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02.02.2026Ein Naturjuwel unter besonderem Schutz: "Luisenburg-Felsenlabyrinth Wunsiedel" wird Naturschutzgebiet
Zum 1. Februar 2026 und damit zeitgleich mit der Verordnung der Bayerischen Staatsregierung über das Nationale Naturmonument "Luisenburg-Felsenlabyrinth Wunsiedel" ist die Verordnung der Regierung von Oberfranken zum Naturschutzgebiet "Luisenburg-Felsenlabyrinth Wunsiedel" in Kraft getreten. Beide Verordnungen sind eng miteinander verzahnt und in enger behördlicher Abstimmung erlassen worden.
Die im Mai und Juni 2025 durchgeführte Öffentlichkeits- und Verbändebeteiligung zeigte eine große Zustimmung für das Vorhaben, die bestehenden beiden Naturschutzgebiete "Luisenburg" und "Kleines Labyrinth" zusammenzufassen und zugleich ein Schutzgebiet nach internationalem Vorbild zu schaffen.
Klarer Rahmen für den Schutz der Natur
Das Ergebnis ist eine Verordnung, die für den dauerhaften Schutz der besonders wertvollen Flora und Fauna im Naturraum Hohes Fichtelgebirge sorgt. Im gesamten Schutzgebiet gelten daher klare Regeln: Besucherinnen und Besucher werden gebeten, auf den Wegen zu bleiben, Hunde anzuleinen, keine Geocaches auszubringen und nicht in den Felsen zu klettern.
Ein Gebiet mit langer Geschichte
Die "Luisenburg" ist bereits seit 1938 Naturschutzgebiet und damit das erste seiner Art in Oberfranken gewesen. Zusammen mit dem "Kleinen Labyrinth" und dem Burgstein geht das bisherige Naturschutzgebiet "Luisenburg" nun vollständig im 101 Hektar großen Naturschutzgebiet "Luisenburg-Felsenlabyrinth Wunsiedel" auf. Nutzungsänderungen in den vergangenen Jahrzehnten sowie zahlreiche neue Erkenntnisse im Naturschutz machten eine Neuausweisung des Naturschutzgebiets sinnvoll.
Nationales Naturmonument von herausragender Bedeutung
Die zeitgleiche Erhebung zum Nationalen Naturmonument unterstreicht die herausragende naturschutzfachliche Bedeutung dieses Gebiets. Nach der "Weltenburger Enge" im Landkreis Kelheim ist es bayernweit erst das zweite und bundesweit erst das neunte Nationale Naturmonument. Oberfranken erhält damit ein Naturschutzjuwel von besonderem Rang.
Einzigartige Lebensräume und seltene Arten
Neben den verklüfteten Granitfelsformationen im Felsenlabyrinth zeichnen sich auch die Fichtenblockwälder an den Hängen der Luisenburg und des Burgsteins durch ihren herausragenden naturschutzfachlichen Wert aus. Das kleinräumige Mosaik aus alten Bäumen, wertvollem Totholz und Felsspalten schafft vielfältige Licht-, Wärme- und Feuchtigkeitsverhältnisse und bietet einen einzigartigen Lebensraum für zahlreiche seltene und bedrohte Arten. Dazu zählen unter anderem Kreuzotter, Sperlingskauz, Schwarzspecht, Uhu und Gartenschläfer. Im Bereich des Luisenburg-Kösseine-Massivs sind nachweislich auch Wildkatze und Luchs unterwegs.
Auch die Felsvegetation ist von besonderer Bedeutung: Hier kommen sehr seltene und teils in ihrem Bestand bedrohte Flechten- und Moosarten wie Leuchtmoos, Felsen-Goldhaarmoos, Blutflechte und Fels-Fleckflechte vor. Letztere wurde seit 1890 an keinem anderen Standort in Bayern nachgewiesen.
Natur, Kultur und Freizeit im Einklang
Im Rahmen des geplanten Gebietsmanagements wird für einen guten Ausgleich zwischen Kultur, Freizeitaktivitäten und Natur an der Luisenburg gesorgt.
Für die Erhebung der "Luisenburg-Felsenlabyrinth Wunsiedel" zum Nationalen Naturmonument ist für das Frühjahr ein Festakt der Bayerischen Staatsregierung in Wunsiedel geplant.
