Ersatzneubau Ostbayernring - Verfahren Abschnitt UW Redwitz bis UW Mechlenreuth

Übersicht

Verfahren Abschnitt UW Redwitz bis UW Mechlenreuth

Ersatzneubau Ostbayernring Abschnitt Umspannwerk Redwitz a.d. Rodach bis
Umspannwerk Mechlenreuth

Vorhabensträger

TenneT TSO GmbH

Auslegende Gemeinde
(Bekanntmachung)

Auslegungszeitraum

Bekanntmachung

13.01.2022 bis 27.01.2022

Planfeststellungsbeschluss

Planfeststellungsbeschluss vom 08.11.2021

Unterlagen planfestgestellte Unterlagen für den Abschnitt UW Redwitz bis UW Mechlenreuth

 

Gegenstand des Planfeststellungsverfahrens

Das Leitungsbauvorhaben ist Teil des Ersatzneubaus der 380/110-kV-Höchststpannungsleitung zwischen Redwitz a.d.Rodach und Schwandorf, welche auch als "Ostbayernring" bezeichnet wird. Der Ostbayernring ist eine rund 185 Kilometer lange bereits bestehende Stromtrasse, die von Redwitz a.d.Rodach in Oberfranken über Mechlenreuth und Etzenricht bis nach Schwandorf in der Oberpfalz führt.

Zur Erhöhung der Transportkapazitäten des Ostbayernrings ist ein Ersatzneubau erforderlich, um die bestehenden 380/220-kV-Systeme auf zwei 380-kV-Systeme auszubauen. Das Vorhaben umfasst auch Anpassungen der mitgeführten 110-kV-Stromkreise und deren Anschlüsse an andere 110-kV-Leitungen sowie an die 110-kV-Umspannwerke der Bayernwerk Netz GmbH.

Die Trasse des etwa 51 km langen Planabschnitts führt durch die Gebiete des Marktes Marktzeuln, der Gemeinde Redwitz a.d.Rodach, der Stadt Burgkunstadt, der Märkte Küps und Mainleus, der Städte Kulmbach und Stadtsteinach, der Gemeinde Guttenberg, der Märkte Grafengehaig und Marktleugast, der Gemeinde Weißdorf sowie der Stadt Münchberg. Das Gebiet der Stadt Helmbrechts sowie der Gemeinde Untersteinach werden durch bauliche Maßnahmen berührt. Es sind die vier Landkreise Lichtenfels, Kronach, Kulmbach und Hof betroffen.

Karte für den Ersatzneubau Ostbayernring - Leitungsverlauf Abschnitt UW Redwitz – UW Mechlenreuth
Ersatzneubau Ostbayernring - Leitungsverlauf Abschnitt UW Redwitz – UW Mechlenreuth
Grafik: Tennet TSO GmbH - November 2016 ©

Im Planabschnitt werden insgesamt 130 Masten mit einer Höhe von 47 bis 98 Meter neu errichtet. 124 Masten sind der Hauptleitung zuzuordnen. Sechs Masten werden darüber hinaus errichtet, um die 110-kV-Systeme in die Bestandsleitungen oder Umspannwerke einzubinden.

Nach Inbetriebnahme der neuen Leitung werden insgesamt 111 Masten (107 Masten der Bestandsleitung des Ostbayernrings und vier Masten der 110-kV-Zuleitungen) zurückgebaut.

Ablauf des Planfeststellungsverfahrens

Die Regierung als zuständige Planfeststellungsbehörde hat das Planfeststellungsverfahren formell eröffnet. Mit Einleitung des Anhörungsverfahrens mit breiter Öffentlichkeitsbeteiligung lagen die Planunterlagen in den betroffenen Kommunen zeitgleich vom 13.11.2018 bis zum 12.12.2018 aus. Bis einschließlich 27.12.2018 konnten Einwendungen erhoben werden. Parallel wurden die betroffenen Behörden zur fachlichen Stellungnahme aufgefordert. Am 27.01. und 28.01.2020 wurden die Einwendungen und Stellungnahmen mündlich bei einem Erörterungstermin in Kulmbach erörtert.

In einer 1. Planänderung wurden fehlerhafte Angaben in der Unterlage 6 betreffend die Angaben zum Waldeingriff berichtigt. Die hiervon Betroffenen wurden individuell von der Regierung angehört.

Aufgrund der im Rahmen der Öffentlichkeits- und Behördenbeteiligung vorgetragenen Äußerungen und Stellungnahmen als auch durch technische Änderungen der Vorhabenträgerin wurden die Planunterlagen ergänzt und aktualisiert. Diese geänderten Planunterlagen wurden der Regierung von Oberfranken im 4. Quartal 2020 übergeben.

Die Planänderungen mussten erneut ausgelegt werden. Die Auslegung der 2. Planänderungsunterlagen erfolgte in elektronischer Form durch die Veröffentlichung im Internet, was gemäß § 3 Abs. 1 des Gesetzes zur Sicherstellung ordnungsgemäßer Planungs- und Genehmigungsverfahren während der COVID-19-Pandemie (Planungssicherstellungsgesetz - PlanSiG) die Auslegung der Unterlagen zur 2. Planänderung ersetzte.

Jeder, dessen Belange durch die Änderungen berührt wurden, konnte bis 17.03.2021 bei den oben genannten Städten, Märkten und Gemeinden oder bei der Regierung von Oberfranken, Einwendungen schriftlich oder zur Niederschrift gegen den beantragten Plan erheben.

Wesentliche Bestandteile der 2. Planänderung sind:

  • Geänderte Trassenverläufe bei Schimmendorf, Neuensorg, Münchberg
  • Mastverschiebungen
  • Zusätzliche Waldüberspannungen
  • Anpassung der Austrittsmaße an Maststandorten
  • Änderung von Masthöhen
  • Geänderte Betroffenheiten durch Verschiebung der Schutzstreifen und Anpassung der temporären Inanspruchnahmen (u.a. Provisorien, Arbeitsflächen)
  • Ergänzung und Änderung der Umweltunterlagen

Die 2. Planänderung betrifft Grundstücke in den Städten Burgkunstadt, Kulmbach, Münchberg und Stadtsteinach, den Märkten Grafengehaig, Küps, Mainleus, Marktleugast und Marktzeuln sowie in den Gemeinden Guttenberg, Redwitz a.d.Rodach und Weißdorf.

Die Vorhabenträgerin hat mit einer 3. Planänderung die Unterlagen nochmals aktualisiert und ergänzt. Wesentlicher Inhalt der Änderungen war die Konkretisierung weiterer Standorte der vorgezogenen Ausgleichsmaßnahme A-CEF3. Zudem wurde der Kompensationsumfang dahingehend aktualisiert, dass nun verstärkt Ökopunkte eingesetzt werden. Weiter wurde für wasserrechtliche Benutzungstatbestände ein Antrag auf wasserrechtliche Erlaubnis gestellt, sofern bereits genehmigungsfähige Unterlagen durch die Vorhabenträgerin eingereicht werden konnten.

Die Landratsämter Lichtenfels, Kronach, Kulmbach und Hof, die Wasserwirtschaftsämter Kronach und Hof sowie die höhere Naturschutzbehörde wurden erneut beteiligt. Da durch die 3. Planänderung keine neue oder verstärkte Betroffenheit von Dritten ausgelöst wurde, konnte auf eine weitere Anhörung und Beteiligung verzichtet werden.

Auf Antrag der Vorhabenträgerin wurde mit Bescheiden der Regierung von Oberfranken vom 28.05.2021 und vom 28.07.2021 der vorzeitige Baubeginn gemäß § 44c Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) an insgesamt 46 Maststandorten zugelassen.

Planfeststellungsbeschluss

Die Regierung von Oberfranken hat den Planfeststellungsbeschluss  für den Ersatzneubau der 380-kV-Höchstpannungsleitung für Drehstromübertragung zwischen dem Umspannwerk Redwitz und dem Umspannwerk Mechlenreuth (Leitungsnummer B159) als Ersatz für die bestehende 380/220-kV-Höchstspannungsleitung einschließlich deren Rückbau (Leitungsnummer B112) am 08.11.2021 erlassen.

Der Planfeststellungsbeschluss (ohne Planunterlagen) wurde der Trägerin des Vorhabens, denjenigen, über deren Einwendungen entschieden worden ist, und den Vereinigungen, über deren Stellungnahmen entschieden worden ist, individuell mit Rechtsbehelfsbelehrung zugestellt.

Die Auslegung des Planfeststellungsbeschlusses sowie der planfestgestellten Unterlagen wird durch eine Veröffentlichung im Internet nach § 3 Abs. 1 Satz 1 PlanSiG ersetzt. Als zusätzliches Informationsangebot liegen der Planfeststellungsbeschluss sowie die  Planunterlagen in den oben genannten Städten, Märkten und Gemeinden vom 13.01.2022 bis einschließlich 27.01.2022 zur Einsicht aus. Mit dem Ende der Auslegungsfrist gilt der Beschluss gegenüber den übrigen Betroffenen als zugestellt.

(Stand: 13.01.2022)

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