologisch über die im Gewässer vorkommenden oder fehlenden Organismen auch dann noch erkannt werden, wenn die Schadstoffwelle lange abgeflossen ist. Die chemischen und biologischen Untersuchungen ergänzen sich auf diese Weise und gewährleisten so zusammen mit den Beobachtungen und dem optischen Eindruck vor Ort, eine bestmögliche Kenntnis des Zustandes unserer Oberflächengewässer.

Bestimmung der Gewässergüte

Zur Bestimmung der Gewässergüte werden vom biologischen Fachpersonal der Regierung von Oberfranken und der Wasserwirtschaftsämter Bestandsaufnahmen der Tier- und Pflanzenarten in allen typischen Lebensräumen eines Gewässers durchgeführt.

Die Untersuchungen umfassen die Entnahme der Organismen, ihre artenmäßige Bestimmung vor Ort oder im Labor unter dem Mikroskop, die Abschätzung der Häufigkeit der einzelnen Arten und die Erhebung der physiographischen Daten (z. B. Fließcharakteristik, Ufer- und Untergrundbeschaffenheit, etc.).

Foto Fachpersonal der Wasserwirtschaftsämter bei einer biologischen Gewässeruntersuchung

Die biologische Gütebeurteilung der Fließgewässer erfasst den Grad der Belastung mit organischen, fäulnisfähigen Stoffen (griechisch: sapros = faulig), die im Wasser unter Sauerstoffverbrauch von den dort lebenden Mikroorganismen zu Kohlendioxid, Wasser und Mineralsalzen abgebaut werden. Die Summe dieser biologischen Abbauprozesse im Gewässer wird als Saprobie bezeichnet.

Die Lebensgemeinschaften in einem Gewässer stellen sich in Abhängigkeit der zugeführten Inhaltsstoffe und des Grades des dabei stattfindenden Sauerstoffverbrauchs ein. Ihre arten- und zahlenmäßige Zusammensetzung gibt Aufschluss über die Belastungssituation des Gewässers. Die dabei errechnete Kenngröße ist der Saprobienindex.

Bei der Darstellung der Gewässergüte unterscheidet man sieben Güteklassen von "unbelastet" bis "übermäßig verschmutzt", die durch verschiedene Farben gekennzeichnet werden.

Gewässergütekarten von Oberfranken im Vergleich der Jahre 1968 - 1985 - 2006

Die nachfolgenden Karten zeigen auf, welche Verbesserungen bei der Gewässergüte in Oberfranken seit 1968 erreicht wurden.

Gewässergüte 1968

Gewässergüte 1968
Format 1600x1200

Gewässergüte 1985

Gewässergüte 1985
Format 1600x1200

Gewassergüte 2006

Gewässergüte 2006
Format 1600x1200

Wasserrahmenrichtlinie

Gemäß der im Dezember 2000 in Kraft getretenen Europäischen Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) werden die Gewässer Europas künftig mit vergleichbaren Methoden noch umfassender überwacht.

Foto Fachpersonal der Regierung bei einer biologischen Gewässeruntersuchung Foto Fachpersonal der Regierung und des Wasserwirtschaftsamtes Hof bei einer biologischen Gewässeruntersuchung

Beurteilung des ökologischen Zustandes

Zur Beurteilung des ökologischen Zustands werden dabei vier biologische Qualitätskomponenten getrennt betrachtet:

Bild von einer Eintagsfliege Eintagsfliege Bild von einer Seerose Seerose
Bild von einer Kieselalge Kieselalge Bild von einer Bachforelle Bachforelle

Dementsprechend werden die Ergebnisse des Monitorings in verschiedenen Karten dargestellt. Dabei wird zwischen fünf "Ökologischen Zustandsklassen" (ÖZK) unterschieden:

Ziel der Wasserrahmenrichtlinie ist es, bis zum Jahr 2015 für alle Gewässer mindestens den "guten Zustand" zu erreichen.

Ansprechpartner

Dr. Michael Lorenz
Sachgebiet 52
Tel.: 0921/604-1582
Fax: 0921/604-4582
E-Mail: Dr. Michael Lorenz
Volker Kirschenlohr
Sachgebiet 52
Tel.: 0921/604-1661
Fax: 0921/604-4661
E-Mail: Volker Kirschenlohr